*  Frankreichs  Kriegsz  ele.
„Das  mindeste,  was  sie  verlangen.“

Im  „Oeuvre“  vom  21.  5.  17  begeisterk  sich  Reue
Pichon  für  den  Gedanken  einer  „kontrollierten  Neutralität“
  der  Rheinlande,  der  schon  längere  Zeit  in  den  Gehirnen
  französischer  Staatsmänner  und  fanatischer  Volkshetzer
  spukt.  Pichon  führt  dazu  folgendes  aus:

„Dieser  Gedanke  einer  kontrollierten  Neutralität  der
NMheinlande  erscheint  mir  vortrefflich,  boch  bedarf  er  der
Erweiterung.  Feste  Plätze  spielen  eine  große  Rolle  in  der
beutigen  Strategie:  aber  auch  die  Eisenbahnen,  ebenso  die
Bergwerke  und  die  Hochöfen.  Run  ist  von  biesem  dreifachen
  Gesichtspunkt  aus  das  Rheinland  reich  versehen
und  überaus  wichtig.

Das  siegreiche  Frankreich  muß  das  gesamte  Eilenbahnnetz
  ber  Nheinlande  in  seine  Hand  nehmen,  damit  es
nicht  wieder  zu  einem  neuen  Einmarsch  benutzt  werden
kann.  Es  muß  ferner  die  Eisen-  und  Kohlenminen  entweder
  mil  Beschlag  belegen,  oder  wenigstens  deren  Betriebe
  überwachen,  damit  die  Rbeinische  Industrie  nicht
wieder  Wassen  für  Deutschland  schmiedet.  Doch  damit
nicht  genug.  Da  die  deutsche  Politik  sich  trefflich  darauf
versteht,  burch  Intrigen  der  Diplomaten  und  durch
Spionage  unter  dem  Deckmantel  des  Handels  mitten  im
Frieden  Kriege  vorzubereiten,  so  darf  Frankreich  nicht  zulassen,
  daß  die  Rheinlande  solchen  Machenschaften  offen
bleiben.  Alle  Verbote  und  Vorkehrungsmaßregeln,  die
es  aus  politischen  und  wirtschaftlichen  Rücksichten  für  sein
eigenes  Gebiet  sich  zu  treffen  veranlaßt  sieht,  müssen  ohne
weiteres  auch  für  die  Rheinlande  gelten.

Die  Aufsicht  Frankreichs  muß  sich  auf  Heeresverwaltung,
  Eisenbahnen,  Hüttenwesen,  Diplomatie  und  Handel
erstrecken.  Weiter  braucht  sie  nicht  zu  gehen.  In  allem,
was  nicht  unsere  Sicherheit  angeht,  sollen  die  Rheinländer
frei  sein.  Sie  behalten  ihre  Gesetzgebung,  ihre  Sprache,
regieren  sich  selbst,  verwalten  ihre  Finanzen  und  verteilen

diten,  der  ihn  stören  könnte,  die  erforderlichen  Ketten  anzulegen.


Belgier  und  Franzosen  müssen  das  linke  Rheinufer
besitzen  und  dürfen  nur  die  Mündungen  einem  nicht  germanisierten
  Neutralen  überlassen.  Frankreichs  Teil  muß
bis  zur  Moselmündung  gehen.  Die  deutschen  Brückenköpfe
  am  Rhein  müssen  verschwinden.“

*  Kranzösische  Hoffnungen  auf  Munitionsmuangel
  in  deutschlans.

die  notwendigen  Nohstoffe  gesichert.

