Nur  die  mit  einem  “  bezeichneten  Abschnitte  sind  zum  Abdrucke  freigegeben.

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bas  Hgl.  Fabrikationsbüro  in  Spandau,
seine  Aufgaben  und  seine  Stellung.
Von  Kal.  Baurat  Haier,  Spandau.

Das  Kal.  Fabrikatlonsbüro  wurde  durch  Verfügung
des  Krlegoamtee  geschaffen  zur  Bearbeikung  des  sämtlichen
vom  Wumba  beschafften  Heeresgerätes  einschließlich  Munition
  in  Dezug  auf  Massenfertigung  und  zur  Behandlung
aller  damit  zusammenhängenden  technischen  Fragen.

Die  Mittel  zur  Erfüllung  seiner  Ausgaben  sind:

1.  Herstellung  zweckentspiichend  ausgeführter  Werkstattzeichnungen.



2.  Ein  sorgfältig  durchgearbeitetes  Toleranzlystem,
durch  welches  vie  Genauigkeilsgrade  aller  Teile,  die
ineinand.r  hsen  nülssen,  in  Grenzmaßen  festgelegt
sind.

3.  Aufstellung  eingehend  durchgearbeiteter  Normalien.

4.  Umfassende  Vorbereilung  aller  sonstigen  für  bie
Massenfertigung  in  Frage  kommenden  Maßnah---men,
  wie  Festlegung  der  Arbeitsgänge  für  jeden
einzelnen  Teil,  der  dazu  ersorderlichen  Werkzeuge,
Aufspannvorrichtun  gen,  Lehren  usw.

Gestaltung  der  Abnahmevorschriften  so,  daß  sie
den  Bedingungen  der  Massenserligung  in  richtiger
Weise  Rechnung  tragen.  "

Die  folgerichtige  Verwendung  dieser  Mittel  gestattet
es,  anstelle  hochwertige  Kacharbeiter  in  weitestem  Maße
Gebrauch  von  ungeiernten  und  nicht  besonbers  vorgedilbeten.
  Arbeitskräften  zu  machen.  Allerdings  bedarf  es
dazu  sehr  umfangreicher  und  sorgfältig  durchzuführender
Vorberestungsarbeiten,  für  welche  zwar  ebenfalls  Fac#-ardeiter
  notwendig  sind,  aber  in  der  Hauptsache  nur  einmal
  vor  Aufnahme  der  Fabrikation,  während  dieser
laufend,  sedoch  nur  in  verhältnismäßig  geringem  Umfang.

Besonders  wichtig  ist  außerdem,  daß  biele  Vorderestungen
  beim  Heeresgerät  bereits  im  Frieden  getroffen
werden  können.

Zur  Festlegung  der  Passungstoleranzen  bedarf  es  zunächs.
  sorgfältiger  Messungen  an  früheren  Ausführungen,
die  allen  Ansprüchen  genügen  oder  bei  Neukonstruktionen
an  entsprechenden  Probeausführungen.  Die  Schoffung
dieser  Toleranzen  läßt  alsdann  die  Fertigung  mit  Grenzmaßen
  zu,  so  daß  auch  Teile,  die  mit  Spiel  ineinandergreifen
  müssen,  maschinenfertig  hergestellt  werden  können,

ohne  daß  erst  langwierige  Paßarbeit  notwendig  ist,  deren
Ausführung  weilgehende  und  nur  burch  lange  Uebung  zu
erzielende  Erfahrung  zur  Vorausse  ung  hat.

Jn  ähnlicher  Weise  wird  gelernte  Arbeit  durch  die
Verwendung  von  Ausspannvorrichtungen  vermieden,  die
außerdem  das  sonst  notwendige  Anreiszen  der  Werkstücke
überflüssig  machen,  jedoch  gleichsalls  einer  sehr  sorgfältigen
Durcharbeitung  bedürsen.

Bei  der  Schaffung  von  Normalien  handelt  es  sich
nicht  nur  darum,  für  die  auf  den  verschiedensten  Gebieten
gebrauchten  Konstruktionen  Normaltypen  festzulegen,  sondern
  vor  allem  darum,  fü#r  dic  an  den  verschiedensten  Geräten
  sich  wiederholenden  Einzelteile  bestimmte  Formen
und  Größen  von  vornberein  vorzusehen.  Damit  ist  nicht
nur  die  Möglichkeit  gegeben,  Massenfertigung  in  hrößerem
Umfange  durchzuführen,  es  ergeben  sich  außerdem  weitgedende
  Vorteile  für  den  Nachschub  zum  Feldbheere  und  für
die  Entllastung  der  Industrie,  insbesondere  der  Werkzeugindustrie,
  die  bei  der  Verwendung  einheltlicher  Normalien
cbenfalls  viel  zwedmäßiger  ausgenutzt  werden  kann.  Zu
erinnern  ist  uur  an  die  Gewindefrage,  deren  Lösung,  salls
es  gelänge,  auf  diesem  Geblet  Ordnung  zu  schaffen,  eine
ganz  bedeutende  Entlastung  der  Werkzeugfabriken  zur:
Folge  hätte.  *

In  ähnlicher  Weise  verhölt  es  sich  mit  der  Vereinheitlichung
  der  Materialansorderungen.  Auch  hier  wird
sich  die  Belastung  der  erzeugenden  Werte  alend  einschränken
  lassen,  wenn  man  dem  Konstruttenr  iicht  gestattet,
  beliebige  Materialanforderungen  zu  stellen,  sondern
in  der  Weise  verfährt,  daß  unter  den  zur  Berfügung
stehenden  Sorten  jeweils  die  für  den  fraglichen  Zweck  geeignetste
  ausgesucht  wird.  ,-Hinsichtlich

  der  Frage  der  Moyssenserligung  insgesamt
ist  der  insbesondere  in  den  Kreisen  der  Heercsversorgung
noch  weit  verbreiteten  Meinung  entgegenzutreten,  daß  mit
dem  Begriff  der  Massenfertigung  auch  derienige  der  Verschlechterung
  verbunden  ist.  Massensertigung,  richtig
durchgeführt,  liefert  im  Gegenteil  mindestens  ebenso  genaue,
  vor  allem  aber  gleichmäßigere  Arbeit,  als  die  bei  der
früher  üblichen  Einzelpaßarbeit  erhältliche.  Die  Genauigkeit
  der  Ansführung  liegt  innerhalb  ganz  bestinmmter  Grenzen.
  Neben  umfassender  Austauschbarkeit  ist  dabei  sichere
Herstellung  gewährleistet,  trotzdem  die  Ferligung  in
weitestgehendem  Maßze  mit  ungelernten  oder  rasch  anzulernenden
  Arbeitskräften  und  für  zusammenpassende  Stücke