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        <title>Preußische Kriegslieder in den Feldzügen 1756 und 1757.</title>
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            <idno>kriegslieder_1786</idno>
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        Preußische
Kriegslieder

in  den

Feldzügen  1756  und  1757.

Von

einem  Grenadier.

Mit  neuen  Melodien.

Neue  Auflage.

Berlin,  1786.

In  Commissfon  bei  Friebrich  Maurer.
        <pb n="2" />
        <pb n="3" />
        S##.  1  l

.  ’
Vorbericht.

D-  Welt  kennet  bereits  einen  Theil  von
diesen  Liedern;  und  die  feinern  Leser
baben  so  viel  Geschmack  daran  gesunden,  daß
ihnen  eine  vollständige  und  verbesserte  Samm,
lung  detselben,  ein  ansenehmes  Geschenk  seyn
muß.

Der  Verfasser  ist  ein  gemeiner  Soldat,
dem  eben  so  viel  Heldenmuth  als  poctisches
Geuie  zu  Theil  geworden.  Mehr  aber  unter
den  Wassene  aks  in  der  Schule  erzogen,  scheinet
  er  sich  eher  eine  eigene  Gattung  von  Ode
gzemacht,  als  in  dem  Geiste  irgend  einer  schon
bekannten  gedschtet  iu  haben.

Weniastens,  wenn  er  sich  ein  deutscher  Horaz
  in  merden  wünschet,  kanfer  nur  den  Ruhm
des  Römers,  als  ein  lyrischer  Dichter  über

A  2  haupt,
        <pb n="4" />
        w  Vorbericht.

haupt,  im  Sinne  haben.  Denn  die  charakteristischen
  Schönheiten  des  Horaz  setzen  den
feinsten  Hofmann  voraus;  und  wie  weit  ist
dieser  von  einem  ungekuͤnstelten  Krieger  unter,
schieden  7

Auch  mit  dem  Hindar  hat  es  weiter  nichtt
gemein,  als  das  anhaltende  Feuer,  und  die
Tiasar  der  Wortfügung.

Von  dem  einzigen  Tyrtaͤus  könnte  er  die
heroischen  Gesinnungen,  den  Geitz  nach  Gefah,
ren,  den  Stolz  für  das  Waterland  zu  sterben,
erlernet  haben,  wenn  sie  einem  Preussen  nicht
eben  so  natürlich  wären,  als  einem  Spartaner.

Und  dieser  Heroismus  ist  die  ganze  Begeisierung
  unsers  Dichters.  Es  ist  aber  eine  sehr
gehorsame  Begeisterung,  die  sich  nicht  durch
wilde  Sprünge  und  Ausschweifungen  zeigt,
sondern  die  wahre  Ordnung  der  Begebenhetten
zu  der  Ordnung  ihrer  Empfindungen  und  Bilder
  macht,

Alle
        <pb n="5" />
        Vorbericht.  v

Alle  scine  Bilder  find  erhaben,  und  alle
sein  Erhabnes  ist  naiv.  Von  dem  poetischen
Pompe  weiß  er  nichts;  und  prahlen  und  schimmern
  scheint  er,  weder  als  Dichter  noch  als
Soldat,  zu  wollen.

Sein  Flug  aber  hält  nicht  cinerley  Höhe.
Eben  der  Adler,  der  vor  in  die  Sonne  sah,
läßt  sich  nun  tief  herab,  auf  der  Erde  sein  Futter
  zu  suchen,  und  das  ohne  Beschäbigung  seiner
  Würde.  Antäus,  um  neue  Kräfte  zu
sammlen,  mußte  mit  dem  Fusse  den  Boden  berühren
  können.

Sein  Ton  überhaupk,  ist  erusthaft.  Nur
da  blieb  er  nicht  ernsthaft  —  —  wo  es  nie,
mand  bleiben  kan.  Denn  was  erweckt  das  Lachen
  unfehlbarer,  als  grosse  mächtige  Anstalten
mit  einer  kleinen,  kleinen  Wirkung?  Ich  rede
von  dem  drolligten  Gemählden  des  Roßbachischen
  Liedes.

2—  Seine
        <pb n="6" />
        vi  Vorbericht.

Seine  Sprache  ist  aͤlter,  als  die  Sprache
der  jetztlebenden  groͤssern  Welt  und  ihrer  Schriftsteller.
  Denn  der  Landmann,  der  Buͤrger,  der
Soldat  und  alle  die  niedrigern  Staͤnde,  die  wir
das  Volk  nennen,  bleiben  in  den  Feinheiten
der  Rede  immer,  wenigstens  ein  halb  Jahrhun,
dert,  zurück.

Auch  seine  Ark  zu  reimen,  und  jede  Zeile
mit  einer  männlichen  Sylbe  zu  schliessen,  ist
alt.  In  seinen  Liedern  aber  erhält  sie  noch  diesen
  Vorzug,  daß  man  in  dem  durchgängig
männlichen  Reime,  ctwas  dem  kurjen  Absetzen
der  kriegerischen  Trommete  ahnliches  zu  hören
glaubek.

Nach  diesen  Eigenschaften  also,  wenn  ich
unsern  Grenadier  ja  mit  Dichtern  aus  dem  Alterthume
  vergleichen  solte,  so  müßten  es  unsere
Barden  seyn.

Vos  quoque,  qui  fortes  animas  belloque

peremtas
Lau-
        <pb n="7" />
        Vorbericht.  *

Laudibus  in  longum  vates  dimittitis  ævum,
Plorima  fecuri  fudistis  carmina  Bardi  *).

Carl  der  grosse  hatte  ihre  Lieder,  so  viel  es
damals  noch  möglich  war,  gesammlek,  und  sie
waren  die  unschätzbarste  Zierde  seines  Büchersaals.
  Aber  woran  dachte  dieser  grosse  Beförderer
  der  Gelehrsamkeit,  als  er  alle  seine  Bücher,
  und  also  auch  diese  Lieder,  nach  seinem
Tode  an  den  Meistbiethenden  zu  verkaufen  befahl?
  konnte  ein  rämischer  Kaiser  der  Armuth
kein  ander  Vermächtniß  hinterlassen  )7  —
O  wenn  sie  noch  vorhanden  wären!  Welcher
Deutsche  würde  sich  nicht,  noch  zu  weit  meh,
rerm  darum  verstehen,  als  Hickes  ?  )
Ueber  die  Gesänge  der  nordischern  Skalden
  scheinet  ein  günftiger  Geschick  gewacht  zu

4  «  haben.

*)  Lucanus.

*#)  Eginhartus  in  vita  Caroli  M.  cap.  33.  Similiter
  et  de  libris  —  statuit,  ur  ab  his,  qui
eos  habere  vellent,  justo  prctio  redimerentur,
  prctiumque  in  paupcres  erogarctur.

Georg.  Hickescus  in  Grammatica  Franco-  Theodisca
        <pb n="8" />
        vm  Vorbericht.

haben.  Doch  die  Skalden  waren  die  Bruͤder
der  Barden;  und  was  von  jenen  wahr  ist,
muß  auch  von  diesen  gelten.  Beyde  folgten
ihren  Herzogen  und  Königen  in  den  Krieg,  und
waren  Augenzcugen  von  den  Thaten  ihres  Volks.
Gelbst  aus  der  Schlacht  blieben  sie  nicht;  die
tapfersten  und  aͤltesten  Kricger  schlossen  ein
Kreis  um  sic,  und  waren  verbunden  sie  überall
hinzubegleiten,  wo  sic  den  würdigsten  Stoff  ihrer
  künftigen  Lieder  vermutheten.  Sie  waren
Dichter  und  Geschichtschreiber  zugleich;  wahre
Dichter,  feurige  Geschichtschreiber.  Welcher
Held  von  ihnen  bemerkt  zu  werden  das  Glück
hatte,  dessen  Name  war  unsterblich;  so  unsterb-"
  lich

disca  c.  I.  O  utinam  jam  extaret  augusta
Caroli  M.  Bibliotheca,  in  qua  delicios  has

suas  repoluir  imperator!  O  quam  lubens,
quam  jucundus  ad  extremos  Caroli  imperii

  fines  proßcilcerer,  ad  legenda  antiqua
illa,  aut  barbars  carmina!
        <pb n="9" />
        Vorbericht.  R

lich,  als  die  Schande  des  Feindes,  den  sie  fliehen
  sahen.

