seitender  Grundsatz  zu  gelten  hat,  den  gestellten  Forderungen
  mit  den  einfachsten  Mitteln  gerecht  zu  werden.

Von  diesem  Gesichtspunkt  aus  ist  die  Durchdildung
jedes  Gegenstandes  planmäßig  unter  voller  Benutzung  der
auf  wissenschaftlicher  Grundlage  aufgebauten  Methoden,
der  modernen  Technik  in  innigster  Fühlung  mit  den  militärischen
  Stellen  vorzunehmen.  Das  entwickelte  Gerät  ist
glsdann  auf  die  Erfüllung  der  gestellten  Bedingungen  und
Peine  Leistungsfähigkeit  nach  jeder  Richtung  in  gemeinhamer
  Arbeit  des  Ingenieurs  mit  den  militärischen
Prüfungsbehörden  eingehend  zu  prüfen  und  erst,  wenn  es
allen  Anforderungen  entspricht  und  militärisch  in  vollem
Umfange  genügt,  zur  Fertigung  freizugeben.  Für  diese
endlich  sind  alle  Vorbereltungsarbeiten  in  der  geschilderten
Angehenden  Weise  einheitlich  so  zu  treffen,  daß  in  die
Vertigung  rasch  und  in  sicherster  Welse  auch  mit  ungelernten
  Kräften  eingetreten  werden  kann.

Der  Weg,  um  diesen  Aufgaben  gerecht  zu  werden,  sst
im  Fabo  beschritten  worden.  Will  man  das  Ziel  erreichen,
so  muß  sich  überall  die  Ueberzeugung  durchringen,  daß
dieser  Weg  weiter  zu  verfolgen  ist  und  die  seiner  Durchführung
  sich  entgegenstellenden  Widerstände  überwunden
werden  müssen.  Nur  wenn  in  Deutschland  die  Methoden
und  Erfahrungen  der  Technik  auch  bei  der  Aufstellung  ber
Unterlagen  für  die  Beschaffung  von  Heeresgerät  in  jeber
Weise  ausgenutzt  werden,  ist  zu  erwarten,  daß  wir  gegen
England  und  Amerika  in  Zukunft  unsere  Stellung  behaupten
  können.  Wenn  diese  Staaten  in  zwei  Jahren  imstanbe
waren,  uns  in  bezug  auf  Qualität  des  Heeresgerätes
gleichzukommen,  in  bezug  auf  Massen  aber  allgemein  weit
zu  übertreffen,  so  ist  anzunehmen,  daß  in  Zukunft  das  Verhältnis
  sich  noch  weit  ungünstiger  gestalten  wird,  falls
unsererseits  nicht  ausreichende  Vorsorge  in  planmäbiger
Arbeit  dagegen  getroffen  wird.

—a

—  —  «  ——  —  —  2  »  ....  .  -.  L-*

  Ausschluß  des  deutsch

chen  andels
vom  britisch-indischen  häuteges  häft.

Das  Ausfuhrgeschäft  für  Häute  und  Felle  aus
Fritisch-Indien  lag  vor  dem  Kriege  zum  größeren  Teil
zn  deutschen  Händen.
Werte  von  ungefähr  6  000  000  Pfund,  gegerbte  Häute  im
Werte  von  ungefähr  2  500  000  Pfund  ausgeführt  worden.
Oie  indische  Regierung  hat  nun  die  Bildung  einer  in
Er  #ncland  zu  gründenden  zentralen  Einkaufsgesellschaft
WEeather  Trade  Assoclation)  vorgeschlagen,  um  durch  diese
ben  füheren  beutschen  Einfluß  auf  das  britisch-indische
Hänutegeschäft  pöllig  auszuschlleßen.

neue  sapanische  dampferlinien.

