auch  in  Rücksicht  auf  den  künftigen  Dienst  im  vaterländischen
Heere  zu  erstreben.

Dieses  Ziel  kann  nur  erreicht  werden,  wenn  der  Turn—
unterricht  auf  Grund  eines  bestimmten  Lehrplans  nach
sorgsam  erwägender  Vorbereitung  des  Lehrers  für  jede  einzelne
  Stunde  so  ertheilt  wird,  daß  der  Uebungsstoff  in  stufenmäßiger
  Folge  und  angemessenem  Wechsel  ein  regelmäßiges
Fortschreiten  aller  Schüler  sichert,  diese  felbst  aber  angehalten
werden,  alle  Uebungen  genau  und  mit  Anspannung  ihrer
Kräfte  möglichst  vollkommen  auszuführen.  Damit  ist  aber
nicht  ausgeschlossen,  vielmehr  bringt  es  die  Natur  der  Sache
mit  sich  und  wird  ausdrücklich  als  Aufgabe  bezeichnet,  daß
das  Turnen  mit  frischem,  fröhlichem  Sinne  betrieben  werde
und  der  Jugend  die  Lust  gewähre,  welche  das  Gefühl  gesteigerter
  Kraft,  erhöhter  Sicherheit  in  der  Beherrschung  und
em  Gebrauche  der  Gliedmaßen  und  des  ganzen  Körpers,
sowie  vor  allem  das  Bewußtsein  jugendlicher  Gemeinschaft  zu
edlen  Zwecken  mit  sich  führt.

Auf  der  Unter=  und  Mittelstufe  ist  das  Turnen  in  Form
von  Gemeinübungen  unter  unmittelbarer  Leitung  des  Lehrers
betreiben.  Auf  der  Oberstufe  ist  Riegenturnen  zulässig,

e

obald  die  Möglichkeit  vorhanden  ist,  in  besonderem  Unterrich
üchtige  Vorturner  auszubilden.  Bei  günstigem  Wetter  ist,
wo  irgend  möglich,  im  Freien  zu  turnen.

.  Unterstufe.  Einfache  Frei=  und  Ordnungsübungen;  Gangarten;
  Uebungen  mit  Holz-,  auch  leichten  Eisenstäben.  Leichte  Verbindungen
  dieser  Uebungsformen.  Springübungen  mit  Benutzung
  von  Schwingseil,  Freispringel  u.  s.  w.,  auch  von  festen
Hindernifsen:  Uebungen  am  Kletter=  und  Steigegerüst;  einfache

ang=  und  Stützübungen  an  Reck  und  Barren;  Schwebe-(Gleichgewichts-)
  übungen;  leichte  Aufschwünge  am  Reck.

B.  Mittelstufe.  Wiederholung  der  Frei=  und  Ordnungsübungen
  der  Unterstufe  und  deren  Erweiterung  durch  schwierigere
Formen  und  Zusammensetzungen  (Uebungsgruppen).  Uebungen
mit  dem  Eisenstabe.

Weitere  Uebungen  an  den  schon  auf  der  Unterstufe  benutzten
  Geräthen;  hinzu  kommen  Sturmspringel  (Schrägbrett),
  Springbock,  Springkasten  und  Schaukelringe.

O.  Oberstufe.  Weitere  Zusammensetzungen  von  Freiübungen;
Eisenstab=  und  Hantelübungen,  namentlich  in  Verbindung  mit
Ausfallbewegungen,  unter  Umständen  auch  Keulenübungen.  Bei
den  Ordnungsübungen  sind  auch  die  rein  militärischen  Formen
zu  berücksichtigen.  Z

Erweiterung  des  Geräthturnens,  insbesondere  durch  Hinzunahme
  der  Uebungen  am  Springpferd,  des  Stabspringens,  Gerwerfens
  u.  s.  w.  Planmäßige  Aiee  der  Turnkür.