Hat  man  sich  nun  in  den  kostbaren  Ueberbleibseln
  dieser  uralten  nordischen  Heldendichter,
wie  sie  uns  einige  dänische  Gelehrte  aufbehalten
  haben,  *)  umgeschen,  und  sich  mit  ihrem
Geiste  und  ihren  Absichten  bekannt  gemacht;
hat  man  zugleich  das  jängere  Geschlecht  von
Barden  aus  dem  schwöbischen  Zeitalter,  seiner
Aufmerksamkeit  werth  geschätzt,  und  ihre  naive
Sprache,  ihre  ursprünglich  deutsche  Denkungsart
  studirt:  so  ist  man  einigermassen  fähig,
über  unsern  neuen  preußischen  Barden  zu  urthcilen.
  Andere  Beurtheilcr,  besonders  wenn
sie  von  derjenigen  Classe  find,  welchen  die  fran,
zoͤssche  Pocsie  alles  in  allem  ist,  wolte  ich  wohl
für  ihn  verbeten  haben.

Noch  besitze  ich  ein  ganz  kleines  Lied  von
„ihm,  welches  in  der  Sammlung  keinen  Platz

A5  finden
*)  Andreas  Pelleins  und  Petrus  Septimus.
        <pb n="10" />
        x  Vorbericht.

finden  konnte:  ich  werde  wohl  thun,  wenn  ich
diesen  kurzen  Vorbericht  damit  bereichere.  Er
schrieb  mir  aus  dem  Lager  vor  Frag:  '  Die
*  Panduren  lägen  nahe  an  den  Werken  der
*  Stadt,  in  den  Hölen  der  Weinberge;  als  er  ei-Fnnen
  gesehen,  habe  er  nach  ihm  hingesungen:

Was  liegst  du,  nackender  Pandur!

Recht  wie  ein  Hund  im  Loch?

Und  weilest  deine  Zähne  nur?
Und  bellt  7  So  beisse  doch  !

Es  könnte  ein  Herausforderungslied  um  Zwenkampf

  mit  einem  Panduren  heissen.

Ich  hoffe  uͤbrigens,  daß  er  noch  nicht  das

letzte  Siegeslied  soll  gesungen  haben.  Zwar

falle  er  bald  oder  spaͤt;  seine  Grabschrift  ist

fertig:

Elui  d’ey  J###xaen  Enbaicso
draxkrog

Ka##  Msoss  39aroy  GJaen  zZ/8—
K

Bey
        <pb n="11" />
        Bey
Eroͤfnung  des  Feldzuges

1756.
        <pb n="12" />
        <pb n="13" />
        Bey
Erôfnung  des  Feldzuges
1  7  57.

K-  1  x  mein  Lied!  weil  alle  Welt

Keieg  will,  so  sen  es  Krieg  1
Berlin  sey  Sparta!  Meussens  Held
Gekrönt  mit  Ruhm  und  Sieg  !

Gern  will  ich  seine  Thaten  thun;
Die  keper  in  der  Hand,

Wenn  meine  blucgen  Wassen  ruhn,
Und  hangen  an  der  Wand.

Auch
        <pb n="14" />
        4  —  —

Auch  stimm  ich  hohen  Schlachtgesang
Mit  seinen  Helden  an,

Bey  Paucken  und  Krompeken  Klang,
Im  Luͤrm  von  Roß  und  Mann:

Un  Ktreit,  ein  taßfrer  Grenadier),
Von  Friedriche  Muth  erfüllt!
Was  acht  ich  es,  wenn  über  mie
Kanonendonner  brülne?

Ein  Held  fall  ich:noch  Ferbend  drobe
Mein  Säbel  in  der  Hand  !

Unsterblich  macht,  der  Helden  Tod,.
Der  Kod  fürs  Vaterland

Auch  koͤmmt  man  aus  der  Wele  davom,
Geschwinder  wie  der  Blitz;

Und  wer  ihn  stirbt,  bekomme  zum  Lohn,
Im  Himmel  hohen  Sitz

Wenn
        <pb n="15" />
        —e  5

Wenn  aber  ich,  als  solch  ein  Held,
Dir,  Mars,  nicht  sterben  soll,

Nicht  glänzen  soll  im  Sternenzelt:
So  leb'  ich  dem  Apoll!

So  werd  aus  Friedricho  Grenadier,
Dem  Schutz,  der  Ruhm  des  Staats:
So  lern  er  Teutscher  Sprache  Zier,
Und  werde  sein  Horaj.

Dann  singe  Gott  und  Friederich,
Nichts  kleiners,  stolzes  Lied!

Dem  Adler  gleich  erhebe  dich,
Der  in  die  Sonne  sieht!

—  —  mI-
        <pb n="16" />
        —  —  marcs  auiwos  in  Marcia  bella

Verlibus  cxracuo  —  —
        <pb n="17" />
        Siegeslied
nach.
der  Schlacht  bey  Lowositz,
den  iten  October  1756.
        <pb n="18" />
        <pb n="19" />
        S  —  —  2

G“  donnerte,  da  floh  der  Feind!
Singt,  Brüder,  singet  Gote!
Denn  Friederich,  der  Menschenfreund,
Hat  obgesiegt  mit  Gott.

Bey  Aubig  sahen  wie  den  Held;
Wie  seurig  brannten  wir,

Zu  stehn  mit  ihm  in  Siegesfeld;
Nun  stehen  wir  es  hier.

Er  ging,  mit  einer  kleinen  Schaar,
Den  Siegeseweg  voran!

Und  schlug,  wo  Feind  zu  schlagen  war,
Und  macht  uns  reine  Bahn!

Wir  hatten  Nacht,  er  aber  nicht.
Du,  hoher  Paschkopoll  !

Sahst  ihn,  im  Helden  Angesscht,
Den  Mars,  und  den  Apoll  L

Ba

Auf
        <pb n="20" />
        10  v

Auf  einer  Trommel  saß  der  Held,
und  dachte  seine  Schlacht,
Den  Himmel  über  sich  zum  Zelt,
Und  um  sich  her  die  Nacht.

Er  dachke:  Zwar  sind  ihrer  viel,
Fast  billig  ist  ihr  Spott!
'Miein  wär  ’  ihrer  noch  so  viel,

*  So  schlag  ich  sie  mie  Gott  1.

Des  dacht  er,  sabe  Morgenroth,
Verlangen  im  Gesicht!

Der  gute  Morgen,  den  er  both,
Wie  munter  war  er  nicht

Soper#ang  auf  von  seinem  Heldensiz
Sprach:  “  Eh  noch  Sonne  scheinte,

*  Kommrt,  Helden  1  binter  Lowofit,
Zu  sehen  meinen  Feind!

De
        <pb n="21" />
        —es

11

D,  kamen,  Wilhelm,  Bevern,  Reith,

(Lund  Braunschweigs  Ferdinand!
Wier  grofse  Helden,  weit  und  breit
Durch  ihren  Muth  bekannt.

Auch  drangen  andre  Helden  sich
Den  grossen  Helden  nach,  "
Zu  stehen  neben  Friederich,

Zu  horchen,  was  er  sprach!

Freo,  wie  ein  Gott,  von  Furcht  und  Graus,
Voll  meuschlichen  Gefühls,

Steht  er,  und  theilt  die  Rollen  aus

Des  grossen  Trauerspiels!

Dort,  spricht  er,  stehe  Reuteren,
Hier  Fußvoll  —  Mles  steht

In  grosser  Ordnung,  schreckenfrey,
Indem  die  Sonn'  ausgeht.

B  3

G#
        <pb n="22" />
        12  —#e

S.  stand,  als  Gott  der  Here  erschuf,
Das  Heer  der  Sterne  da;

Gehorsam  stand  es  seinem  Ruf

In  grosser  Ordnung  da!

Die  Sonne  trat  mit  Riesenschritt,
Auf  ihrer  Himmelsbahn
Hervor,  daß  wir  mit  ihrem  Tritt

Auf  einmal  vor  uns  sahn;

Ein  unaufhoͤrlich  Kriegeeheer,
Hoch  uͤber  Berg  und  Thal,
Panduren,  wie  der  Sand  am  Meer,

Kanonen  ohne  Zahl!

