E  Kriegsamf.

fmtische  Mittellungen  und  Hachrichten

Mummer  27

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Termehrte  Heranziehung  der  Jungmannen
  durch  fürbeitsteilung  in  der
Landwirtschaft.

Kriegsminlisiterlum,  Krlegsamt.
stab  MK  27280“  8.  17.  K.  v.  10.  8.  17.
Kuszug.

Aus  einem  durch  die  Kriegswirtschaftsämter  allgemein
verbreiteten  Aufruf  an  die  deutschen  Landwirte  und  die
deutsche  Jungmannenschaft  wird  folgendes  hervorgehoben:

Wir  müssen  die  Erträge  unserer  Fluren  einbringen
unter  das  schützende  Dach,  und  alle  Arbeitskräfte,  je  nach
Maßgabe  der  Leistungsfähigkeit  jedes  einzelnen,  müssen
zusammengefaßt  und  verfügbar  gemacht  werden.

Eine  planmäßige  Arbeitsteilung  ist  bei  der  Industrie
und  bei  den  Behörden  erfolgt.  Es  gilt,  diese  Arbeitsteilung
durchzuführen  auch  in  unserer  Landwirtschaft.  Die  schwerere
Arbeit  muß  den  Gefangenen,  die  leichtere  und  schnell  erlernbare
  unserer  deutschen  Jungmannenschaft  zufallen,  die  sich
bereits  an  vielen  Orten  in  erfrenlicher  Zahl  zum  vaterländischen
  landwirtschaftlichen  Hilfsdienst  begeistert  zur  Verfügung.
  gestellt  hat.  Aber  viele  Tausende  von  ihnen  sind
noch  nicht  ausgenutzt  und  mit  jugendlichem  Eifer  und  in
froher  Erwartung,  daß  der  Ruf  zur  Tat  nun  auch  an  sie
ergehe.  harren  sie  des  Rufs  der  Landwirtschaft.  Daß  geradezu
  voll  befriedigende  Ergebnisse  erzielt  worden  sind,  begeugen
  die  Hilfeleistungen  der  rbeinischen  Jungmannenschaft,
  die  bereits  vielfach  schon  in  den  verflossenen  drei
Kriegsjahren  ihre  jugendliche  Kraft  erfolgreich  eingesetzt  hat.
Leicht,  wie  dem  Jungmann  vom  Lande,  wird  es  dem  Stadtlungmamn
  sicherlich  nicht  und  in  der  ersten  Woche  der  Arbeit
rinnt  der  Schweiß  in  Strömen  und  der  Körper  biegt  sich
unter  der  ungewohnten  Arbeit.  Die  in  dieser  ersten  Zeit
eintretende  größere  Ermüdung,  die  dem  landwirtschaftlichen
Berufsarbeiter  als  Schwäche  erscheinen  mag,  ist  nur  die
Folge  der  ungewohnten  Tätigkeit,  der  naturgemäße  Rücckschkag,
  der  nach  der  Zeit  des  Drückens  der  Schulbank  unbedingt
  eintreten  muß.  Aber  schon  in  der  zweiten  Woche
straffen  die  Muskeln  sich  und  der  Wille  ringt  siegreich  die
Müdigkeit  nieder.  Jetzt  merkt  der  Landmann  auch,  daß  die
Hilfe  zur  Tat  geworden  ist.  Wer  einen  Versuch  mit  Jungmannen
  bei  richtiger  Arbeitsteilung  gemacht  hat,  wird  es
dankbar  begrüßen,  wenn  er  sie  zur  Ernte-  und  Frühjahrsarbeit
  wieder  bekommen  kann.  Arbeitsteilung  ist  die  erste
Vorbedingung  zur  Ausnutzung  der  jugendlichen  Kraft.  Auch
die  Kinder  des  Landmannes  wachsen  erst  mit  den  Jahren
in  die  schwere  Arbeit  hinein.  Nicht  anders  darf  es  bei  den
städtischen  Jungmannen  erwartet  werden.  Jeder  Mann  an
seiner  richtigen  Stelle,  so  h

ck  te  heißt  es  überall  im  Geschäftsleben,
dann  wird  das  Ziel  erreicht.

Auch  die  folgenden  Jahre,  nach  dem  Frieden,  werden
noch  hohe  Anforderungen  an  unsere  Eigenerzeugung  stellen,
um  vom  Auslande  unabhängig  zu  bleiben  und  das  Geld  im
Lande  zu  behalten.  Der  Versuch,  uns  die  notwendigen

höchste  Aufgabe  erblicken.  Der  deutschen  J

—.  ——

Lebensmittel  auch  späterhin  zu  verteuern,  liegt  ja  doch  im
Ziele  unserer  Feinde,  in  ihrer  uns  angedrohten  wirtschaftlichen
  Absperrung.  Machen  wir  ihre  Pläne  für  immer  zuschanden,
  arbeiten  wir  weiter,  wie  wir  es  jetzt  unter  dem
Zwange  der  Verhältnisse  tun  müssen,  aus  freiem  Entschsuß,
in  kluger  Voraussicht,  zu  unserem  eigenen  Nutzen.

