Nachdenken  für  jeden  Deutschen!

Britische  Arbeiter  an  ihre  russischen
Kameraoͤen  über  die  Pflicht  zur  Arbeit.

Der  Vorstand  der  Arbeiter  des  Woolwich-Arsenals
hat  laut  „Daily  Rews“  vom  13.  April  an  die  Arbeiter  der
Petersburger  Gewehr-  und  Patronenfabrik  ein  Telegramm
  gerichtet,  in  dem  es  heißt:

„Kameraden!  Laßt  uns  gemeinsam  arbeiten,  um
unseren  Kameraden  in  den  Gräben  zu  Hilfe  zu  kommen.
Ihre  Opfer  sind  größer  als  unsere.  Jede  unserer  Arbeitsstunden
  retfet  teures  Leben.  Jede  Stunde  der  Faulheit
macht  uns  zu  Mördernk“

Kranzösische  Senatoren
über  Deutschlands  Sukunft.
Die  deutschen  Arbeiter:  Selaven  der  Enente.

Der  bekannte  Senakor  Humbert  fordert  im
„Journal“  vom  15.  April  1917,  dah  nicht  nur  die  deutsche
Regierung,  sondern  das  ganze  deutsche  Volk  für  die
lebten  deutschen  Verbrechen  büßen  müsse.  Zwischen  dem
deutschen  einfachen  Soldaten,  der  Lhren  gestohlen  und
dem  Kommando,  das  die  Demontierung  der  Fabrikeinrichtungen
  angeordnet  habe,  sei  kein  Unterschied.  So
müsse  auch  in  der  Züchtigung  dementsprechend  kein  Unterschied
  gemacht  werden.  Humbert  will  aber  mehr  Wert
auf  die  Wiederherstellung  bes  Schadens  als  auf  die
Bestrafung  durch  esnen  hohen  Gerichtshof  legen.  „Deutschland
  hat  eben  zu  Lande  und  zu  Wasser  den  Zweck  verfolgt,
nichts  Lebendes  und  nichts  Nützliches  übrig  zu  lassen.  Es
genügt  nicht  eine  Kriegsentschädigung,  sondern  die  deutschen
  Bergwerke  und  Fabriken  müssen  umsoust  Kohle,
Eisen,  Lokomotsven,  Maschinen  und  Echiffe  liefern,
Deutschland  muß  dorthin,  wo  es  geplündert  hat,  auf
Jahre  hinaus  auf  seine  Kosten  deutsche  Arbeiter  zu  Wiederaufbauten
  schicken,  denn  man  muß  die  Deutsch
Sklaven  behandeln.“

In  einer  Rede,  die  der  Senator  Cberon  vor  den

französischen  Provinzialvertretungen  gehalten  hat,  beißt
es  nach  dem  Bericht  des  „Matin“  vom  17.  April:

DHeuute  handelt  es  sich  um  Frankreichs  Sieg  oder
Antergang.  Wie  kann  man  von  dem  unschuldigen
Fronkreih  verlangen,  daß  es  für  Jahrhunderte  die  Last
N  teuer  zum  Wiederaufbau  des  Jerstörlen  tragen  soll?
a#n=  die  Urheber  des  Verbrechens  müssen  zahlen,  und
ihre  Rechnung  ist  nicht  durch  Wicdergabe  der  beiden  1821
gestohlenen  Provinzen  geregelt.  Alle  Kriegsausgaben
fallen  auf  Deutschlands  Konto,  ebenso  alle  Pensionen
und  Familienunterstützungen  der  Opfer.  Alle  in  Frankreich
  zerskörken  Häuser  müssen  von  Deutschland  wieder
aufgebaut  werden,  von  der  kleinsten  Hütte  bis  zur  glorreichsten
  Kathedrale;  sie  müssen  im  Schweiße  ihres  An-Lesichts
  bie  zu  ihren  Enkeln  arbeiten,  bis  die  Bäume