Und  stutzten,  Helden  wehl  erlaubt,
Nur  einen  Augenblick;

Ein  haarbreit  schlugen  wir  das  Haupt,
Doch  keinen  Fuß  zurück

Dens
        <pb n="23" />
        13

Denn  alsobald  gedachten  wir
An  Gott  und  Vaterland;
Stracks  war  Soldat  und  Offleier
Vol  Loͤwenmuth,  und  Kand,

Und  nähene  dem  Feinde  sich,
Mit  gleichem  grossen  Schritt.
Halt!  fagte  Känig  Friederich,
Hale  !  da  war  es  ein  Tritt.

Er  stand,  besah  den  Feind  und  sprach,
Was  zu  verrichten  sey:

Wie  Goktes  Donnerwekter  brach
Hervor  die  Reuterey.

Ho:  sagte  Roß  und  Mann  zugleich,
Flog  mit  Geprassel,  ließ

Land  hinter  sich,  bis  Streich  auf  Streich,
Auf  Panzer  Panzer  stieß!

B  4  Zu
        <pb n="24" />
        14  —  ——

Zu  muthig  jagte  sie,  zu  weit,

Den  zweymal  fluͤchtgen  Feind,

Der  mehr  durch  Trug,  als  Tapfertzit,
Uns  zu  bezwingen  meint.

Denn  „ihrer  Hitze  viel  zu  früh,
Hemmt  ihres  Schwerdts  Ecwalt
Kartetschenfeuer  unter  sie,

Aus  tüuckschem  Hinterhalt  !

Wie  boshaft  freut  der  Ungar  sich,
Dem  List,  nicht  Muth,  gelung!
Sie  flicht  zurück,  und  Friedcrich
Halt  ihre  Musterung.  «

Ha!  Vater  Bevern!  riefen  wir:
Uns,  uns  Patronen  her!

Denn  deinem  armen  Grenadier

Ist  schon  die  Tasche  leet.

Weun
        <pb n="25" />
        15

Wenn  er  nicht  Pulver  wieder  hat,
Eo  hat  er  hier  sein  Grab!“

Die  Hunde  regnen  Kugelsaar

Von  ihrem  Thurm  herab!

Stuͤrit,  sprach  er,  sie  von  ihrem  Thurm
Mit  Bajonet  herab!

Wir  thaten  es,  wir  liesen  Stutm,

Wir  fürzten  sie  herab.

Wir  rissen  Mauren  ein,  Pandur!
Erstiegen  deinen  Schutz!

Und  boken,  Tiger  ven  Nakur,

Die  in  die  Nase  Trutz!

Du  liesest,  was  man  lausen  kan;
Du  sprungest  in  die  Stadt!

Wir  riesen:  *  Mes  hinter  an,

*  Was  Herz  im  keibe  hat  :

B5  Der
        <pb n="26" />
        16  S—

Der  kapfre  Wilhelm  aber  nahm,
Und  führte  bey  der  Hand,

Dich,  Müller  !  an,  und  ploͤtzlich  kam
Pandur  und  Stadt  in  Brand,

li  Brüder,  Braun,  der  Kluge,  wich,
Voll  Helden  Eifersucht;

(ieß  uns  und  unserm  Friederich

Das  Schlachtseld,  nahm  die  Flucht.

Wer  aber  hat  durch  seine  Macht

Dich,  Braun!  und  dich,  Pandur!
In  Angst  gesetzt,  in  Flucht  gebrache  ?2
Gott,  der  auf  Wolken  fuhr  !

Sein  Donner  zürnte  deinen  Krieg,
Bis  spät  in  schwarze  Nacht.

Wir  aber  fingen  unsern  Sieg,

und  preisen  seine  Macht!
        <pb n="27" />
        Schlachtgesang

bey
Eröfnung  des  Feldzuges

1  7  77.
        <pb n="28" />
        <pb n="29" />
        2
!——  "  s7•  %  —

Schlachtgesang
bey  Eröfnung  des  Feld  zuges
1.7  7  7v.

A“  1  Brüder,  Sriedrich,  unsee  Held,
Der  Feind  von  fauler  Frit,

Rust  uns  nun  wieder  in  das  Feld,

Wo  Nuhm  uu  hohlen  ist.

Was  soll,  o  Tolpatsch  und  Mondur,
Was  soll  die  troͤge  Rast?

Auf,  und  erfahre,  daß  du  nur

Den  Cod  verspätet  hast.

Aus
        <pb n="30" />
        20  —

Aus  deinem  Schädel  trinken  wir
Bald  deinen  sassen  Wein,

Du  Ungar!  Unser  Erldpanier
Soll  solche  Flasche  seon.

Dein  starkes  Heer  ist  unser  Spett,
Ist  unsrer  Wasten  Spiel;
Denn  was  kann  wider  unsern  Gott,
Theresia  und  Brühl?

Wes  belsen  Waffen  und  Geschüs
Im  ungerechten-  Kricg?7
Gott  donnerte  bey  Lowofitz,

Und  unser  war  der  Sieg

Und  bör  uns  in  der  echten  Schlacht
Franzos  und  Russe  Trus;

So  lachten  wie  doch  ihrer  Macht:
Denn  Gott  ist  unser  Schutz.
        <pb n="31" />
        Schlachtgesang

vor

der  Schlacht  bey  Prag,
den  6ten  May  1757.
        <pb n="32" />
        <pb n="33" />
        W.  kannst  du?  KTolpatsch  und  Pandur,

Soldat  und  Offieier!
Was  kannst  du?  Fliehen  kannst  du  nur:
Und  siegen  kéunen  wir.

Wir  kommen;  zittre!  Deinen  Tod
VPerkündigt  Noß  und  Mann

Wir  kommen,  unser  Siegesgott,
Held  Friedrich,  ist  voran!

Auch  ist  mit  seiner  Heldenschaar,
Der  Held  Schwerin  nicht  fern,
Wir  sehen  ihn;  Sein  graues  Haatr
Elänzt  uns,  als  wie  ein  Stern!

Wo  hilft  es,  Feind,  daß  gros  Geschüs
Steht  um  dich  her  gepflanzt?

Was  bilst  es,  daß  mit  Kunst  und  Wig
Dein  lager  steht  umschanzt  ?

C

Gehor-
        <pb n="34" />
        24  ——

Gehorsam  feurigem  Verstand

Und  alter  Weisheit  nun,

Stehn  wir,  die  Waffen  in  der  Hand,
Und  wollen  Thaten  thun.

Um  wollen  krotzen  deiner  Macht,
Auf  hohem  Felsensitz,

Und  deinem  Streich,  uns  zugedacht,
Und  deinem  Kriegeswig.

Und  deinem  Stolz  und  deinem  Spott;
Denn  diesen  boͤsen  Krieg

Hast  du  geboren:  drum  ist  Gott

Mit  uns,  und  gibt  uns  Sieg!

Und  ust  uns  herrlichen  Gesang
Anstimmen  nach  der  Schlacht.

Schweig  Leyer!  Hört  Krompetenklang!
Still,  Brüder  !  geber  acht!
        <pb n="35" />
        Siegeslied
nach
der  Schlacht  bey  Prag,

den  Oten  May  1757.

C  2
        <pb n="36" />
        <pb n="37" />
        Siegeslied
nach  der  Schlacht  bey  Prag,

den  ten  May.  1751.

Vrr  1  mit  uns  ist  Gott,
Der  stolze  Feind  liegt  da
Er  liegt,  gerecht  ist  unser  Gott,
Er  liegt,  Victoria!

Zuwat  unser  Vater  is  nicht  mehr,
Jedoch  er  starb  ein  Held

Und  siehe  nun  unser  Siegcsheer,
Vom  hohen  Steinenzelt.

E.  ging  voran,  der  edle  Greis  !
Voll  Gott  und  Paterland.
Sein  alter  Kopf  war  kaum  so  weiß,

Als  tapfer  seine  Hand.

