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zeichnung  der  Intervalle  benutzt.  Der  Gebrauch  anderer,  von  den  gewöhnlichen
  Notennamen  und  den  Solmisationssilben  abweichender  Bezeichnungen
  bedarf  der  ministeriellen  Genehmigung.

In  Verbindung  mit  den  Gehörübungen  stehen  Treff-  und  Zählübungen,
  die  sich  an  die  einzustudierenden  Stücke  anschließen  sollen,
ohne  an  sie  gebunden  zu  sein.

Den  Übungen  wird  im  ersten  halben  Jahre  die  C-Leiter  zugrunde
  gelegt;  danach  erst  folgt  die  Unterscheidung  von  ganzen  und
halben  Stufen,  die  Einführung  in  den  Bau  der  Durleiter  und  die
Entwicklung  der  anderen  Tonleitern.

Die  Gesangstunden,  auch  die  in  Sexta,  sind  vor  allem  für
das  Singen  bestimmt.  Die  theoretischen  Belehrungen  haben
nur  insofern  Wert,  als  sie  dem  bewußten  und  selbständigen  Singen
zur  Voraussetzung  dienen;  daher  sollen  diese  Belehrungen  keinen
breiteren  Raum  einnehmen,  als  für  den  angegebenen  Zweck  erforderlich
  ist;  auch  sollen  sie  nur  allmählich  soweit  dargeboten  werden,  als
sie  beim  Singen  Verwendung  finden.

3.  Bei  der  Ausbildung  der  Stimme  ist  klare  und  dialektfreie
Aussprache  der  einfachen  Vokale  und  Diphthonge,  richtige  Bildung  der
Konsonanten,  Hervorbringung  eines  reinen  und  gleichmäßigen  Tones,
ungezwungener  Übergang  aus  der  Bruststimme  in  die  Kopfstimme  und
umgekehrt  durch  fortlaufende  Übungen  zu  erstreben.  Durchaus  ist  zu
vermeiden,  die  Schüler  über  ihre  tonische  und  dynamische  Stimmgrenze
  hinauszuführen.  In  natürlicher  Stimmlage  leise  zu  singen,
ist  das  beste  Mittel,  die  Stimme  und  den  Sinn  für  einen  schönen
Ton  zu  erziehen;  Überanstrengung  der  Stimme  hat  leicht  eine
dauernde  Schädigung  der  Stimmorgane  zur  Folge.

4.  Bei  allen  Gesangübungen  sind  die  Schüler  zum  wohlüberlegten
  Atmen  anzuhalten.  Abgesehen  davon,  daß  dies  zur  Erzielung
eines  richtigen  Vortrags  erforderlich  ist,  bildet  das  damit  verbundene
Tiefatmen  eine  fortlaufende  Gymnastik  der  Lunge,  die  zur  gesunden
Entwicklung  dieses  wichtigen  Organs  beiträgt.  Dabei  ist  für  frische
Luft  im  Gesangraum  stets  zu  sorgen;  auch  achte  der  Lehrer  darauf,
daß  die  Schüler  beim  Singen  eine  ungezwungene  Haltung  einnehmen,
und  daß  die  Bewegungen  der  Brust-  und  Bauchmuskeln  nicht  durch
unrichtige  Haltung  der  Arme  und  des  Kopfes  oder  durch  zu  enge
Kleidungsstücke  beeinträchtigt  werden.

5.  Der  Unterricht  kann  im  allgemeinen  nur  Massenunterricht
sein;  jedoch  muß  in  jeder  Gesangstunde  zwischen  Einzelgesang  und
Klassengesang  gewechselt  werden.  Dadurch  werden  die  Stimmen  vor
Ermüdung  geschützt,  und  der  Lehrer  kann  dabei  das  Stimmvermögen
der  einzelnen  Schüler  erkennen  und  fördernd  darauf  einwirken.  Zugleich
  wird  der  Schüler  sich  seines  Könnens  bewußt  und  gewinnt
Freudigkeit  und  Mut,  selbständig  zu  singen.