III.  Erläuterungen  und  Ausführungsbestimmungen
  zu  I1  und  II.

1.  Eine  wesentliche  Grundlage  der  neuen  Lehrpläne  bildet
der  erste  Abschluß  der  Vorbildung  mit  dem  sechsten  Jahrgange
jeder  höheren  Schule.

us  der  Statistik  der  in  dem  S  uljahre  1889/90  abgegangenen
  Schüler  aller  höheren  Lehranstalten  Preußens  ergiebt
sich,  daß  bei  einer  Gesammtfrequenz  von  135  337  Schülern  ins
Leben  übertrarrut  206038

und  zwar:
a.  mit  dem  Zeugnis  der  Reife  41006,
b.  mit  dem  Zeugnis  für  den  einjährigen  Dienst  ..  80061,
c.  ohne  Erreichung  dieses  Zils  78  882,
d.  h.,  daß  an  allen  höheren  Schulen  nur  20,5  %  das  Ziel
der  betreffenden  Anstalten  erreichten,  40,2  %  sich  mit  dem
Zeugnis  für  den  einjährigen  Dienst  begnügten,  39,3  %  selbst
ohne  dieses  die  Schule  verließen.  „

Aus  der  Untersekunda  allein  schieden  mit  dem  Zeugnis
für  den  einjährigen  Dienst  aus  4997  d.  h.  25%  aller  abgegangenen
  Schüler,  von  denen  nur  368  als  Zöglinge  der  höheren
Bürgerschulen  eine  abgeschlossenere  Bildung  erreicht  hatten.

Andere  Jahrgänge  weisen  ähnliche  Prozentziffern  des
Abgangs  auf.

Trotz  dieser  laut  redenden  Zahlen  waren  bisher  alle
unsere  höheren  Schulen  mit  Ausnahme  der  höheren  Bürgerschulen
  so  organisirt,  daß  lediglich  das  Bildungsbedürfnis  jener
20,55%  von  Schülern  für  die  Gestaltung  des  Lehrplans  maßgebend
  war.  Darin  liegt  ein  Uebelstand,  den  zu  beseitigen  die
Unterrichtsverwaltung  für  ihre  ernste  Pflicht  hält.  Zwar  werden
die  39,3  %  welche  die  höheren  Schulen  vor  Erlangung  des
Zeugnisses  für  den  einjährigen  Duent  von  VI  bis  IIB  verlassen,
als  nicht  auf  solche  Anstalten  gehörig,  hier  außer  Betracht