Beilage  zum  „Kriegsamt.

rie

Amtliche  Mitteilungen  und  Nachrichk

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Nur  die  mit  einem  “  bezeschneten  Abschnitte  sind  zum  Abdru

Die  Leipziger  Herbstmesse.

Reben  der  ungeheuren  Krastentfaltung,  die  in  der
Versforgung  der  Wehrmacht  mit  Kriegsbedarf  aller  Art
dadurch  zum  Ausdruck  kommt,  daß  die  deutsche  Industrie
den  Hilssqeullen  der  ganzen  Welt  die  Spitze  bietet,  sind
es  hauptsächlich  zwei  Ereignisse,  die  mit  gewisser  Regelmäßigkeit
  die  Kunde  von  der  Wirtschaftsmacht  Deutschlands
  in  alle  Länder  hinauslragen:  die  Leipziger  Messen
und  die  deutschen  Kriegsanleiben.  !„2

Mit  einem  in  der  Presse  viel  beachteten  Erfolge  bat
Herbstmesse  soeben  abgeschlossen.  Mit

Recht  ist  auf  die  glänzende  Entwicklung  bingewiesen  wor-Nach

  .  -  “
usch  Zeit  ein  steter  Ausschwung,  der,  gemessen  an  der
Zahl  der  Aussteller  wie  der  Besucher,  jüngst  seinen  bisherigen
  Höhepunkt  erreichte.  Wer  das  Leben  #  ib  Treiben
in  den  Messestraßen,  das  Drängen  und  Stoßen  der  Besucher
  in  den  Meßpalästen  und  die  meist  sehr  zufriehenen
Mienen  der  Messeaussteller  beobachtete;  wer  mit  aufmerksamem
  Blick  die  Fülle  der  Waren  überblickte,  die  Deutschlond
  jetzt  nach  mehr  als  drei  Kriegsjahren  nicht  nur  für
den  beimischen  Bedarf,  sondern  auch  für  den  des  neu
tralen  Auslandes  zur  Verfügung  stellt,  wird  einen  storken
Eindruck  von  der  wirtschastlichen  Lesstungsfähigkeit  des
deutschen  Volkes  erhalten  haben.  Ließ  doch  ein  neutraler
Berichterstatter  sogar  die  Aeußerung  fallen:  Nichts
könnte  dem  Frieden  förderlicher  sein,  als  wenn  Deutschlands
  Feinde  die  Messe  hätten  besichtigen  önnen.
gn  der  Tat  ist  es  erftaunlich,  daß  die  deutsche  Industrie
  trotz  der  immer  gewachsenen  und  noch  wester  steigenden
  Schwierigkeiten,  die  aus  den  riesenhast  vermehrken
Ansprüchen  des  Heeresbedarfs  sich  naturnotwendig  ergaben,
  es  verstanden  hat,  im  wesentlichen  auf  allen
Warengebieten,  die  im  Frieden  auf  der  Messe  gezeigt
wurden,  auch  jetzt  noch  reiche  Musterlager  zur  Schau  zu
stellen.  Die  keramische  Industrie,  die  der  Metallwaren,
die  Beleuchtungsindustrie,  Spielwaren,  Bilonterien,  die
Popierindustrie  und  andere  waren  dabei  nicht  nur  der
Menge  nach  in  überraschendem  Amfange  vertreten,  ondern
  wiesen  gegenüber  den  Leistungen  einer  nicht  sernen
Vergangenheit  verschiebentlich  auch  eine  Veredelung
der  Formgebung  auf,  die  bei  dem  gegenwärtigen  Mange
an  Arbeitskräften  besondere  Anerkennung  verdient.  Eine
ganze  Anzahl  wichtiger  Warengruppen,  namentlich  der
Nahrungs=  und  Genußmittelindustrien,  der  Papiergewebe-Herstellung
  und  -Verarbeitung  sind  gerade  unter
dem  Einfluß  des  Krieges  neu  hinzugelommen.  Diese  Ersatzwaren,
  aber  auch  die  Materialänderungen,  zu  denen
vlele  der  bereits  an  den  Friedenomessen  beteiligten  Girmen
angesichts  der  Beschlagnahme  zahlreicher  Nohstoffe
greifen  mußten,  legen  Zeugnis  ab  von  den  tiefgehenden
Veränderungen,  die  der  Krieg  auch  den  Messen  aufgezwungen
  hat.  Es  ist  von  hoher  Bedeutung,  daß  das
Ausland  durch  die  Messe  einen  Einblick  in  diese  Rohstoffverschiebungen
  auf  dem  Gebiete  des  Friedensbedarfes  erhält.