C;  Mit
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        Mit  jugendlicher  Heldenkraft
Ergriff  sie  eine  Fahn,

Hirlt  sie  empor  an  ihrem  Schaft,
Daß  wir  sie  alle  sahn.;

Und  sagte:  Kinder,  Berg  hinan,
Auf  Schanzen  und  Geschütz
Wir  solgten  alle,  Mann  vor  Mann,
Geschwinder  wie  der  Blitz.

Ach!  ober  unser  Pater  fiel,

Die  Fahne  sank  auf  ihn.

Ha!  welch  glorreiches  Lebensziel,
Gluͤckseliger  Schwerin!

Dein  Kriederich  hat  dich  beweint,
Indem  er  uns  gebot;

Wir  aber  stürzten  in  den  Feind,

Zu  rächen  deinen  Tod.
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        em—  29

Du,  Heinrich  „  warest  ein  Soldat,
Du  sochtest  Königlich  !

Wir  sahen  alle,  That  vor  That,

Du  junger  Loͤw',  auf  dich  ?

D.-  Pommer  und  der  Märker  stritt

Mit  rechtem  Christen  Muth:

Roth  ward  sein  Schwerdt,  auf  jeden  Schritt
Floß  dick  Pandurenblur.

Aus  sieben  Schanzen  jagten  wir
Die  Mützen  von  dem  Baͤr.

Da,  Sriedrich,  ging  dein  Grenadiet
Auf  Leichen  hoch  einher.

Dech,  in  dem  moͤrderischen  Kampf,
Gott,  Vaterland,  und  dich,

Sah,  tief  in  schwarzein  Rauch  und  Dampf,
Dich,  seinen  Kriederich

C  4  Und
        <pb n="40" />
        30  e.

Und  zitterte,  ward  feuerroth,
Im  kriegrischen  Gesicht,

(Er  zitterte  vor  Deinem  Tod,
Vor  seinem  aber  nicht.  )

Verachtete  die  Augelstar,

Der  Stuͤcle  Donnerton,

Strikt  wütender,  that  Heldenthat,
Bis  Deine  Feinde  flohn.

Nun  dankt  Er  Gote  se  seine  Mach-Und
  singt:  Bickoria!

Und  alles  Blut  aus  dieses  Schlacht
Fließt  nach  Theresta.

Und  weigert  sich  auf  diesen  Kag,
Den  Erieden  vorzujiehn;

So  stürme,  Friedrich,  erst  ihr  Prag,
Und  dann  führ  uns  nach  Wien.

—
        <pb n="41" />
        Schlachtgesang

dem  Treffen  bey  Collin,

den  #8ten  Junins  1777.
        <pb n="42" />
        <pb n="43" />
        F.  ..  t

6

*
*  —W
—  .  *
**  2————
5*  *

Schlachtgesang
vor
dem  Treffen  bey  Collin,
den  i8ten  Junius
1777.

S'  wie  sie,  die  Geschlagene,

Noch  trotzig  Rache  glühn  !
Da  stehn!  nicht  zittern,  denken:  Geh,
Geh,  Preusse  !  doch  nach  Wien.

Auf
        <pb n="44" />
        34  —es-Auf

  hohen  Felsen  stehen  sie,

In  ihrem  Mdlernest,
Hohnlachend;  Irüder,  seher  sie,
Sie  träumen  Siegesfest.

Sie  wollen  hunderttausend  Mann,
Uns  überwinden;  Hat
Auf,  Friedrich,  auf!  Mit  uns  hinon!

Mit  uns,  Victoria  #
        <pb n="45" />
        Lied
nach  der  Schlacht  bey  Collin,
den  18ten  Junius  1757.
        <pb n="46" />
        <pb n="47" />
        Lied
nach
der  Schlache  bey  Collin,
den  18ten  Junius
1777.

urück,  rief  Pater  Friederich,
3  Zuruͤck,  rief  er,  zurück  7
Nachdenkend  dacht  er  schon  bey  sich:
Gott  gibe  dem  Feinde  Gläck.
        <pb n="48" />
        Wir  aber  stuͤrmten  noch  das  Neh,
Wir  wollten  noch  hinan!

Wir  kletterten,  wir  hielten  sest

Uns  aneinander  an.

Und  sagten  dem,  der  oben  stand:
Wie  kommen  wir  herauf?

Und  schlugen  tapfer  Hand  in  Hand,
Und  halfen  uns  hinauf.

Da  stuͤrite  von  Kartetschensaat
Getroffen,  eine  Schaar

Von  Helden,  ohne  Heldenthat,
Die  halb  schon  oben  war!

Des  sahe  Friedrich.  Himmel!  Ach!
Wie  blutete  Sein  Herz  ?

Wie  stand,  bey  mitleidsvollem  Ach,
Sein  Auge  himmelwärts!
        <pb n="49" />
        39

W#  für  sanftmuͤthge  Blicke  gad
Sein  Heldenangesiche  1

Laßt,  rief  er,  Kinder,  laßt  doch  ab!
Mit  uns  ist  Gote  heut  nicht.

D.  liessen  wir  den  bleden  Feind
In  seinem  Felsennek.

Nun  jubele  er  3.  Menschenfreund!
Nun  hat  er  Sjegesfest.

Wie  er  aber?  Beüder,  sagt!
Er  kann  ja  nicht,  fürwahr  !

Denn  haben  wir  ihn  nicht  gejagt,
So  weit  zu  jagen  war  ?

Wir  stritten,  nicht  mit  Roß  und  Mann,
Mit  Felsen  stritten  wir.
Hier,  Heldenbrüder,  bind  er  an.

Hier,  Brüder,  sieg  er!  hier!

D  Du
        <pb n="50" />
        40  ee-—

D-  Leind!  herab  in  grünes  Feld,
Und  weise  freye  Brust,

Und  streit  und  sieg  und  stirb  ein  Held#
Hier  ist  zu  sterben  kust!

Acein  der  blöde  wagt  sich  niche,

Wir  mögen  lange  stehn

und  auf  ihn  warten.  Friedrich  spricht:
Geht  Binder  Laßt  uns  gehn.
        <pb n="51" />
        Herausfordrungslied

vor
der  Schlacht  bey  Roßbach,

am  aten  November  1757.
        <pb n="52" />
        <pb n="53" />
        —————————————————
——  ...
4½Et..—

s—————.—.————————————————

!l

Herausfordrungslied
vor
der  Schlacht  bey  Roßbach,
am  4ten  November
1777.

eraus,  aus  deiner  Wolsetgrust,
Furchtbares  Heldenheer,
Heraus  zum  Steit  in  frische  kuft,
Mit  Muth  und  Schlachtgewehr!

Dz  Wir
        <pb n="54" />
        4  —

Wir  kleiner  Haufe  wachen  schen,
Und  singen  Schlachtgesang,

Und  wecken  dich  mit  Kriegeston,
Mit  Laͤrm  und  Waffenklang.

Wes  schlummetst  du?  Die  tröge  Nal-Schickt
  die  fuͤr  Helden  sich?
Wenn  du  gerechte  Sache  bast,
Worum  verkriechst  du  dich?
        <pb n="55" />
        Siegeslied
nach
der  Schlacht  bey  Roßbach,

am  zten  Rovember  1757.
        <pb n="56" />
        <pb n="57" />
        ————“ttt

rschalle,  hohes  Siegeslied,
Erschalle  weit  umher!
Daß  dich  der  Feind,  wohin  er  lieht,
Vernehme  hinter  her.

Den,  welcher  nasern  Untergang
In  boͤsem  Herzen  trug,

Den  schlage,  muthiger  Gesang,
Wie  Sriederich  ihn  schlug!

Se,  wie  ein  junger  o5we  liegt,
Und  laurt  auf  seinen  Feind,

Der  stolz  ist,  in  Gedanken  slegt,
Ihn  leicht  zu  zwingen  meint;

So,  tapsce  Bruͤder!  lagen  wir,
Wir  kleiner  Hauf  im  Khal.

Der  Abend  kam,  da  schliesen  wir,
Nach  langem  Marsch  einmal  !

Ds

Frills.

8  ñ  .

Vom
        <pb n="58" />
        48  —e—

Vom  Pulverdonner  eingewiegt.
Und  von  der  Wafen  Last

Ermüdee,  schliesen,  wix  vergnügt,
Und  hatten  gute  Rast.

