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zur  Berechnung  einfacher  Aufgaben  der  mathematischen  Geograpbie
wenn  auch  auf  etwas  unbequemerem  Wege,  befähigt  werden.  —  Ei
ist  ferner  darauf  zu  achten,  daß  der  Unterricht  auch  auf  der  oberster
Stufe  nicht  einen  ausschließlich  rechnenden  Charakter  annimmt,  sondern
  auch  hier  die  Uebung  in  geometrischer  Anschauung  und  Konstruktion
  fortgesetzt  wird;  besonders  ist  im  stereometrischen  Unterrichte
  das  Verständnis  projektivischen  Zeichnens  vorzubereiten  und  zu
unterstützen.

Zu  9.

a.  Das  methodische  Versahren  bei  dem  Unterrichte  in  der
Naturbeschreibung  hat  sich  nur  langsam  entwickelt,  aber  es  ist  nicht
zu  verkennen,  daß  im  letzten  Jahrzehnt  erhebliche  Fortschritte  darin
gemacht  find.  Es  sind  jetzt  an  nicht  wenigen  Realanstalten  recht
tüchtige  Vertreter  dieses  Unterrichtes  zu  finden,  und  es  läßt  sich  annehmen,
  daß  deren  eine  noch  größere  Zahl  in  der  nächsten  Zeit
herangebildet  werden  wird.  Dem  entsprechend  ist  das  Streben  immer
mehr  darauf  gerichtet,  die  Schüler  zur  Beobachtung  und  Beschreibung
  einzelner  Naturkörper  anzuleiten  und  durch  Vergleichung  verwandter
  Formen  zum  Verständnisse  des  Systemes  hinüberzuführen,
und  neben  dieser  Einführung  in  die  systematische  Ordnung  mit  den
wichtigsten  Erscheinungen  und  Gesetzen  des  Thier=  und  Pflanzenlebens
  bekannt  zu  machen.  Auf  Vollständigkeit  des  Materiales  ist
kein  besonderes  Gewicht  zu  legen;  der  Stoff  ist  hauptsächlich  der
einheimischen  Faung  und  Flora  zu  entnehmen,  wie  sie  die  Umgebung
und  die  Sammlung  der  Schule  bietet,  doch  dürfen  charakteristische
Formen  anderer  Erdtheile  nicht  unbeachtet  bleiben.  In  der  Regel
wird  sich  der  Unterricht  in  den  unteren  Klassen  auf  Zoologie  und
Botanik  beschränken;  nur  an  solchen  Orten,  wo  die  unmittelbare
Umgebung  dazu  auffordert,  wird  die  Beschreibung  einzelner  besonders
  wichtiger  Mineralien  hinzutreten.  —  Der  Unterricht  in  der
Mineralogie  wird  im  weiteren  Verlaufe  am  naturgemäßesten  mit
dem  chemischen  verbunden  und  ist  im  Allgemeinen  auf  Oryktognosie
zu  beschränken;  jedoch  ist  ist  es  nicht  verwehrt,  an  solchen  Orten,
wo  die  Umgebung  Beobachtungen  über  die  Lagerungsverhältnisse  der
Erdschichten  gestattet,  die  Grundzüge  der  Geognosie  in  denselben
aufzunehmen.

b.  Die  Bestimmung  der  Unterrichtsordnung  vom  Jahre  1859,
wonach  die  Schüler  bei  ihrer  Versetzung  nach  Prima  sich  einer  besonderen
  Prüfung  unterziehen  müssen,  hat  sich  erfahrungsmäßig  nicht
bewährt;  die  Schüler  sind  dadurch  verleitet  worden,  sich  im  letzten
Semester  eine  Menge  von  positiven  Kenntnissen  gedächtnismäßig  anzueignen.
  Deshalb  ist  von  der  Beibehaltung  dieser  Vorschrift  Abstand
  genommen,  die  Bedeutung  des  Unterrichtes  aber  durch  die  Bestimmung
  gewahrt  worden,  daß  die  bei  der  Versetzung  nach  Ober-