Ergebnisse  so  rasch  wie  irgend  möglich  zu  verschaffen.  Die
Verarbeikung  an  einer  Stelle  gewährt  auch  den  Vorzug
der  Einheitlichkeit  in  der  Gruppierung  der  Zahlen.  Es
unendlich  viele  Grenzfälle,  bei  deren  zeichnung
nach  demselben  Prinzip  verfahren  werden  muß,  wenn  nicht
schiefe  Bilder  entstehen  sollen.  Trotz  allen  Schriftwechsels
unter  den  Statistischen  Aemtern  war  früher  niemals  eine
ganz  einheitliche  Begriffsbildung  und  Einordnung  zu
erzielen.  Die  für  das  einzelne  Wirtschaftsgebiet  besonders
bedeutsamen  Gesichtspunkte  werden  darum  nicht  zu  kurz

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kommen.  Denn  es  sst  in  Aussicht  genommen,  daß  bei  der

Aufbereitung  Beauftragte  der  außerpreußischen  Kriegsministerien
  mitwirken  und  die  ausgefüllten  Fragebogen  zur
genaueren  wissenschaftlichen  Verarbeitung  den  Stakistischen
Aemtern  der  Einzelstaaten  und  Städte  auf  Wunsch  zugestellt
  werden.

Man  hat  die  Befürchtung  ausgesprochen,  daß  die
jetzige  Gewerbezählung  nicht  so  einwandfreie  Ergebnisse
Tiefern  könne  wie  bie  früheren,  weil  sie  der  Verknüpfung
mit  einer  gleichzeitigen  Volls-  unb  Berufszählung  entbehre.
  Es  sst  richtig,  daß  die  vo.adennBetriebe
leichter  aufzufinden  sind,
jeden  Haushalt  euszusuchen  hat.  Aber  es  wäre  nicht  angängig
  gewesen,  60—70  Millionen  Menschen  nur  deshalb
der  Zählung  zu  unterwerfen,  um  etwa  3  Millionen
Gewerbebetriebe  zu  ermitteln,  zumal  eine  allgemeine
Volks--  und  Berufszählung  vor  der  Errichtung  des  Kriegsamtes
  erst  im  Dezember  1916  auf  Anordnung  des
Bundesrats  stattgefunden  hat.  Aber  abgesehen  davon,
daß  in  den  Gemeinden  vielfach  amtliche  Listen  usw,  benutzt
werden  können,  hängt  die  Ermittelung  der  vorhandenen
Betriebe  ganz  und  gar  von  der  Sorgfalt  der  Zähler  ab.
Jeder  selbständige  Gewerbetreibende  macht  seinen  Betrieb
dußerlich  irgendwie  kennslich,  sei  es  auch  nur  durch  ein
Türschild.  Schrestet  der  Zähler  sein  Revier  vorher  ab,  so
wird  er  sich  einen  sehr  vollständigen  Ueberblick  über  die
Stellen  verschaffen  können,  denen  er  Zählpaplere  zu  geben
hat.  Nur  selbständige  städtische  Heimarbeiter  werden  jetzt
wie  früher  vielfach  sich  der  Wahrnehmung  entzlehen.

Nach  dem  allen  ist  zu  erwarten,  daß  die  aufzuwendende
  Mühe  nicht  vergeblich  sefn,  das  große  Werk  vielmehr
  Ergebnisse  zeitigen  wird,  welche,  mindestens  so  wertvoll
  wie  die  früher  erzielten,  unserem  gesamten  Wirtschaftsleben
  und  allen,  die  darin  tätig  sind,  zugute  kommen
werden.

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Rohstoferhehung  im  Wirtschaftsgebiet
der  Mittesmächte.

Die  Erfahrungen  des  Krieges  haben  gezeigt,  daß  die
Rohstoffversorgung  zur  Aufrechterhalkung  der  industriellen
Betriebstätigkeit  und  der  auf  ihr  fußenden  kriegstechnischen
  Leistungen  nur  durch  eine  planmäßige  Bewirtschafkung
  sichergestellt  werden  konnte.

Durch  das  Aufhören  der  Einfuhr  wären  zahlreiche

wenn  der  Zähler  schlechterdings

sich  in  den  Dienst  der  Kriegswirtschaft  stellende  Betriebe
zum  Erliegen  gekommen,  wenn  nicht  die  sogleich  nach  Ausbruch
  der  Feindseligkeiten  einsetzende  kriegswirtschaftliche
Organisation  die  Versorgung  der  Industrie  mit  Rohstoffen
in  seste  Hand  genommen  häkte.