Dse  sapanische  Schiffahrt  sucht  nach  Kräften  die  aus
ber  uhmlegung  der  europäischen  Seeschiffahrt  für  Japan
erwachsenen  Gelegenhei#ten  auszunutzen.  So  hat  die  „Osaka
Sbofen  Kaffha-  (Osaka  Handelsschiffahrt  A.-G.)  einen
neuen  Damnpferdienst  mit  Dampfern  von  je  6000  Tonnen
zwischen  Japan  und  Brasilsen  sowle  Argentinien  eingerichtet.
  Die  Schiffe  befördern  neben  der  Fracht  viel
Auswanderer  nach  Brasilien;  als  Rückfracht  kommen
Kaffee,  Holz  und  andere  brasilianische  Erzeugnisse  sowie
dauptächlich  argentinische  Bodenerzeugnisse  in  Betracht.
Die  Dampfer  legen  in  Wlablwostol,  den  chinesischen
Päfen,  Singapore,  Durban  und  Kapstadt  an.

Die  japanische  Textilindustrie.

Ueber  die  Entwicklung,  die  ble  lapanische  Textilndustrie
  während  und  infolge  des  Krleges  genommen  hat,
lel  aus  einem  im  schweizerischen  Handelsamtsblatt  ver-«
  Schten  Berichte  das  s  Solhene,  wiedergegeben:

Für  1914  sind  rohe  Häute  im

In  bemerkenswerter  Weise  hat  sich  die  Spinnerei-Inbdustrie

  in  Japan  entwickelt,  insbesondere  die  Herstellung

von  Baumwollgarn.  Im  Jahre  1916  sind  an  den  verschiedenen
  Garnsorten  im  ganzen  1  925  390  Ballen  erzeugt
  worden  gegen  1720  262  Ballen  im  Jahre  1915.  "

Zm  Lande  verbraucht  wurden  von  der  Gesamtproduk;
tion  935  735  Ballen,  während  497  149  Ballen  ausgeführt
und  311  774  Ballen  durch  bie  Hersteller  verwendet  wurden.
Bemerkenswert  ist,  daß  die  Ausfuhr  gegen  das  Jahr  1915
(576  891  Ballen)  zurückgegangen  ist,  und  zwar  deswegen,
weil  die  Preise  in  Japan  selbst  stark  in  die  Höbe.  gingen.

Auch  die  Entwicklung  der  Strumpf-  und  Strickwarenindustrie
  ist  erheblich.  Der  Direktor  einer  ber  gröbten
Unternehmungen  in  Osaka  teilte  mit,  daß,  während  bas  im
Jahre  1904  gegründete  Anternehmen  im  Jahre  1906  erst
füt  2  520  000  Ben  exportiert  hat,  der  Export  im  Jahre
1915  auf  12  300  000  Ven  und  im  Jahre  1916  (bis  Oktober)
  auf  22  340  000  Ven  gestiegen  ist.  Der  infolge  des
Krieges  eintretende  Mangel  an  deutschen  Waren  kam  dem
Internehmen  zugute.  Japanische  und  amerikanische  Waren
mußten  die  fehlenden  deutschen  ersetzen.  Die  Fabrik  mußte
Maschinen  importseren  und  Tag  und  Nacht  arbeiten,
um  den  namentlich  von  englischen  Hänblern  eingesandten
Nachfragen  gerecht  zu  werden.  Anfänglich  litt  die
Qualstät  der  Ware  unter  der  Einstellung  einer  großen

Anzahl  ungeübter  Arbeiter,  indessen  ist  nach  Mitteilung

des  Direktors  diesem  Mangel  abgeholfen.  Nach  seinen
Angaben  betrugen  die  japanischen  Probukte  in  den  letzten
Jahren  in  China  und  Indien  bereits  90  Prozent  des  Gesamthandels.
  Auch  für  die  Zeit  nach  dem  Kriege  ist  die
japanische  Industrie  voll  Zuversicht,  weil  die  Herstellungskosten
  infolge  der  billigen  Löhne  niedrig  sind  und  weil  bie
Fingergeschicklichkeit,  die  für  die  Industrie  von  Bedeutung
ist,  eine  besondere  Eigenschaft  der  sapanischen  Arbeiter  sei.

Ein  besonderes  Augenmerk  sel  darauf  gerichtet,  um  ben
Ausgang  minderwertiger  Ware  zu  verhindern.

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Druckr,  Anden  *  u.  Velags-wef  m.  5.  H.,  Verlinr  W.

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