Beilage  zum  „Kriegsamt.

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Vaterländische  Hilfsarbeit  und
inderfürsorge.

Auf  Veranlassung  der  Frauenarbeilszentrale  hatten
zu  einer  vom  Verband  deutscher  Kinberhorte  füngst  im
Inslitut  für  Erziehung  und  Unterricht  über  Fragen  der
Schulkinderfürsorge  einberufenen  Dagung  fast  alle
Frauenarbeitsstelten  aus  ihren  Mitarbeiterkreisen  Perfönlichkeiten
  entsandt,  denen  die  Bearbe#tung  dieser  Fragen
  besonders  obliegt.  Bei  der  Tagung  fand  sich  die
rwünschte  Gelegenheit,  die  besonderen  Gesichtspunkte  zu
erörtern,  unter  denen  das  Kriegsamt  an  der  Kinderfürsorge
  Interesse  nimmt  und  die  vielfach  zu  den  vor  dem
Kriege  verfolgken  Grundsätzen  und  Maßnahmen  in  einem
gewissen  Gegensatz  slehen  »»«»
Während  man  sich  vor  dem  Kriege  bemühte,  kinderreiche
  Mütter  und  vor  allem  Mütter  kleiner  Kinder  von
der  Fabrikarbeit  fernzuhalten,  sehen  wir  uns  jetzt  genötigt,
jede  arbeitsfähige  Frau  in  die  Kriegswirtschaft  —  sei  es
Landarbeit  oder  Fabrikarbeit  —  hineinzuziehen  und  alle
Hemmungen  zu  überwinden,  die  die  Frau  von  der  Arbeit
zurückhalten.  ....  .  -.-Es
  erwächst  bieraus  die  Rotwendigkelt,  die  Kinderfürsorge-Einrichtungen
  aufs  engste  an  die  Arbeit  der
Mütler  anzupassen.  In  besonders  glücklichen  Fällen  wird
es  möglich  sein,  solche  Einrichtungen  unmittelbar  mit  der
Fabrik  zu  verbinden  (Stillstuben,  Fabrik-Krippen-Kindergärten
  und  Horte).  Wo  das  nicht  möglich  ist,  müssen  die
Betrichszeiten  der  Fürsorgeeinrichlungen  mit  den  Arbeitszeiten
  der  Mütter  in  Lebereinstimmung  gebracht  werden.
Eine  Krippe,  die  früh  um  7  Ahr  ihre  Tore  öffnet,  nützt
der  Arbeiterin  nichts,  die  etwa  schon  um  5  Uhr  von  ihrer
Wohnung  aufbrechen  muß,  um  rechtzeitig  an  ibre-Arbeiksstätte
  zu  gelangen.  Dasselbe  gilt  von  dem  Schluß  der
Anstalten  am  Abend  und  von  der  etwaigen  Schließung
iber  Mittag,  während  welcher  vielerorts  die  Kinder  der
Kleinkinderschulen  ein  paar  Stunden  lang  völlig  unbeaufsichtigt
  auf  der  Straße  bleiben.  Ferner  müssen  die  Kinderfürsorge-Einrichtungen
  so  ausgestaltet  werden,  daß  sie
auch  in  der  Lage  sind,  gelegentlich  einige  Pfleglinge  über
deach,  zu  behalten  —  elwa  in  den  Zeiten,  in  denen  die
Muner  in  Nachtschicht  arbeiler.  z  ,  .
Eine  weitere,  notwendige  Kriegsforderung  ist  es,  daß
die  geschaffenen  Einrichtungen  ausschließlich  den  Kindern
arbeitenbder  Mütter  zugnie  kommen  sollten.  Während
  man  es  sich  vor  dem  Kriege  allenfalls  erlauben
konnte.  den  Kreis  der  aufzunehmenden  Kinder  ekwas
weiter  zu  ziehen  —  es  lag  darin  allerdings  immer  eine  Gefahr
  —,  müssen  wir  uns  jetzt  streng  darauf  beschränken,  nur
Kinder  zuzulassen,  deren  Mütter  durch  Arbeit  in  der
Kriegswirtschaft  talsächlich  daran  verhindert  sind,  die
*  und  Pflege  für  die  Kinder  selbst  zu  übernehmen.
Durch  solche  genaue  Auswahl  wird  dann  zugleich  unter
Umständen  ein  Anreiz  für  die  Mütter  geschaffen,  Arbeit
iu  übernehmen,  und  dieser  Anreiz  ist  wünschenswert.
Aber,  wie  wiederholte  Amfragen  und  Erhebungen
gezeigt  haben,  nur  ein  kleiner  Teil  der  arbeltenden  Mütter
yrüngt  seine  Kinder  in  Anstalten  —  geschlossenen  oder  halb-#senen
  —  unter.  Die  große  Mehrheit  wird  bei  Ver-14



ässigen

Endlich  aber  wird  immer  wieder  die  Ersahrung  gemacht,
  daß  die  Arbeiterinnen  selber  den  Kinderkürsorgeanstalten
  mit  einem  gewissen  Mißtrauen  gegenüberstehen.
Wer  Gelegenheit  hat,  viele  solche  Anstalten  zu  besichligen,
der  muß  zugeben,  daß  beeses  Mihßtrauen  in  vielen  Fällen
nicht  unberechligt  ist.  Die  Einrichtungen  sind  nach  der
sanitären  wie  nach  der  pädagogischen  Seite  vielfach  noch
recht  verbesserungsfählg,  häufig  leiden  sie  auch  daran,  daß
mit  der  Leltung  bilettantische  Kräfte  bekraut  sind.

Hier  einzugreifen  und  Besserung  zu  schaffen  wirb

eine  der  vornehmsten  Aufgaben  der  im  Rationalen
Ausschuß  für  Frauenarbeit  im  Kriege  zusammengeschlossenen
  Organisalionen  sein.
Dieser  Aufgabe  sollen  auch  die  Richtlinien  für  Kinderfürsorge
  dienen,  die  von  der  IV.  Mitarbester-Kommission
der  Frauenarbeitszentrale  ausgearbeltet  worden  sind  und
die  von  der  Frauenarbeitszenkrale  kostenlos  in  beliebiger
Anzahl  bezogen  werden  können.

Frauen  im  englischen  Maschinenbau.

Wie  in  Deutschland  werden  auch  in  England  die
Frauen  in  immer  größerem  Amfa  *.  zum  Ersatz  männlicher
  Arbeilskräfte  herangezogen.  Nicht  nur  die  eigentliche
  Munitions-Industrie,  sondern  auch  die  übrigen  z.  Zt.
als  kriegswichtig  zu  bezeichnenden  Industriezweige  werden
vom  Munilions-Ministerium  in  der  Richtung  vermehrter
  Einstellung  von  Arbeiterinnen  beeinflußt.  Als
ein  bemerkenswerter  Schritt  auf  diesem  Wege  ist  die  vom
Ministerium  veranlaßte  Einrichtung  von  Maschinenbau-In
  einem