In  der  Erziehung  unserer  Jugend  müssen  wir  unsere
ugend  gehört  die
Zukunft!  Wodurch  können  wir  aber  dieses  Ziel  nur  restlos
erreichen?  Dazu  bedürfen  wir  in  erster  Linie  unserer
Lehrer.  Sie  müssen  selbst  sich  der  Aufgabe  unterziehen,  initzulernen
  mit  den  Schülern.  Die  Winterschuldirektoren,
Gartendirektoren  der  Städte  und  erfahrene  Landwirte
müssen  unseren  städtischen  Lehrern  und  Jungen  Unterricht
erteilen;  zunächst  wissenschaftlich  und  dann  auch  praktisch
bei  der  Arbeit  selbst.  Die  Lehrer  müssen  nicht  nur  die

Schüler  beaussichtigen,  sondern  sie  müssen  sie  auch  anleiten.

können.  Das  #r  eispiel  des  Lehrers  vermag  viel  und  bedeutet
  alles  für  das  Gelingen.

Schon  die  diesjährige  Kartoffel-  und  Rübenernte  gibt
die  beste  Gelegenheit  hierzu.  Ohne  jede  Kosten,  ohne  jede
Umstände  kann  der  praktische  Unterricht  erfolgen.  Auch  in
allen  Stadtgebieten  sind  die  Kartoffeln  zu  ernten,  die  die
Gemeinden  oder  die  Grundbesitzer  gepflanzt  haben.  Was
liegt  da  näher,  als  sich  bei  ihnen  zur  Hilfe  anzubieten  und
die  Jungen  sehen  zu  lassen,  wie  unter  der  welken  Staude
das  Bündel  der  Kartoffelknollen  geborgen  liegt,  und  wie
mit  leichtem  Handgriff  der  Spaten  die  nährende  Frucht
hebt.  Der  Junge  sieht  gleichzeitig,  daß  eine  Frucht  vielfache
Früchte  hervorgebracht  hat,  und  anderes  mehr.  Er  lernt  die
Arbeit  des  Landmannes  schätzen,  die  unausgesetzt  jahraus
jahrein  geleistet  werden  muß,  um  uns  unser  tägliches  Brot
zu  geben,  um  das  wir  heute  wohl  alle  recht  herzlich  bitten
lernten.  Für  diese  hohen  Ziele  sollten  wir  ruhig  an  einigen
Unterrichtstagen  die  erforderliche  Zeit  gewinnen.  Unsern
Lehrern  sollten  aber  mehr  als  bisher  die  Besuche  unserer
landwirtschaftlichen  Schulen  in  Sonderkursen  ermöglichk
werden.  Die  Erziehung  unserer  Jungen  zu  kördperlicher
Ertüchtigung  hat  während  des  Krieges  voll  eingesetzt;  mag

sie  auch  einsetzen  zur  Erkennung  der  Wichtigkeit,  die  eine

voll  ausgenutzte  Landwirtschaft  für  unser  Vaterland  bedeutet.
  Die  Eltern  aber  mögen  ihre  Bedenken,  daß  der
Junge  in  der  Schule  zurückbleiben  könnte,  fallen  lassen.  Die
Zeit  der  Landarbeit  wird  dem  Jungen  Körper,  Herz  und
Geist  stärken,  wird  ihn  reifer  und  aufnahmefähiger  machen
und  die  gekräftigte  Gesundheit  wird  die  verlorenen  Schulstunden
  reichlich  wieder  einbringen.  Die  Ernährung  auf
dem  Lande  ist  wohl  ausnahmslos  eine  bessere,  als  sie  in
der  Stadt  heute  möglich  ist.  Ein  Stück  Landbrot  ist  für  den

Jungen  heute  Kuchen.

Und  nun  die  Frage  der  Kleidung.  Was  schadet  es,
wenn  die  Hose  einen  Flicken  mehr  bekommt,  und  wenn  es
auch  nicht  einmal  von  demselben  Stoff  ist?  Der  Rock  leidet
ja  überhaupt  weniger,  denn  er  wird  bei  der  Arbeit  abgelegt.
Ein  gut  geflicktes  Hemd  kann  jeder  deutsche  Junge  sehen
lassen.  Es  ist  ein  schönes  Zeichen  deutschen  Mutter-  ur
Hausfrauenfleißes.  Wie  der  Soldat  heute  seinen  durch
Kugeln  und  Granaten,  durch  Stiche  und  beim  Kriechen  durch
Drahtverhaue  zerfetzten  Rock  geflickt  als  Ehrenkleid  trägt,
so  soll  die  deutsche  Jungmannenschaft  ihr  Arbeitskleid  in
Ehren  tragen,  unbekümmert  um  das  Gigerltum  vergangener
Tage,  das  heute  zum  Spott  werden  sollte.  «