Eine  erst  verspätet  hier  bekannt  gewordene  Aeußerung
des  Anterstaatssekretärs  für  Blockade  D  D.  Cochin  im  französischen
  Senat  zeigt  deutlich  das  Bestreben,  in  Frankreich
die  Hoffnung  zu  erwecken,  daß  Deutschland  wegen  Munitionsmangel
  unterliegen  müsse.  Sie  zeigt  aber  vor  allen
ingen  wie  falsch  unsere  Feinde  über  die  deutschen  wirtschaftlichen
  Verhältnisse  orientiert  sind.  Gewiß  haben  wir
Chrom,  Wolfram,  Nickel  und  Kupfer  nicht  im  Ueberfluß=Die
  französi  sche  Regierung  will  aber  wahrscheinlich,  aus
begreiflichen  Gründen  nicht  einsehen,  baß  wir  dank  der
feindlichen  Blockade  früher  als  unsere  Feinde  gelernt
haben,  sparsam  zu  wirtschaften  und  daß  infolge  rechtzeitiger
  Einfuhr  und  der  eigenen  Exzeugung  die  Vorräte
durchaus  genügend  sind,  um  das  Munitionsprogramm
dauernd  durchzuführen.

Von  besonderer  AInkenntnis  der  geologischen  V
hältnisse  Deutschlands  zeugt  aber  die  Aeußerung  des  Herrn
Cochin  über  unsere  Schwefelversorgung.  Er  sagt,  daß
diese  am  schwierigsten  wäre,  da  die  Jufuhr  von  Schweselkies
  aus  Spanien  vollkommen  aufgehört  habe  und  Norwegen
  infolge  des  Ankaufes  des  Schweicllieien  durch  England
  kaum  nennenswerte  Mengen  an  Deutschland  llefern
könne.  Das  Verfahren  der  Herstellung  von  Schwesel
aus  Gips  sei  zwar  versucht,  der  technischen  Ausführung
ständen  jedoch  große  Bedenken  entgegen.  Gleichzeitig
mache  sich  der  Mangel  an  Schwefelsäure  in  dem  Fehlen
von  Superphosphat  für  die  Landwi  ft  bemerkbarirtschal


Herr  Cochin  weiß  anscheinend  nicht,  dab  wir  beträchtliche
Säger  an  Schwefelkies  haben,  die  ne

en  der  reichlich  vornach

  eigenem  Ermessen  die  Steuern,  die  wir  von  ihnen  kommenden  Zinkblende,  deren  Gewinnung  während  des

sordern  müssen.  Sie  werden  damit  eine  Selbständigkest
genießen,  wie  sie  weder  die  Elsabß-Lothringer  noch  die
Polen,  noch  eines  der  Vasallenvölker  Oesterreich-Angarns
se  besessen  haben.  Sie  bürrfen  tun,  was  sie  wollen,  nur
nicht  mithelfen,  uns  umzubringen.

Das  ist  boch  wirklich  das  mindeste,  was  wir  verlangen
können.“

Der  „Gaulois“  vom  27.  Mal  stößt  in  dasselbe  Horn:

„Der  Zweck  unseres  Krieges  ist,  in  der  Welt  einen
schrhundertelangen  Frieden  zu  Ichassen  und  dem  Ban-—.



Krieges  stark  gesteigert  worden  ist,  fast  den  ganzen  Bedarf
Schwesel  decken.  Außerdem  sind  die  Verfahren  zur
Herstellung  von  Schwefel  und  Schwefelsäure  aus  Gips
technisch  gerprobt  und  2  Monaten  im  Betrieb.  Ein
Mangel  an  Schwesel  und  Sszweselläure=  besteht  beshalb
in  Deutschland  weder  für  die  bauernd  erbeblich  sich
steigernde  Munitionsfertigung  noch  für  bie  Herskellung
von  Euperphosphat  oder  anderen  Düngemikkeln.  Im
Gegenteil,  es  werden  noch  erhebliche  Mengen  Sch
säure  an  das  neutrale  Ausland  abgegeben.  Deutschlanb
at  sich  also  auch  auf  biesem  Gecher  volllommen  unabbängig
  von  der  *  Einjabt  a  aus  dem  Auslar  gemacht.

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