Frankreichs  wieder  so  boch  gewachsen  sind,  als  dse  jetzt
feige  entwurzelten.  Ihre  Schiffe  müssen  die  Flagge  der
Alli##erten  tragen,  ihre  Reichtümer  und  ihre  Produktionsfähigkeit
  werden  ausreichen,  um  allmählich  diese  Lasten
zu  decken.  Man  braucht  sie  nicht  zu  bemitleiden,  denn  alle
diese  Bußen  werden  immer  noch  nicht  die  Millionen
Toten  beleben,  die  dem  deutschen  Ehrgeiz  zum  Opfer  gefallen
  sind.  Wenn  sich  irgendein  Nachsichtiger  oder  Mitleidiger
  in  Frankreich  für  Deutschland  finden  sollte,  so
wird  sich  das  ganze  Frankreich  mit  seinen  trauernden
Müttern  und  seinen  glorreich  Verstümmelten  zu  dem  Gedächtnis
  der  Toten  erheben,  um  die  Gerechtigkeit  zum
Jiele  zu  führen.

Ein  franzssisches  Friebensprogramm:
deutschlands  Lasten  nach  dem  Kriege.

Im  „Matin“  vom  14.  April  wird  über  die  Deutschland

  und  seinen  Verbündeten  nach  dem  Kriege  auf
zubürdenden  Lasten  u.  a.  das  Folgende  ausgeführt:
Eine  große  Kriegsentschädigung  allein  genügt  nicht.
Gelingt  es  Deutschland,  einen  „binkenden“  Frieden  zu
schließen,  so  würde  es  sogleich  wieder  die  ganze  Welt  mit
seinen  Erzeugnissen  überschwemmen.  Daran  muß  es  gehinderk
  werden.  Den  Deutschen  ist  die  schwere  Aufgabe
aufzubürden,  selbst  —  und  zwar  durch  Hergabe  von  Erzeugnissen
  —  den  Schaden  wieder  gut  zu  machen,  den  sie
verursacht  haben.  Im  einzelnen  wird  gefordert:  ·
Stellung  von  Arbeitern  zur  Auffüllung  der  Schützengräben,
  Zerstörung  der  Unterstände,  Herrichtung  der
Felder  in  allen  betroffenen  Ländern  der  Entente.
Wiedererrichtung  der  zerstörten  Bauwerke
durch  deutsche  Arbeiter  aus  deutschem  Material.
Lieferung  von  Maschinen  und  Geräten  für  die  Landwirtschaft,
  die  Bergwerke  und  die  Industrien  Frankreichs,
um  diesen  die  Wiederaufnahme  de-  Arbeit  zu  ermöglichen.
Wiederherstellung  der  Bergwerke  und  deren  vorläufige
  Versorgung  mit  deutschen  Mineralien  zwecks  fosortiger
  Aufnahme  der  Lieferungen  im  Amfange  vor  dem
Krieg.
Ersatz  der  versenkten  Handeloschiffe  aus  der  deutschen
und  österreichischen  Flotte.  ·
Abtretung  der  im  Auslande  zur  Wiederaufnahme
unseres  Handels  angesammelten  Vorräfe.

Musbeutung  der  deutschen  und  österreschischen
Wälder.

Rückgabe  der  angeblich  geraubten  Möbesstücke,
Kunstgegenstände  usw.

Belastung  einer  Reihe  deutscher  Städte  zum  Ausgleich
  der  von  Deutschland  im  besetzten  Gebiete  den
Stödten  auferlegten  Leistungen.
iel  dieses  Programms  ist  also:
deutschen  Wohlstandes,  Verelendung
desg  beutschen  Volkes  zum  Nutzen

Vernichtung  des
oder  Verstlavung
seiner  Feinde.

Druck:  Linden-Truckeres  und  Berkas  W#el  HS.,  Berl##  .