Für  die  Rohstoffbewirtschaftung  kam  es  zunächst
darauf  an,  die  im  Lande  vorhandenen  Vorräte  zu  erfassen
und  durch  das  in  den  Kriegsnotwendigkesten  begründete
Verfügungsrecht  entscheidende  Bestimmungen  über  die
Verwendung  der  Rohstoffe  zu  treffen.  Weiterhin  steigerte
man  die  Förderung  der  im  Inlande  gewinnbaren  Nohstoffe,

  schuf  Ersatzmöglichkeiten  durch  Verwendung  von

Abfallstoffen  und  Rückwandlung  von  Fertigerzeugnissen
  in  Rohstoffe,  sowie  durch  die  Herstellung  von
Stoffen  auf  neuem,  zum  Teil  früher  unbekanntem  Wege.
Endlich  schränkte  man  durch  sorgfältige  Prüfung  der  Verwendungszwecke
  den  Verbrauch  der  Rohstoffe  auf  das
durch  die  zwingendste  Rotwendigkeit  gebotene  Maß  ein.

Dieser  mit  Erfolg  beschrittene  Weg  planmäßiger
Produktionssteigerung  unb  organisierter  Sparwirtschaft
konnte  nur  auf  genauer  Erkenntnis  der  Grundlagen  der
inländischen  Gewerbetätigkeit  aufgebaut  werden.  Hierzu
war  es  aber  erforderlich,  festzustellen,  unter  welchen  Voraussetzungen
  die  einzelnen  Industriezweige  in  Deutschland.
sich  entwickelt  haben,  welchen  Anteil  an  der  Nohstoffversorgung
  die  in=  und  ausländischen  Rohstoffe  haben,
insbesondere  in  welchem  Maße  die  deutsche  Industrie  im
Bezug  ihrer  notwendigsten  Rohstoffe  auf  bas  Ausland
angewiesen  ist,  und  welche  Verkehrswege  von  den  Rohstoffgewinnungsstätten
  zu  den  Anternehmungen  führen,  in
denen  die  Rohstoffe  weiterverarbeitet  werden.  Aus  bieser
Feststellung  ergab  sich  dann  die  weitere  Aufgabe,  die
Standortslage  der  einzelnen  Gewerbezweige  zu  bestimmen,
nach  Größe  und  Bedentung  der  einzelnen  Anternehmungen,
  die  sich  aus  der  Zahl  der  in  ihnen  beschäftigten
Arbeiter,  der  maschinellen  Kräfte,  der  Menge  und  dem
Wert  der  verbrauchten  Rohstoffe  und  ber  aus  ihnen  hergestellten
  Erzeugnisse  und  der  Höhe  der  investierten  Kapitalien
  berechnen  läßt.  Bes  den  vielseitigen  Verwendungsmöglichkelten
  der  Rohstoffe  mußte  der  Anteil  der  einzelnen
Gewerbezweige  an  der  Gesamtmenge  der  zur  Verfügung
stehenden  Rohstoffe  festgestellt  werden,  wobei  auf  die  zur
Verfügung  stehenden  Vorräte  und  ihre  fortlaufende  Ergänzung
  besondere  Aufmerksamkeit  verwandt  wurde.

Indem  nun  die  Verwendung  der  Rohstoffe  in  den  sie
weiterverarbeitenden  Industrien  vom  Augenblick  der  Gewinnung
  an  bis  zum  Uebergang  in  die  Hände  des  letztem
Verbrauchers  in  Form  bes  Enderzeugnisses  verfolgt  wurde,
ergab  sich  ein  genauer  Ueberblick  über  den  Gesamtaufbau
der  inländischen  Industrie.

Hieran  schließt  sich  folgegemäß  eine  Uebersicht  über
den  Absatz  der  Fertigerzeugnisse  hinsichtlich  ihrer  Gesamtmenge
  und  getrennt  nach  Absatzgebieten  auf  dem  inländischen
  Markte  und  dem  Weltmarkke  unker  Berücksichtigung
des  Wettbewerbes,  welchen  ausländssche  Industriestaaten
der  deutschen  Indusftrie  bereiten.