Nur  Friedrich  welcher  immer  wacht,
Nur  unser  Held  durchritt,
Voll  Anstalt  zu  der  nahen  Schlacht,
Die  Felder,  Schritt  vor  Schritt.

Vem  Sternenvolsen  Himmel  sahn
Schwerin  und  Winterfeld,
Bewundernd  den  gemachten  Plan,
Gedankenvos  den  Held!

Gott  aber  wog  bey  Sternenklang
Der  beyden  Heere  Krieg,

Er  wog,  und  Preussens  Schaale  sank,
Und  Oestreichs  Schaale  stieg.
        <pb n="59" />
        ——  40
Der  Neid,  der  neben  Chronen  sitzt
Im  ungetreuen  Wien,
Knirscht  mit  den  Zähnen,  Rache  blirt
Aus  Augen,  welche  glähn;

Der  hatte  wider  Deine  Macht
Und  Weisheit,  Friederich!
Der  Erde  Fürsten  aufgebracht,
Gote  aber  blieb  für  Dich.

Nun  moͤgen  sie  bey  ihrem  Krieg
Verrathen  im  Gesicht:
Der  Himmel  gebe  solchen  Sieg
Dem  Ungerechten  nicht.

Der  grosse  Morgen  brach  hervor,
Und  brachte  grossen  Tag,

Den  Morgengruß  in  uͤnser  Ohr
Trug  mancher  Donnerschlag.
        <pb n="60" />
        50  —

Wie  ober  hoͤrten  kaum  darauf,
Wir  dachten  keinen  Tod;

Wir  stunden  ausgeruhet  auf,

Und  kochten  Morgenbrod.

Die  Feinde  kommen,  sagte  man,
Wir  aber  blieben  still,

Wir  sahn  sie  kommen,  nah  daran,
Wir  aber  blieben  still

Denn  Friedrich  war  noch  nicht  zu  sehn,
Bis  Moritz  sagte,  Marsch!
Von  allen  war  Er  nun  zu  sehn,

Und  alle  sagten,  Marsch!

Aus  unser  aller  Augen  stieg
Ein  rechter  Freudenstrahl.

Wir  wurden  alle  lauter  Sieg,
Und  lachten  ihrer  Jahl.

Wir
        <pb n="61" />
        —.—

Wir  liesen  alle,  Mann  bey  Mann,
Ein  jeglicher  ein  Held!
Als  wolten  wir,  Berg  ab  Berg  an,
Durchlaufen  alle  Welt.

Was  meinte  da  der  dumme  Feind?
Er  meint:  es  w#re  Flucht;

Soricht  sich  einander,  was  er  meine;
Schwille  auf  von  Siegessucht;

Zieht  einen  grossen  halben  Mond

Um  unsre  Flucht  herum;

Ruft  laut:  Der  Hunde  nicht  geschon'!
Wie  dumm  war  er,  wie  dumm  1

Wie  liesen  auf  der  Siegesbahn,
Die  Sriedrich  in  der  Nacht
Geritten  war,  und  nach  dem  Plan,
Den  Er  allein  gemacht.

514

Es
        <pb n="62" />
        52  —ecd

Es  war  ein  rechter  Wettelauf;
Schnell  aber  hörten  wir:

Halt!  richtet  euch!  marschiret  auf  ?
Steht!  Plößlich  stunden  wir.

Mit  einem  Blick  konnt  uns  der  Feind
Querüber  übersehn.

Verspottend  sah  er  uns  vereint,

Uns  kleinen  Haufen,  stehn.

De  dacht  ein  witziger  Franzos:
Unrühmlich  sep  die  Schlache,

Sein  Kudewig  sev  viel  zu  groß,
Zu  wenig  Sriedrichs  Macht.

Als  aber  Beith  drauf  vor  uns  ber,
Der  Britte,  Feuer!  rief,

Und  Feuer  war;  o  da  war  er

Der  erste,  welcher  lief.
        <pb n="63" />
        —oe—  53

Waos  dacht  er  doch  in  seinem  kauf
Er  dacht,  erstarrt  und  stumm,

Der  Hoͤlle  Rachen  thut  sich  auf,
Lief  fort,  sah  sich  nicht  um.

Welch  einen  Sieg,  o  Friederich!
Gab  Gott  uns  bald  und  Du!

Acht  Haufen  stritten  nur  fuͤr  dich,
Die  andern  sahen  zu.

Sei  Ktritken,  angefeurt  von  Dir,
und  Seinrichs  Heldenmuth,
Er  blutete,  wir  sahn  es,  wir,
Und  rächeten  sein  Blut.

H.,  welcher  Donner  !  welcher  Kampf!
Wir  speyten  Flamm  und  Tod;

Wir  wandelten  in  Rauch  und  Dampf,
Schwarz  wie  der  Höllen  Gott.
        <pb n="64" />
        54  —

Du,  Frankreichs  grosser  Donnerer,
Verstummtest  !  Nächte  sich

An  deiner  Kunst  ein  Stärkerer?

War  Muͤller  über  dich?

He  seines  Donners  Schlag  auf  Schlag
Dir  nicht  ein  Haar  verbrannt  ?  "
Die  drohende  Colonne  lag

Stracks  hingestreckt  im  Sand.

Mit  seinem  Häusgen  Reuterey
Hieb  Seydlig  mörderlich;

Welch  ein  Gemetzel,  welch  Geschrep:
Wer  kann,  der  rette  sich!

DODer  berühmte  Graf  d.  Aumale,  Ehef  der  furchtberen  freue
zoͤsischen  Artillerie,  ben  welcher  sch  auch  dessen  Vettet
Bumale,  der  sich  dey  Eroberung  von  Minorca  hervorr
gethan,  und  der  gleichfalls  berübmte  Obriste  Brosot,  nebst
mehr  als  hundert  Offleieren,  und  mehr  als  causend  Artilleristen
  befanden,  dle  sich  verlauten  liessen,  die  Hreuse
sen  sollten  ihnen  kein  Haar  verbrennen,  und  wenn  ibre
6o#o  Mann  die  Schlacht  verlöhren,  so  wollten  sit  solche

wieder  gewinnen.
        <pb n="65" />
        —i.  e  55

Franzose,  nicht  an  Mann  und  Pferd,
An  Heldenmuth  gebrichts.

Was  hilst  dir  nun  dein  langes  Schwerd
Und  grosser  Stiefel?  Nichts!

Dich  jagt  ber  schwärmende  Husar,
Mit  einem  wilden  Bilick.

Nur  drohend  bracht  er  eins  Schaar
Gefangener  zurück.

Reicht  ihm  der  Nitter  und  der  Graf
Die  Orden  kudewigs,

Geduldig  wie  ein  frommes  Schaaf,
Zum  Zeichen  seines  Siegs:

Se  fordert  er  kein  Menschenblur,
Schenkt  ihm  das  kteben  gern,

Und  spricht  mit  ihm  vom  Heldenmuth
Des  Kbnigs,  seines  Herrn.

E  Den
        <pb n="66" />
        56  HSce—

Der  Bittenden  verschonet  er,
Den  andern  haut  er  scharf!
Vergnuͤgt,  wenn  er  zu  seiner  Ehr,
Kein  Blut  rergiessen  darf.

O,  welch  ein  Schlachtfeld,  welche  Fiuchr
Wo  blieb  der  gresse  Mond?7

Wo  rufen  sie  voll  Siegeesucht:

Der  Hunde  nicht  verschont!

(Wiueommen  war  die  dunkle  Nacht
Dem  Reuter  und  dem  Roß,

Das  langsam  anftug  seine  Schlacht,
Geschwinde  sie  beschloß;.

Und  allem  Volke,  das  vom  Neid
Hinein  gezwungen  war,

Aus  allen  Landen  weit  und  breic,
Am  jehnten  Januar.

Dem
        <pb n="67" />
        Dem  Pfälzer,  der  vor  Schmerz  nicht  lies
Starr  haltend  seine  Hand  2.,

Still  stand,  und  Himmel  Himmel!  rief!
Mein  Finger  ist  verbrannt  1

Dem  Trierer,  welcher  guten  Much
In  langen  Beinen  fühlt.

