n  „Kriegsamt.  Antlche  Mitteilungen  und  Nochrichten-2
  die  mit  einem  bezeichneten  Abschnitte  sind  zum  Abbruce  reigegeben.

Nr.  25.

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*  Gen  R  Bet  ssspahln  vom

Das  Kriegsamt  hat  im  Einverständuss  mit  dem
Reichsamt  des  Innern  eine  gewerbliche  Betriebszählung
angeordnet,  die  um  die  Zeit  des  15.  August  stattfinden  soll.
Vielen  erscheint  eine  solche  Erhebung  als  lästige  Slörung
in  einer  Zest,  welche  alle  Arbeitskräfte  ohnehin  aufs
äuhßerste  anspannt.  Aber  die  eiffernmäßige  Erfassung  des
deutschen  Gewerbefleißes  ist  eine  unaufschiebbare  Notwendigkeit
  für  unser  Gemeinwesen.  Die  neue  Statiftik  soll
ein  Bild  von  der  tiefen  Umgestaltung,  die  das  gewerbliche
Leben  in  Deutschland  während  des  Krieges  erfahren  hat,
geben.  Das  Kriegsamt  braucht  diese  Zahlen,  um  die  wirtschaftliche
  Kriegführung  erfolgreich  fortsetzen  zu  können.
Nicht  anbers  lassen  sich  Bahnen  auffinben,  auf  denen  blie
deutsche  Volkswirtschaft  in  die  Verhältnisse  bes  Friedens
ohne  zu  große  Reibungen  übergehen  kann.  Es  waren  also
schwerwiegende  Gründe,  aus  denen  der  Leiter  des  Kriegsamtes,
  Generalleutnant  Groener,  an  die  deutsche  Bevölkerung
  seinen  öffentlschen  Aufruf  zur  willigen  unb  opferfreudigen
  Mitarbeit  an  der  gewerblichen  Betriebszählung
gerichtet  hat.

Von  den  allgemesnen  deutschen  Betriebszählungen
der  Jahre  1882,  1895  und  1907  unterscheidet  sich  die  jetzige
Erhebung  daburch,  daß  sie  sich  auf  das  für  die  Kriegszeit,
die  Kriegs--  und  lebergangswirtschaft  durchaus  Notwendige
  beschränkt.

Die  Zählung  wendet  sich  an  das  Handwerk,  die
Industrie  mit  Einschluß  des  Hausgewerbes  und  der  Heimarbeit,
  die  Baugewerbe,  den  Bergbau,  die  Hütten  und
Salinen,  den  Groß-  und  Kleinhandel,  die  Gast-  und
Schankwirtschaften,  einschließlich  der  Fremdenheime,  die
Sanatorien  und  äbhnliche  Einrichtungen,  die  Erwerbszwecken
  dienen.  Ebenso  werden  die  Versicherungsgewerbe,
die  privaten  Verkehrsunternehmungen,  die  Tdeater--,
Musik-  und  Schaustellungsgewerbe  erfaßt.  Auch  die
Fischerei  und  die  Gärtnerei,  wenn  sie  nicht  ackermäßig
betrieben  wird,  gelken  als  Gewerbe.

Dagegen  sind  von  der  Zählung  die  sämtlichen  rein  landwirtschaftlichen
  Betriebe  ausgeschlossen  —  nur  die  damlt
verbundenen  Gewerbebetriebe  werden  festgestellt.  Krankenhäuser
  und  Lazarette,  die  überwiegend  Wohl
dienen,  bleiben  ebenso  unberücksichtigt  wie  dle  großen
öffentlichen  Anternehmungen  des  Eisenbahn-,  Post-,  Telegraphen-
  und  Fernsprechwesens;  nur  ihre  Werkstätten
unb  Fabriken  kommen  In  Betracht.

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fahrkszwecken

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Der  zu  beantworkende  Fragebogen  ist  in  eingehender
Beratung  erfahrener  Statistiker  mit  führenben  kännern
der  gewerblichen  Praxls  festgestellt  und  gegen  h  das  nüber
Übliche  Schema  so  vereinfacht  worden,  daß  ihn  jeber  Haus
gewerbetreibende  ebenso  wie  der  Großindustrielle  ohne
sonderliche  Schwierigkeiten  beantworten  kann.  An  Stelle
des  1907  nicht  glücklich  gewählten  Gewerbeformulars,  das
kleinen  Betrieben  eine  Erleichterung  schaffen  sollle,  ohne
dieses  Ziel  zu  erreichen,  erscheink  jetzt  ein  einheitlicher
Fragebogen,  der  nur  für  die  Großbetriebe  einige  Sonderfragene
  inschlleßt.

Ganz  fallen  gelassen  sind  die  Fragen  nach  den  Lehrlingen
  und  nach  der  in  der  stärksten  Betriebszeit  beschäsftigten
  Personenzahl.  Leber  die  Maschinenverwendung  verlangt
  man  von  den  Großbetrieben  eine  sehr  vereinsachte
Auskunft.  Im  Gegensatz  zu  den  früheren  Betrliebszählungen
  geht  dle  jetzige  von  der  Unternehmung  als  einer
Einheit  aus,  löst  also  kombinlerte  Betriebe  nicht  in  ihre
Teilbetriebe  auf.  Man  stellt  dem  Leiter  bes  Gesamtbetriebes
  nicht  mehr  die  ohnehin  natlonalötonomisch
bedenkliche  Zumutung,  sein  Personal  mühselig  auf  die  verschiebenen
  Zweiat  seines  Betriebes  zu  vertellen  und  für
jeden  Zweig  einen  besonderen  Fragebogen  auszufüllen;  auf
einem  Bogen  beschreibt  er  seinen  ganzen  Betrieb.  Nur
räumlich  gesonderte  Flliolbetriebe  schlen  es  auch  jeht  zweckmäßig
  gesondert  zu  behandeln.  Aber  dle  sie  zusammenkaslende
  Großunternehmung  wird  darum  nicht  aus  dem
schlleßlichen  Zahlenbild  verschwinden;  benn  man  wird  mit
Hilfe  der  Firmenbezelchnung  die  Fllialen  mit  dem  Hauptgeschäft
  bei  der  Aufbereitung  zu  vereinigen  in  der  Lage
sein.

Neu  ist  nur  die  Frage  nach  dem  Kohlenverbrauch  der
Großbekriebe,  neu  dlejenige  nach  dem  Militärverhältnis
der  Wehrpflichtigen,  ebenso  die  Gliederung  der  Ausländer
in  freie,  kriegsgefangene  und  internserte.

Mit  Rücksicht  auf  die  Vorarbelten  für  eine  künftige
Mobilmachung  der  milltärischen  und  wirtschaftlichen
Kräfte  mußte  eine  gegen  die  Zählung  von  1907  etwas
feinere  Gliederung  nach  Altersklassen  Platz  greifen.  Um
den  früheren  Normalzustand  und  die  seitdem  erfolgte  Umstellung
  der  Betriebe  zu  ermitteln,  borbert  man  gewisse  einfache
  Angaben  nicht  nur  für  den  Stschtag,  die  Stichwoche,
sondern  auch  für  die  letzte  Juni-  oder  Juliwoche  1914.

Im  Frieden  lag  die  Aufstellung  der  Tabellen  den
Statistischen  Landesämtern  ob;  jetzt  sollen  sämtliche  Ziffern
die  erste  Aufbereitung  in  der  Statistischen  Abteilung  des
Krlegsamtes  zu  Berlin  finden.  Denn  es  kommt  darau
an,  dem  Kriegsamt  die  für  seine  Aufgaben  wichtigsten