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fluß  auf  die  erfolgreiche  Ertheilung  des  Unterrichtes  aus.“)  Wenn
man  selbst  absieht  von  der  Frage,  ob  nicht  mit  dieser  schnellen  Vermehrung
  des  Besuches  der  höheren  Schulen  der  Prozentsatz  derjenigen
Schüler  sich  gesteigert  hat,  welche  für  die  Aufgabe  derselben  minder
eeignet,  eben  dadurch  zu  einer  Hemmung  des  Unterrichtes  werden,
"6  treten  jedenfalls  zwei  Momente  von  zweifellos  erschwerendem
Einflusse  hervor.

Einerseits  hat  eine  ansehnliche  Anzahl  unserer  höheren  Schulen
eine  Höhe  der  Gesammtfrequenz  erreicht,  welche  ihre  gesunde  Entwickelung
  gefährdet.  An  mehr  als  einem  Viertel  der  Gymnasien
überschreitet  die  Gesammtzahl  der  Schüler,  ungerechnet  die  etwa
bestehenden  Vorklassen,  die  Zahl  400  und  reicht  bis  700  und  sogar
darüber.  In  der  Regel  sind  derartige  Schulen  zugleich  in  allen
oder  den  meisten  einzelnen  Klassen  mit  der  als  äußerste  Grenze  zulässigen
  Schülerzahl  gefüllt  und  bereiten  dadurch  dem  Erfolge  des
Unterrichtes  diejenige  Erschwerung,  welche  mit  einer  hohen  Schülerzahl
  unvermeidlich  verbunden  ist.  Aber  selbst  wenn  dieser  letztere
Uebelstand  nicht  oder  in  nur  mäßigem  Grade  vorhanden  ist,  so  liegt
in  der  Höhe  der  Gesammtfrequenz  an  sich  ein  schwer  wiegender
Nachtheil.  Für  den  Direktor  ist  es  unter  solchen  Voraussetzungen
kaum  erreichbar,  daß  er  die  Gesammtheit  der  Schüler  nach  Betragen,
Fleiß  und  Leistungen,  geschweige  denn  nach  ihrer  Individualität
kenne  und  durch  diese  persönliche  Kenntnis  erforderlichen  Falles
zweckmäßigen  Einfluß  ausübe.  Der  große  Umfang  des  Lehrerkollegiums
  lockert  das  Band  unter  seinen  einzelnen  Gliedern,  welches
die  unerläßliche  und  unersetzliche  Bedingung  eines  einheitlichen  Zusammenwirkens
  ist.  Die  ganze  Schule  kommt  in  die  Gefahr,  einer
Großstadt  darin  ähnlich  zu  werden,  daß  Lehrer  und  Schüler  fast
wie  fremd  an  einander  vorübergehen  und  die  persönliche  Theilnahme
der  Lehrer  für  die  Schüler  auf  ein  verschwindendes  Maß  herabsinkt.
  Das  Urtheil  über  jeden  Schüler  wird  zu  einer  aus  den  einzelnen
  Notizen,  hauptsächlich  über  das  Ergebnis  der  schriftlichen
Klassenarbeiten,  summirten  Angabe  über  das  Verhältnis  seiner
Leistungen  zur  Aufgabe  der  Klaße,  ohne  die  belebende  Anerkennung

)  Zur  Erläuterung  dieses  Satzes  können  folgende  Zahlen  beitragen.  Im
Jahre  1868  bestanden  im  preußischen  Staate  197  Gymnasien,  höhere  Schulen
der  verschiedenen  Kategorien  zusammen  369;  im  Jahre  1880  war  die  Zahl  der
Gymnafien  auf  249,  die  der  höheren  Schulen  überhaupt  auf  489  gestie  en.  —  Im
Jahre  1868  kam  ein  Gymnasialschüler  in  Preußen  auf  427,  ein  Schüler  der
höheren  Schulen  überhaupt  auf  266  Köpfe  der  Bevölkerung;  im  Jahre  1880  war
das  Berhältnis  der  Gymnasiasten  1:  362,  das  der  Schüler  höherer  Schulen  überhaupt
  1:  215  (zur  Bergleichung  kann  dienen,  daß  gleichzeitig  im  Königreiche
Sachsen  das  Verhälmis  1:  624,  bezw.  1:  281  war).  Im  Jahre  1863  anden
sich  unter  144  Gymnasien  29,  also  20%  ,  mit  einer  Frequenz  (ungerechnet  die
Vorschulklassen)  von  mehr  als  400  Schülern,  im  Jahre  1880  hatten  unter
249  Gymnaslen  63,  also  26%  eine  Frequenz  von  400—700  Schülern.