Im  kaufen  ftärzt,  und  Nuasenblue

Fuͤr  Wundenstroͤme  hiellk.

Dem  Franken,  der  erbärmlich  schrie,
Wie  eine  Katz  im  Fang,

Geberden  macht,  als  macht  er  sie

Auf  einer  Folterbank.

Und  als  errhicker  sich  den.  Kod
Von  Bergen  kommen  sah,
Andächtig  beite  zu  Gote,
Und  sprach:  da  kommt  er  jal.

E  2  Dem
        <pb n="68" />
        58  —

Dem  Bruchsaler,  dem  armen  Kropf,
Der  Eluch  und  Segen  sprach,

Sich  zu  verstecken,  seinen  Kopf

In  Weiberhaube  stach;

Und  seinen  grossen  Knebelbart
Abschnitt,  und  einen  Pfahl,

Zu  springen  schnell  nach  Frosches  Art,
Von  einem  Weinberg  HSahl.

Den  Schweiger,  der  auf  seiner  Flucht,
LHoch  lebe  SFriedrich!  rief,
Unausgeschwellt  von  Siegessuche,

Gern  laufen  sah,  und  lief!

Und  sagte:  Bruder  Friedrich  ist
Ein  rechter  Schweizerheld,

»Ein  Kell!  Gote  hilst  ihn  wider  Li##
"*  Und  Macht  der  ganzen  Welt!“

Des
        <pb n="69" />
        —eSes  59

Denm  Schwaben,  der  mit  einem  Sorung
Mit  berganstehendem  Haar,

Von  Nosbach  bis  nach  Amelung,

In  seiner  Heomath  war.

Dem  Daderborner,  welcher  Gott
Hoch  pries  und  seinen  Sporn,

Und  doch  von  kaltem  Schrecken  codt
Ankam  zu  Paderborn.

Dem  #rürenberger,  dessen  Wis
Umrennte,  wie  sein  Tand,

Gerührt  vom  ersten  Waffenblitz,
GStarr  ward,  und  stille  stand.

Dem  Muͤnstermann,  der  kriechend  schlich
In  dicker  Finkterniß,  «

Boll  Furcht  und  Hunger,  ritkerlich

Im  Tumpernickel  biß.

Ez  Dem
        <pb n="70" />
        60  —e—

Dem  Cöllner,  welcher  rothes  Blut
Verglich  mit  weissem  Wein,

Und  sprach:  wie  gut  waͤr  es,  wie  gut,
Bey  meiner  Braut  am  Aihein!

Dem  Wuͤrtenberger,  der  sein  Pferd
Aus  dem  Geschwader  riß,

Mehr  flog,  als  ritt,  Pistol  und  Schwerd
Zum  Teufel  von  sich  schmiß.

Und  dem  bezahlten  Maynzer  auch,
Der  ohne  Huth  und  Herz,

Saß  hinter  einen  Dornenstranch,
eweinend  seinen  Schmerz.

Fueb,  tiefen  tausend,  Bruder,  flieh!
Sie  kommen!  sie  sind  da!

Auf  ihren  Böuchen  lagen  sie,

Und  baten  keben.  Ha!
        <pb n="71" />
        —  61

Wir  gaben  es.  Der  Menschenfreund,
Der  grosse  Friederich,

Demöüthige  seinen  stolzen  Feind,

Und  dann  erbarmt  er  sich.

Er  siegt!  —  —  Fürtreflicher  Gesang,
Wir  haben  noch  zu  thun,

Halt  ein,  und  werde  künftig  lang,
Wenn  wir  von  Arbeit  ruhn.

Wenn  Friedrich,  oder  Gott  durch  ihn,
Das  grosse  Werk  vollbracht,

Gebämdigt  hat  das  stolze  Wien,

Und  Teutschland  frey  gemacht.

Wenn  er  im  Schooß  des  Friedens  ruht,
Mit  Lorbeern  vollem  Haupt,
Nicht  müßig,  täglich  Wunder  thut,
Und  keine  Wunder  glaubt.
E4  Nacht-
        <pb n="72" />
        62  —  #

Nechtwochend  feiner  Bölker  Glöcsk
und  Wohlfahrt  überlegt,

Und  Gnad  und  Huld  im  scharsfen  Blick
Der  grossen  Augen  trägt;

Zu  Poksdam  grosse  Weisen  lies',
Nach  Weisheit  Thaten  mißt.

Und  mehr  als  alle,  die  er  lies't,
Ein  grosser  Weiser  ist:

Dem  sing  uns  alle  Thaten  vor,
Die  wir  mit  ihm  gethan,

Der  Enkel  hab  ein  lauschend  Ohr,
Und  steh  und  gaff  uns  an.

Je#  folgten  wir  dem  Menschensreund,
Den  Blick  gekehrt  nach  Wien,

Zu  schlagen  einen  andern  Feind,

Und  lassen  diesen  ziehn.
        <pb n="73" />
        Siegeslied
nach
der  Schlacht  bey  Lissa,

den  sten  December  1757.
        <pb n="74" />
        <pb n="75" />
        —————————

s  aleerhöchsen  Siegeston,
Mehr  Psalm  als  Siegeslied;
Stolz,  wie  der  Feind,  eh  er  gestohn,

Bescheiden,  wie  er  flieht;

Se  aber  minder  stolz,  als  er,
Beym  Glück  in  seinem  Krieg;
Fürtreflich,  nicht  fürtreflicher

Als  der  erfochtne  Sieg;

Stark,  wie  der  Krieger,  welcher  schlug;
Sanft,  wie  der  Friede  doch;

Hoch,  wie  des  Adlers  Sonnenflug,

Voll  Gottes  Wunder,  hoch!

Erhaben,  wie  des  Helden  Geist,

Der  Ueberwinder  ic:

Wahr,  daß  selbst  Feind  den  Sänger  preist;
Gottdankend,  wie  ein  Christ;

Kühn,
        <pb n="76" />
        66  —

Kür,  wie  der  Loͤwe  von  sich  schaur,
Im  königlichen  Gang;

Wie  kriegrische  Trompete  laut,
Erschalle  mein  Gesang!

Denn  überwunden  ist  der  Feind,
In  Staub  ist  er  gelegt,
Verherrlichet  der  Menschenfreund,
Der  Gottes  Rache  troͤgt;

Gebandiget  das  stolze  Wien,
Gestuͤrzt  in  dunkle  Nacht;

Und,  Bruͤder!  Gott  hat  Sieg  verliehn
Dem  Rechte,  nicht  der  Macht.

Drum  singet  herrlichen  Gesang;
Wien  zittere  darob!

Teiumph!  dem  grossen  Gott  sey  Dank,
Dem  grossen  Sriedrich  Lob!

Ein
        <pb n="77" />
        -——  6

Cn  Searker,  ein  Allmaͤchtiger

Ge  wann  für  ihn  die  Schlacht.

Als  Nächer  will  ich,  sprach  der  Herr,
“  Zertreten  ihre  Macht.

«  Mein  Donner  soll  auf  ihren  Kopf
*  Harc  tresfen  freffend  Schwerd

*  Soll  ihn  zerspalten,  daß  der  Zopf
*  Des  Saars  zurücke  fährt  !

*  PWercheen  will  ich  ihren  Bund;

*  Mürgengel,  keig  herauf  ?

»  Nimm,  Hölle,  nimm  in  deinen  Schlund
»  Die  Schaaren  Todten  auf!

7#m  Warum  verschmähn,  in  stolzer  Pracht,
!  Der  Erde  Fürsten  mich?

7  Berlassen  sich  auf  ihre  Macht,
*Stehn  wider  Friederich

Eind
        <pb n="78" />
        68  ——

¾7  Sus  seiner  grossen  Seele  seind,

»  Die  ich  in  ihn  gelegt  ?

"“  Und  machen,  daß  der  Menschenfreund,
“  Gezwungen  Waffen  trägt?

l  So  trag'  er  meine  Rache  dann
und  strase  sie!  JSo  spruch
Der  Herr;  sein  Himmel  hoͤrt  es  an,
Sein  Donner  sprach  es  nach.

Und  Sriederich  ward  neuen  Muths,
Und  neuer  Weieheit  voll,

Betrübt,  daß  er  des  Menschenbluts,
Nicht  schonen  kann,  nicht  soll.