  Daß  es  die  Ueberzeugung  gewinnt,  wie  unberechtigt
  vielsach  die  Vorurtelle  gegen  die  Ersatzstoffe  sind,  wie
deren  Anwendung  oft  sogar  einen  Fortschritt  gegenüber
der  bisherigen  Herstellungsweise  darstellt  und  jedenfalls
genugt,  um  auch  #enübeer.  boben  Ansprüchen  die  Aufrechterhaltung
  ber  Wirtschaftsbeziehungen  zu  ermöglichen.
Auch  im  Zusammenhang  mit  der  kommenden
Kriegsanleihe  betrachtet,  darf  der  günstige  Verlauf
der  Herbstmesse  als  ein  verheißungsvolles  Zeichen  begrüht
werden.  Die  rege  Nachfrage,  die  sich  auf  der  Messe  gerade
auch  für  zablreiche  Gegenstände  des  Luxusbedarfs  geäuhert
hat,  ist  ein  Jeichen  der  ktrotz  der  Krlegsopfer  ungemindert
gebliebenen,  in  einzelnen  Schichten  socar  gestelgerten
Kaufkraft  des  deutschen  Volkeg.  Erhallung  und  Stelgerung
  der  Kaufkraft  bedeutet  aber  das  Gleiche  für  die
Zahlungskraft  und  damit  die  finanzielle  Leistungsfähigkeit
überhaupt.  Es  darf  erwartet  werden,  daß  die  Teile  des
Volkes,  die,  wie  die  Meßabschlüsse  lehren,  in  der  Lage
sind,  heute  für  Luxusbedürfnisse  erhebliche  Werte  zu
opfern,  nicht  versagen  werben,  wenn  der  Ruf  des  Relsches
erneut  an  sie  ergeht.  Die  Messe  .r  aber  als  zurzeit  wichtigstes
  Mittel  des  Ausgleichs  von  Angebot  und  Nachfrage
in  Gegenständen  des  sogenannten  Friedensbebarfes  zu—
gleich  die  Grundlage  einer  erwünschten  Vertellung  reicher
Kriegsgewinne  einzelner  Kreise  auf  breitere  gewerbliche
Mittelschichten.  Auf  dem  Wege  über  die  Luxuswaren
und  die  für  diese  willig  gezahlten  hohen  Preise  fließt  ein
erheblicher  Strom  der  Kriegseinnahmen  zu  der  Masse  bes
Volkes  zurück.  Weite  opserwillige  Kreise  erhallen  so
durch  den  großen  Meßumsatz  die  Mittel,  sich  wiederum
an  der  Ankeihezeichnung  zu  beteiligen!  Schließlich  bildet
die  Messe  als  überzeugender  Beweis  für  die  Erhaltung  der
Leistungsfähigkeit  Deutschlanda  in  Gegenständen  des
Friedensbedarfes  eine  wichtige  Grundlage  der  Aufrechterhaltung
  der  Bezsehungen  zum  neutralen  Auslande.  Sie
ist  damit,  abgesehen  von  den  bedentsamen  Wirkungen  für
die  Gestalkung  der  deutschen  Baluta,  ein  wuchtsger  Gegenschlag
  gegen  alle  geinbiche  Bestrebungen  auf  dem  Gebiete
  des  Wirtschaftskrieges  auch  in  dem  Sinne,  daß  das
Verkrauen  der  Neutralen  zur  sinanziellen  Leistungsfähigkeit
Deutschlands  krotz  der  seindlichen  Anwürfe  erhalten  bleibt.
Gab  doch  gerade  die  Messe  den  zahlreichen  Neutralen  Gelegenheit,
  sich  davon  zu  überzeugen,  daß  die  glanzvollen
Anleiheergebnisse  nicht,  wie  die  Feinde  es  binstellen
möchten,  in  der  Luft  schweben,  sondern  aufgebaut  sind  auf
der  ungebrochenen  Wirtschaftskraft  des  deutschen  Volkes.

Der  Kriegsausschuß  für  Sammelund
  Helferdienst.

Fast  die  ganze  Welt  sted  gegen  uns  und  verschließt
uns  die  auswärtigen  Quellen  der  Rohstoffe  jeglicher  Art.
Dies  zwingt  uns,  im  eigenen  Lande  Umschau  nach  jedem
noch  irgendwie  verwendbaren  Gegenstande  zu  halten.
Wenn  wir  Abfallstoffe,  die  sonst  achtlos  umkommen  würden,
  nutzbringender  Verwerkung  zuführen,  so  schaffen  wir