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troffenen  Aenderung  des  Lehrplanes  als  ein  Uebelstand  empfunden
worden,  daß  in  den  drei  Jahreskursen  der  untersten  Klassen  je  eine
neue  fremde  Sprache  in  den  Unterricht  eingeführt  wird,  in  Sexta
die  lateinische,  in  Quinta  die  französische,  in  Quarta  die  griechische.
Da  überdies  in  Quarta  der  Beginn  des  mathematischen  und  des
eigentlich  historischen  Unterrichtes  hinzutritt,  so  erklärt  sich  daraus,
daß  ein  erheblicher  Theil  der  Schüler  einer  längeren  Dauer  des
Aufenthaltes  in  Quarta  bedarf  oder  die  Ouarta  überhaupt  nicht
überschreitet.

Ferner  läßt  sich  von  dem  naturbeschreibenden  Unterrichte  an
Gymnasien  ein  befriedigender  Erfolg  nicht  erwarten,  nachdem  durch
die  Lehreinrichtung  von  1856  derselbe  in  Quarta  unterbrochen  wird
und  selbst  für  Sexta  und  QOuinta  ein  gänzliches  Aufgeben  dieses
  Unterrichtes  den  Schulen  gestattet  ist.  Dazu  kommt,  daß  überdies
  dem  physikalischen  Unterrichte  in  Secunda  nur  eine  wöchentliche
  Lehrstunde  zugewiesen  ist.  Die  hieraus  sich  ergebende  Beeinträchtigung
  der  naturwissenschaftlichen  Elementarbildung  trifft
diejenigen,  welche  dem  naturwissenschaftlichen  oder  einem  damit  zusammenhängenden
  Studium  sich  später  widmen,  noch  nicht  einmal
so  nachtheilig,  als  alle  die  anderen,  deren  Berufsstudium  keinen
Anlaß  giebt  zur  Ausfüllung  dieser  Lücken.

Dem  an  erster  Stelle  bezeichneten  Uebelstande  läßt  sich  nicht
dadurch  abhelfen,  daß  der  Unterricht  im  Französischen,  wie  dies  vor
1856  der  Fall  war,  auf  die  Klassen  von  Tertia  aufwärts  beschränkt
werde.  Das  Gymnasium  ist  allen  seinen  Schülern,  nicht  bloß  denen,
welche  etwa  schon  aus  den  mittleren  Klassen  abgehen,  die  zeitigere
Einführung  in  diese,  für  unsere  gesammten  bürgerlichen  und  wissenschaftlichen
  Verhältnisse  wichtige  Sprache  unbedingt  schuldig.  Dagegen
  läßt  sich  der  Beginn  des  griechischen  Unterrichtes,  unter  annähernder
  Beibehaltung  der  Gesammtzahl  der  ihm  jetzt  am  Gymnasium
  gewidmeten  Lehrstunden,  auf  Tertia  verlegen,  ohlte  dadurch
den  Erfolg  desselben  zu  beeinträchtigen,  sofern  dafür  gesorgt  wird,
daß  in  der  grammatischen  Seite  des  Unterrichtes  gegenüber  der  Lektüre
  das  richtige  Maß  eingehalten  wird.  Durch  diese  Aenderung
wird  nicht  nur  für  die  Entwickelung  des  naturbeschreibenden  Unterrichtes
  der  erforderliche  Raum  beschafft,  sondern  es  werden  zugleich
die  Lehrpläne  der  Gymnasien  und  Realschulen  1.  Ordnung  für  die
drei  untersten  Jahreskurse  einander  so  angenähert,  daß  bis  zur  Versetzung
  nach  Untertertia  der  Uebergang  von  der  einen  Kategorie  der
Schulen  zu  der  anderen  unbehindert  ist.  Die  daraus  sich  ergebende
Folge,  daß  erst  nach  dreijährigem  Schulbesuche  die  Entscheidung
für  Gymnasium  oder  Kealschule  1.  Ordnung  erforderlich  ist,  wird
um  so  beachtenswerther  erscheinen,  wenn  man  in  Betracht  zieht,
daß  an  150  Orten  nur  gymnasiale,  an  81  Orten  nur  realistische
Anstalten  mit  lateinischem  Unkerrichte  bestehen.