Abschied.

Gib  mir  zum  letzten  Mal  die  Hände,
Die  Lippen  reiche  mir  zum  Kuß!

Es  naht  des  harten  Schicksals  Wende,
Mich  ruft  ein  unerbittlich  Muß.

Bieh  mir  ins  Aug’  zum  letzten  Male,
Doch  halt  der  Tränen  Strom  zurück,
Daß  Zuversicht  und  Trost  sich  male
Und  freher  Stolz  in  deinem  Blick.  —

Ich  schwur  die  Treue  vorm  Altare,
Versprach  dir  Schutz  und  Schirm  zu  seim.
Daß  dies  Gelöbnis  ich  bewnhre.

Will  zieh’n  ich  in  der  Brüder  Reih’n!

Will  kämpfen  an  der  Brüder  Seite,
Zu  schützen  Heimatland  und  Herd;
Will  Sieger  sein  im  blut’gen  Streite,
Des  Rulımes  meiner  Brüder  wert.

Will  mit  den  Brüdern  wiederkehren,

Das  deutsche  I,and  vom  Feind  befreit,

Daß  Kraft  und  Stolz  und  Macht  sich  mehren
In  ungeahnter  Herrlichkeit!

Dann  sollst  die  Hände  du  mir  gebem,
Die  Lippen  reichen  mir  zum  Kuß,
Zu  neuem,  zukunftsfreud’gem  Leben,
Mir  bringen  den»  Willkommengruß!

Auf  der  Walstatt.

Mit  Pauken,  Trompeten,  bekränzt  das  Gewehr,
Zog  fort  aus  der  Heimat  ein  stattliches  Heer.

Bei  welienden  Fahnen  im  Sturmschritt  —  hurre  —
Ging’s  vorwärts  zum  Kampf.  —  Viktoria!

Im  langsamem  Schritt,  die  Trommel  gerührt,
Drei  Salven  den  Todten,  wie  sich’s  gebührt.

Ein  Massengrab  dehnt  sich  auf  fremder  Au,
Der  Tag.  sonnbeschienen.  geht  unter  in  grau.

Doch  morgen  heiß’t  weiter,  mit  eiserner  Hand
Zu  kämpfen  für  Kaiser  und  Vaterland.

Friedrich  Quehl