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gangenheit  dem  Herzen  und  der  Phantasie  des  Knaben  nahe
zu  bringen,  seinen  Gedankenkreis  damit  zu  erfüllen  und  den
ersten  konkreten  Grund  für  eine  Geschicht  iche  Betrachtung  zu
legen.  Begeisterung  des  Lehrers  selbst,  schlichte,  aber  lebenswarme
  Schilderung  der  vorgeführten  Helden  in  freier  Erzählung
ohne  Anschluß  an  ein  Buch  thun  hier  fast  alles.

Für  den  Erfolg  dieses  Unterrichts  ist  es  von  Wichtigkeit,
daß  das  deutsche  Lesebuch  auf  diesen  Stufen  im  engsten  Zusammenhange
  mit  den  biographischen  Aufgaben  stehe.

Für  die  folgenden  Klassen  gilt  es  vor  allem  zu  unterscheiden

  zwischen  dem  Unterricht  in  IV—  IIB  und  dem  auf
der  Oberstufe.  Handelt  es  sich  in  den  ansteren  wesentlich  um
Ueberlieferung  und  Einprägung  der  wichtigsten  Thatsachen,
vielfach  in  Anlehnung  an  hervorragende  Lersonlichkeilen  um
Festhaltung  der  chronologischen  Ordnung,  so  fällt  der  Obertufe
  zu  die  ergänzende  Vertiefung  und  vergleichende  Durchringung
  des  in  IV—II  B  Gelernten  nach  verschiedenen  Gesichtspunkten.
  Zwar  ist  das  Vorführen  von  Thatsächlichem
und  das  gedächtnismäßig  geordnete  Festhalten  desselben  auch
hier  erforderlich,  aber  die  inneren  Verhältnisse  züssen  vor  den
äußeren  in  den  Vordergrund  treten,  das  Verständnis  für  den  pragmatischen
  Zusammenhang  der  Ereignisse  und  für  ein  höheres
Walten  in  der.  Geschichte,  die  Fähigkeit  zum  Begreifen  der
Gegenwart  aus  der  Vergangenheit  müssen  vor  allem  geweckt
werden.

Auf  beiden  Stufen  hängt  der  Erfolg  in  erster  Linie  von
der  Lehrerpersönlichkeit  ab,  welche  voll  nur  in  dem  freien  Vortrag
  zur  Geltung  kommt.  Zur  Belebung  des  geschichtlichen
Unterrichts  empfiehlt  es  sich,  charaktertstische  Anschauungsmittel
heranzuziehen.

esonders  sicheren  Takt  und  große  Umsicht  in  der  Auswahl
  und  Behandlung  des  einschlägigen  Stoffs  erheischt  die
für  Untersekunda  und  Oberprima  geforderte  Belehrung  über
wirthschaftliche  und  gesellschaftliche  Fragen  in  ihrem  Verhältnis
zur  Gegenwart.  Je  mehr  hierbei  jede  Tendenz  vermieden,  vielmehr
  der  gesammte  Unterricht  von  ethischem  und  geschichtlichem
Geiste  durchdrungen  und  Heienüter  den  sozialen  uUÖe

der  Jetztzeit  auf  die  geschichtliche  Entwickelung  des  Verhältnisses
der  Stände  unter  einander  und  der  Lage  des  arbeitenden
Standes  insbesondere  in  objektiver  Darstellung  hingewiesen,
der  stetige  Fortschritt  zum  Bessern  und  die  Verderblichkeit  aller
gewaltsamen  Versuche  der  Aenderung  sozialer  Ordnungen  aufgezeigt
  wird:  um  so  eher  wird  bei  dem  gesunden  Sinn  unserer
Jugend  es  gelingen,  dieselbe  zu  einem  Urtheil  über  das  Verbonhnispolle
  gewisser  sozialer  Bestrebungen  der  Gegenwart  zu
efähigen.