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sekunda  ertheilte  Censur  auch  in  das  Zeugnis  der  Reife  bei  der  Ent—
lassungsprüfung  aufgenommen  werden  muß.

Zu  10  und  11.

a.  Die  Lehraufgabe  des  chemischen  Unterrichtes  ist  für  die
Ober-Realschulen  unverändert  beibehalten,  dagegen  für  die  Real--gymnasien
  durch  Ausschließung  der  Elemente  der  organischen  Chemie
etwas  beschränkt  worden.  Für  beide  Arten  von  Realschulen  ist  der
Beginn  dieses  Unterrichtes  nach  Obersekunda  gelegt.  Bei  der  bisherigen
  Einrichtung  sind  die  sechs  naturwissenschaftlichen  Stunden
in  Sekunda  auf  Naturbeschreibung,  Physik  und  Chemie  gleichmäßig
vertheilt,  und  es  ist  in  Folge  davon  eine  Zersplitterung  der  Arbeitskraft
  der  Schüler  unvermeidlich,  zumal  da  Physik  und  Chemie  auf
dieser  Stufe  zugleich  begonnen  werden.  Zur  Beseitigung  dieses
Uebelstandes  ist  der  Abschluß  der  Naturbeschreibung  und  der  Beginn
der  Physik  nach  Untersekunda  gelegt,  der  Anfang  des  chemischen
Unterrichtes  nach  Obersekunda  verschoben.  Die  nothwendige  Folge
davon  ist  dann,  daß  auch  bei  sonst  gemeinsamem  Unterrichte  die
Sekunda  für  Naturbeschreibung  und  Chemie  getrennt  werden  muß.
Bei  der  hierdurch  ermöglichten  Concentration  der  Aufmerksamkeit
wird  die  geringe  Minderung  der  Zahl  der  Lehrstunden  keinen  nachtheiligen
  Einfluß  auf  den  Unterrichtserfolg  ausüben.

b.  Durch  diese  Einschränkung  ist  die  Chemie  in  diejenige
Stellung  gerückt,  welche  ihr  der  Physik  gegenüber  in  ihrer  Bedeutung
  für  die  Schule  zukommt.  Abgesehen  davon,  daß  die  Gesetze
der  letzteren  auch  die  Grundlage  für  die  erstere  bilden,  bietet  sie
durch  den  größeren  Umfang  und  die  größere  Mannigfaltigkeit  ihres
Inhaltes  und  durch  die  festere  Begründung  ihres  theoretischen
Tbeiles,  wodurch  sie  in  engere  Verbindung  mit  der  Mathematik
gesetzt  wird,  einen  weit  reicheren  Stoff  für  den  Unterricht  und  eine
vielseitigere  Anregung  für  die  intellektuelle  Ausbildung,  als  die
Chemie,  für  deren  theoretische  Grundlagen  gerade  in  jetziger  Zeit
neue  Wege  versucht  werden  und  deren  sämmtliche  Erscheinungen  sich
aus  einer  kleinen  Anzahl  von  Gesetzen  durch  Wiederholung  derselben
Denkprozesse  herleiten  lassen.  Für  den  Unterricht  in  der  Schule
liegt  der  Werth  der  Chemie  darin,  daß  die  Schüler  an  einem  einfachen
  Stoffe  und  durch  einfache,  leicht  durchsichtige  Versuche  in  das
Verständnis  der  induktiven  Methode  eingeführt  werden;  auf  der
anderen  Seite  ist  aber  weit  mehr  als  im  physikalischen  Unterrichte
die  Gefahr  vorhanden,  daß  die  Schüler  durch  gleichmäßige  Behandlung
  aller  Elemente  und  ihrer  Verbindungen  mit  Lehrstoff  überladen
  und  zu  überwiegend  gedächtnißmäßiger  Aneignung  genöthigt
werden.  Darum  ist  gerade  auf  diesem  Gebiete  vorsichtige  Auswahl
des  Lehrstoffes  dringend  geboten;  wenn  aber  diese  Vorsicht  beobachtet
  wird,  kann  das  Ziel  des  Unterrichtes,  Bekanntschaft  mit  den