Reuorientierung  auf  dem  Weltmarkt  vorzunehmen.  Die
Regierung  geht  auch  offenbar  mit  dem  Plane  um,  über
bas  Kriegsinteresse  hinaus  für  den  späteren  Kampf  um
ben  Weltmarkt  die  englische  Industrie  jetzt  schon  im  Kriege
vorzubereiten.  Auch  bei  der  Einrichtung  der  neuen
Munitionsfabriken  ist  von  Anfang  an  auf  die  nach  dem
Kriege  etwa  aufzunehmende  Fabrikation  von  Friedensartikeln
  Rücliht  genommen  worden.

Jedenfalls  muß  die  deutsche  Industrie  für  die  Friebenszeit
  damit  rechnen,  daß  wir  dann  nicht  den  einzelnen
Privatmann  als  Wettbewerber  auf  dem  Weltmarkt  finden
  werden,  sondern  eine  geschlossene,  vom  englischen
Staat  gehaltene  und  unterstützte  Kaufmonnschaft.  Keineswegs
  ist  eine  Verstaatlichung  der  englische

Industrie

uober  auch  nur  einzelner  Zweige  eplant,  wohl  aber  ein

Hand.-in-Band-Arbeiten  aller  Industriezweige  und  der
eingelnen  Bäs=  genau  so,  wie  ein  Hand--in--Hand-Arbeiten
  von  Kapital  und  Arbest  zur  Wahrung  der  allzemeinen
  önteressen  Ganz  besonders  wird  sich  unsere
be  sichr  Eisen-  und  unsere  Masch  inenindustrie  auf  völlig
eue  Formen  des  Wettbewerbes  gefaßt  machen  müssen,
###  die  Jweige  natürlich  von  der  Organisation  der
Herrerbe  arssdedung  am  stärtsten  betroffen  und  gesz

  *

Es  ist  bekannt,  daß  England  den  Krieg  dazu  benutzt,

um  in  Ruhland  durch  Beteiligung  an  russischen  Unterhmungen
  oder  auch  durch  Erwerb  von  solchen  das
mulshe  Wirtschaftsleben  möglichst  weitgehend  unter  eng-Mchen
  Einfluß  zu  bringen.  Etwas  Aehnliches  vollzieht
sich  auch  in  der  Schweiz.  Hier  ist  es  außer  England
namentlich  Frankreich,  welches  den  Versuch  macht,  dadurch
Einfluß  auf  schweizerische  Firmen  zu  erlangen,  daß  eng-Ksche
  oder  französische  Stagtsangehörige  das  Unternehmen
aufkaufen  oder  sich  wenigstens  daran  beteiligen.  Im
„  Bund“  vom  16.  Januar  1917  erschien  z.  B.  ein  Inserat,
in  welchem  eine  englische  Gruppe  sich  erbot,  jedes  gutgehende
  Geschäft  durch  Beteiligung  oder  vollständige

Uebernahme  des  Kapitals  in  eine  Aktiengesellschaft  umzuwandeln.


#  Die  Pariser  Handelskammer  gibt  unter  dem  Titel
„Dokumente  über  den  Krieg“  ein  Auskunftsblatt  in  deut-6
  -  beraus,  das  in  zahlreichen  Exemplaren  in

er  Schweizer  mi  ¾“  verteilt  wird.  Die  in  dem
n  Artilel  sind  scheinbar  sachlich  geschrieben,
verfolgen  aber  den  Zweck,  das  rteil  der  -  Leser

gegen  die  Mittelmächte  zu  beeinflussen.

Ueber  die  von  Frankreich  eingerichteten  Messen  wird

regelmäßig  in  den  schweizerischen  Zeitungen  berichtet  und

kur  Beteiligung  eingeladen.  Darüber  hinaus  plamt  Frank-Jeich

  bie  Errichtung  einer  ständigen  Muster-  Ausstell

in  Bern,  für  die  namentlich  kn  der  westschweizerischen
Presse  Propaganda  gemacht  wird.

Auch  Japan  sucht  durch  seine  Agenten  kür  seine
Fabrikate  in  neutralen  Ländern  Absatzgelegenheiten  zu
schassen.  Ebenso  wie  in  Holland  sind  derartige  Agenten
in  der  Schweiz  ausgetaucht,  wo  sie  in  den  Geschäften  einzelne
  Gegenstände  namhast  machen,  die  sie  angeblich
ger  liefern  können  als  die  bisherigen  Bezustellen.  Ensprechend
  dieser  Steigerung  der  wirtschaftlichen
tätigkeit  hat  die  während  des  Krieges  neu  erichteie
Japanische  Gesandtscheft  in  Bern  in  der  letzten  Zeit  ihr
Personal  erheblich  vergröbert.

In  welcher  We  ing
ten  Bestrebungen  ber  englischen  —  franz  Süichr  ·-talistcn
  von  Ersolg  gewesen  sind,  läßt  sich  gactr  mit  )

it  sag  Unzweifelhaft  mit  englischem  Kapitas
gegründet  worden  ist  die  „Franco-Suisse-A.-G.“  für
Fabrikation  chemischer  Produkte  vormals  Schmuziger  &amp;
Co.  in  Aarau.  Im  Auftrage  dieser  Gesellschaft  ist  Professor
  Ceresol,  der  früher  bei  der  2

Badischen  Anilin=  und
ls  Chemiker  leine  Ausbilbung  genossen  hat,
«  Polytechnikum  in  Zürich  war,
«  Ass«  : "-.  ten  nach  Amerika  gegangen,  um  den
amerikanischen  Markt  mit  Anilsnfarben  schweizerischen
Ursprungs  zu  bearbeiten.  Im  übrigen  sind  eine  größere
Reihe  neuer  chemischer  Fabriken  teils  schon  entstanden.
leils  noch  im  Bau  begriffen,  über  deren  Finanzierung

durch  englisches  oder  französisches  Kapital  nichts  fesigestellt
  ist.

»  hweizerischen  chemischen  Fabrilen  sind
ereits  *  ——  in  röherem  L#mfange  auch  für
längere  Jeit  nach  dem  Kriege  mit  den  Ententelaͤndera  obgeichallen
  um  i  die  de  r  Vüshes  hemi  sch

mis  #  8  -e  der  .  Handelskammer
gerpechten“  8.  .-.-  .

Immer  großer  wird  2*88  in  England  der  *  *
dem  sreien  Verlehr  entzogenen  Güter,  die  für  die  Zwecks
der  Kriegswirtschaft  der  Beschlagnahme  oder  der  staallichen
  Kontrolle  unterworfen  werden.  So  sind  in  der
letzten  Zeit  beschlagnahmt  worden:  Aluminium  und
Aluminiumgegenstände,  alle  für  militärische  Zweck
eigneten  eingeführten  Häute,  alle  unverkauften  Vorräte
von  Rohjute  innerhalb  Groß-Britanniens.  Der  gesamte
Holzhandel  ist  einschränkenden  Vorschriften  unterworfen
worden.  Dem  Papiermangel  soll  durch  Be

Trbot  der  in
England  weithin  verwendeten  Reklameplakate  der  Zeitungen

  und  Zeitschriften,  sowie  durch  Einschränkung  des
Katalogversandes  der  Kaufleute  gesteuert  werden.  Den
Schwierigkeiten  der  Kohlenversorgung  sucht  man  dodurch
zu  begegnen,  daß  das  britische  Handelsministerium  jetzt
sämtliche  Kohlengruben  des  vereinigten  Königreiches  unter