(Was,  Brüder,  that  er  in  der  Nacht,
Indem  er  dem  Genuß

Der  Ruh  entsagte,  nach  der  Schlacht?
Er  saßte  weisen  Schluß.
        <pb n="79" />
        e.-Den

  Feind  beh  Roßbach  -  dea  feis  Am
Beruͤhrte  mehr,  als  schlug,

Fast  zu  barmhertig;  und  den  Schwarm
Der  Hofraths  Waffen  trug;

Der,  armes.  Sachsen,  dein  Barbar,
CPerwüstung  zeichnet  ihn,!)
Niche  aber  dein  Exrretler  war,
Den,  Brüder,  ließ  er  fliehn!

Vor  uns  ging.  er  von  Roßbach  ab,
Vor  ihm  ging  Scheicken  her?#½#
Den  Tag,  den  er  uns  Ruhe  gab,
Den  hatten  wir,  nichter  7

Er  geht  auf  seiner.  Heldenbabn
Unaufhaltsam;  er  geht.

So  fort,  als  hätt  er  nichts  gethen,
Bis  er  am  Ende  steht.

6

Wie
        <pb n="80" />
        70  —S

Wie  trafen  ihn  dey  Grossenhapn
und  hörten,  vor  ihm  her,

Den  Flücheigen  um  Leben  schrepn.
Er  gab  ihm  keben;  Er!

D.  Haddick,  welcher  nach  Berlin
Des  Krieges  Greuel  trug,

Den,  Brüder,  sahn  wir  alle  fliehn,
Daß  ihm  das  Herze  schlug.

Auch  war  mit  seiner  Heldenschaar.
Held  Marschall  nicht  zu  sehn:

Er  kam  davon,  die  Ursach  war,

Er  lief,  wir  mußten  gehn.

Wir  kamen  ohne  kleinen  Krieg,
Denn  Friedrich  war  voran!
Wir  kamen,  singend  unsern  Sieg,
Bey  unsern  Bruͤdern  an!
        <pb n="81" />
        —e  —  71

Da  wallete  der  Helden  Blut,
Zu  sehn  den  Menschenfreund!
Da  war  ihr  Auge  lauter  Gluit,
Und  suchte  seinen  Feind:

Den  sanden  wir  sonst  allezeit
Auf  hohen  Felsensitz,

In  Lagern  blbder  Sicherheit,
umschanzet  mit  Geschützz!

We  half,  Collin!  dem  Grencdier
Sieghafter  Helden  Muth?

Zu  muthig,  Brüder,  gaben  wir
Gebirgen  unser  Blut!

Ce  aber  wurden  wir  verlacht,
Und,  stolz  auf  ihre  Zahl,

Beschloss  n  sie  zum  Feld  der  Schlacht,
Blachfeld  das  erste  mal.
        <pb n="82" />
        72

Zu  sepern  grosses  Slegesfest,

Zu  Wien  beschlossen  sie;

Hum!  sagte  Carl,  der  kleine  Nest
Ist  unser,  morgenfrüh!

Brach  auf  mit  seinem  grossen  Heer,
Das  in  Gedanken  schlug;

Schwacz  jog  es  drohender  einher,
Als  Donnerwolkenzug;

Bie  es  mit  Sonnenuntergang
Sich  ruhig  nlederlieg,

Und  Carl  den  Abendfeldgesang,
Die  Pfeifer  blasen  hieß.

D,  süzte  mit  der  ·  Rechten  sich,
In  stolzer  Siegesruh,

Die  ungeheure  Last.  auf  dich,
Du  kleines  Niepern  du!
        <pb n="83" />
        —  —  7;

Dr.  aber,  Golau  zlkterkest

An  ihrer  linken  Hand,

Als,  Tages  drauf,  der  kleine  Rest
Dir  gegenüber  stand!

Den  fortgebracht  durch  Kriegesschritt
Eh,  als  sie  sichs  verfah,

Stand  er,  er  stand  mit  sarkem  Tritt
In  langer  Mauer  da!

Weilch  hoher  wunderbarer  Stanz,
Uné  allen  wunderbar,

Erfüllte  da  die  Gegend  ganz,

Wo  der  Gesalbte  war!

We  Er,  der  Geist  von  unserm  Heer,
Anordnete  die  Schlacht,

Sah,  wo  zu  überwinden  wär,

Mit  kleiner,  grosse  Mache.

r*.  Starr
        <pb n="84" />
        74  —e

Starr  mit  den  Augen  stand  der  Feind,
Als  er  ihn  sah,  wie  wir;

Was  war  es?  Schwebte,  Menschenfreund,
Ein  Engel  über  dir  ?7

Wer  er  im  Wetter  des  Gesechts

Dein  Engel?  Schützt  er  dich?

Dich,  Lust  des  menschlichen  Geschlechts!
Dich,  unsern  Friederich!

Hat  er  dein  grosses  Heri  erfuͤllt,
Mit  weiser  Tapferkeit?  9
Wie?  oder  war,  im  Glanz  gehuͤllt,
Gott  selbst  mit  dir  im  Streit?

Ein  Wunder  aller  Augen  wat,
Als  wir  dich  wieder  sahn,

Daß  tausend  schreckliche  Gefahr,
Dir,  Vater!  nichts  gethan.

Zehn
        <pb n="85" />
        Zehn  kausend  Donner  brachen  leß,
Zehn  kausend  folgken  nach;

Groß  war  des  KTodes  Ernte,  groß!
Laut,  tausend  Weh  und  Ach  !

Uds  schreckee  fürchterlich  Geschüs;
Du  führtest  uns  darauf  !

Nicht  Donnerschlag,  niche  rother  Blis,
Hielt  deine  Helden  auf.

Auch  folge  uns  in  Gefahr  und  Strcit,

Dein  tapfrer  FSerdinand,
Zu  sterben,  Held!  mit  dir  bereik,
Den  Tod  fürs  Baterland!

Wie  schwarzer  Todesengel  Schaar,
Flohn  Helden,  deren  Amt

Befehl  an  uns  zu  bringen  war,
Die  Augen,  wie  gestammt.

732

75

Ein
        <pb n="86" />
        76  —

Ein  Wort,  so  thaten  Roß  und  Mann
Das  ganze  Todeswort!

Grif  donnervolle  Schanzen  an,
Schlug  deine  Feinde  sort!

Grausame  kriegerische  kust

Zu  toͤdten,  war  noch  nicht
Gekommen  sonst  in  unste  Brust,
Getreten  ins  Gesicht:

Jett  aber,  Vater!  hatten  wir
Nicht  Hert,  wir  hatten  Wuth,

Wir  sahn  den  Feind  mit  Mordbegier,
Wir  duͤrlleten  sein  Blut!

Wir  stampften  Todtenvolles  Feld,
Zu  haben  blutgen  Sieg!

Warum  empoͤrt  die  ganze  Welt,
Sich  wider  dich  in  Krieg?

Wir
        <pb n="87" />
        —

Wir  örannten  alle  seuerrokh,
Hoch  hob  sich  unser  Herz!
Wir  waren  alle  lauter  Cod,
Und  Tod  war  unser  Scherz.

Zu  rächen  jeden  Tropfen  Bluc,
Der  unter  Bevern  floß,

War  alles  Feuer,  schäumte  Wuth,
Schnob  Nache  Mann  und  Noß!

Unmenschlich  gaben  wir  nicht  mehe
Dem  Bitten  und  dem  HSlehn

Der  Knienden  vor  uns  Gehoͤr,

So  schnell  es  sonsi  geschehn!

Wie  holten  auf  der  schnellen  Elucht
Des  Feindes  Fersen  ein!

Warum  war  er  voll  Siegessucht?
Gestraset  mußt  er  seyn

*  4

77

Nicht
        <pb n="88" />
        78  —

Nich:  Kieger,  menschliches  Geschlecht,
Glühn  wider  sich,  wie  du!

Wir,  Menschen,  riesen  im  Gefecht,
Sterbt  Hunde!  Menschen  zu.

Dech  Kriegesmuse!  singe  nicht
Die  ganze  Menschenschlacht;
Brich  ab  das  schreckliche  Gediche,
Und  sag:  Es  wurde  Nacht!

Und  sage:  Friederich,  der  Held
Dacht  einsam  :  Grosser  Sieg,
Bercde  doch  die  ganze  Welt,
*  Zu  endigen  den  Krieg;

*  Wiit  Gott  mir  sichtbar  hilft,  mein  Heer
Durch  ihn  die  Schlacht  gewimt,

*  Und  Völker,  wie  der  Sand  am  Meer,

*  Ihm  Spren  im  Winde  find

–
        <pb n="89" />
        Lied
an  die  Kayserin=  Königin
nach
Wiedereroberung  der  Stadt  Breslanu
am  roten  December  1757.
        <pb n="90" />
        <pb n="91" />
        ss-—-——“
Lied
an  die  Kayserin  Königin

nach
Wiedereroberung  der  Stadt  Breslau
den  roten  December  1757.

N'  beschliesse  deinen  Krieg,

Kayser  Knigint
Gib  dir  selbst  den  schönsten  Sieg!
Werde  Siegerin!

Ueberwinde  dich  und  gib
Menschlichkeit  Gehoͤr!
Habe  deine  Voͤlker  lieb!
Opsere  nicht  mehr!

Unsern  Friedrich,  der  ein  Held,
Der  auch  weiser  ist;

Der  ein.  Wunder  il  der  Welt,

Wie  du  selber  bist;
        <pb n="92" />
        82  —e.e

Der  gerechte  Wassen  trägt

Ins  Gesecht  mit  Dir,

Mit  uns  kommt,  und  slehk,  und  schläg!,
Kapferer  als  wir;

Heidin,  den  bezwingst  du  nicht;
Gott  kann  Wunder  thun
Schenk  ihm  Freudensangesscht,
Biete  Frieden  nun!

Wiliger  war  nie  ein  Feind,
Feinden  zu  verzeihn;

Schneller  nie  ein  Menschensteund,
Jusgeiöhnt  zu  sepn;

Nie  ein  groͤßter  Feind  der  Sclache,
Und  der  Heldenthat,

Als  der  Held,  der  deine  Macht
Ueberwundben  hat!
        <pb n="93" />
        Bey  Eröfnung  des  Feldzuges  1756.

Siegeslied  nach  der  Schlacht  bey  Kowositz,

den  ten  October  1756.  "  „

Schlachtgesang  bey  Eroͤfnung  des  Feldn,
ges  1757.  "

Schlachtgesang  vor  der  Schlacht  bey  Prag,
den  Oten  May  1757.  -  -

Siegcslied  nach  der  Schlacht  *  Prag,
den  6ten  May  17)7.

Schlachtgesang  vor  dem  Treffen  bep  Collin,
  den  18ten  Junius  1757.

Lied  nach  der  Schlacht  bey  Collin,  den
I8ten  Junius  1757.  -

Geite

1

21
25
31

35

Heraus-
        <pb n="94" />
        Inhalt.

Seit
Herausfordrungslied  vor  der  Schlacht  bey
Roßbach,  am  aten  November  1757.  41

Siegeslied  nach  der  Schlacht  bey  Roßbach,

den  sten  November  1757.  -  45
Siegeslied  nach  der  Schlacht  bey  Lissa,
den  sten  December  1757.  -  63

Lied  an  die  Kayserin-  Koͤnigin  nach  Wiedereroberung
  der  Stadt  Brezlaus  am
roten  Dscember  1757.  «  79
        <pb n="95" />
        1.  Bey  Eröfnung  des  Feldzuges  1756.
—

ginge  T  —

kimme.  —.
Krieg  ist  memkcedsWeilalle
«  .
-J.——-1—T—«T
—

—

Welr  Frieg  wil  so  sep  es  Krieg!  Ser-lin  sey
        <pb n="96" />
        2.  Siegeslied  nach  der  Schlacht  bey  #owosis,
Munter.  den  i.  Oct.  1756.

Singe-  *  ——
—m—  ——

Gott  donnerte,  da  floh  der  Feind!  Singt,

+  #  nn

2  —
—  --4  —  ——

1  9  14—7  –—

—.  —

D  —  ———  .
Bruͤder,  sin-  get  Gott!  denn  Fric-de=  rich,  der

Menschenfreund,  bhat  ¶  do  -  ge·  siegt  mit  Gott.
        <pb n="97" />
        3.  Schlechtgesing  bey  Eroͤfnung  des  Feldzuges  1757.
Munter.

—  —

*ie  Brü=  der,  Friedrich,  unser

Klavier.

Held,  derFeind  von  fau  -ler  Frist,  ruft  uns  nun

—  —
—  —

wicder  in  das  Feld,  woRuhm  zu  ho=  len  ist.
        <pb n="98" />
        4.  Schlachtgesang  vor  der  Schlacht  bey  Prag,
Geschwind.  den  6.  May  r757.  *

—...H.

Tol=  patsch  und  Pan=  dur,  Eol-2
  —.
—  —
J  —
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—  —
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—  .  +  9  —.
dat  und  Of-f=  tier?  Was  kannst  du?
—  —
—  —  —.
—  —
I·  FlIP  ?--J"er17"4
—  .  —
—  6#  -
        <pb n="99" />
        <pb n="100" />
        5.  Siegeslied  nach  der  Schlacht  bey  Prag,  d.  6  May  1757.

Munter.

Singe-  —  J.

stimme.
cto  „  ri  =  ——  ung  i

—F  –
14——
—  —  .

—  -
Gott!  der  stolze  Feind  liegt  da!  ep  liegt,  ge-—

  —  —

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recht  it  un-ser  Gott,  er  liegt,  Vi-cio-  5n  *
        <pb n="101" />
        C.  Schlachtgesang  vor  dem  Treffen  bey  Collin,

Munter.  d.  18  Jun.  757.

—  —  —
ftimme.  —  —
*  Seht,  wie  sie,  die  Ge-schlage-ne,  noch

—  ————
·  -D::---..-....
—  —  2—8

—  —
tro-  tzig  Ra-che  gluͤhn!  da  stchn,  nicrt  it  -tern,

#
4.
—
—  —  —  —

—  -3  —  —  J
—  —

—  -  —  ——i
den-  1—.  Geh,  ge,  Hreuße,  doch  nach  Wien!

7
        <pb n="102" />
        7.  Lied  nach  der  Schlacht  bey  Collin,  d.  18.  Jun.  1777
Ernsthaft  munter.

1.

Sinzestimme.


Zu-ruck,  -  ler  Frie-de-rich.  zu-  "

rick,  rief  er,  zu-  6rük  nach-den-kend  dacht  er
S.  —

—  ——
1+  1  7  .—  —  J
        <pb n="103" />
        8.  Herausfodrungslied  vor  der  Schlachebey  Rößbach,
Geschwind.  den  4.  Nov.  1757-1—

  —  —

Her  aus,  aus  dei=  ner
101l  l

9  —  n  44
—  —  .
J  1  U□
1  1  V  11.  MN.  —  --  r  —.
gruft,  furchtba-res  Hel-den  =  heer,  her-aus  zum

tge-wehr!

—  1—  .
J—.□U  —  9  G□ai
Sneicin  frissche  kuft,  mit  Muth  u.  Schlach
        <pb n="104" />
        9.  Siegeslied  nach  der  Schlacht  bey  Aobbach
d.5  Nov.  7.  *s*ie

Ernsthaft  m  munter.

Singestinme.


Ü
Klavier.

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schal-le  weit  um  1.  *e  *—

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        <pb n="105" />
        10.  Siee  nach  der  Schlachebey  lißa,  d.  5.  Dec.  TL

Maͤßig  geschwind

LE  --zst

–

Amen.  27
JJIm  alerhöchsten  Se  „  ges-lon,
·  chu  à
J  —.—44  1
Klavier.  «  -4-4
2——  7W—.—

—  *.*.l  xRN  O  1
ch=  ImalsSi#

1.  stolz  wie  der  Feind,  eh

—.
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1—  ·  p  JEPFF
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        sled  an  die  ——–B’*
„Mäßig  geschwind.

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Kimme  n  t  —  —  —
Nun  be-  schlie-ße  dei  =  nen
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