— 168 — den Schutz der Mutterbäume gegen Frost und Hitze verlangen, wie z. B. bei Buche und Tanne. Die Aufgabe des Forstwirths besteht dann darin, die Samen— entwickelung, seinen Abfall, die Keimung und sein Wachsen durch richtige Schlagführung zu befördern resp. in Niederwald und Mittelwald die Ausschlagsfähigkeit zu begünstigen und zu erhalten. Je nachdem nun die Samenbäume auf der zu verjüngenden Fläche oder in nächster Nähe derselben stehen, unterscheidet man zwischen einer Naturbesamung durch den Schirmbestand und einer solchen durch den Seitenbestand. Die erstere hat eine weit unbeschränktere Anwendung und wird deshalb hauptsächlich von ihr in den folgenden Kapiteln die Rede sein. 8 119. a. Natürsliche Berjüngung durch Samenabfall resp. 5chlagstellung. Die Bestandsverjüngung durch Samenabfall kann mit sämmtlichen Holz= und Straucharten vorgenommen werden, doch findet sie in aus- gedehnter Weise im Hochwald= und Plenterbetriebe nur bei Rothbuche und Weißtanne, seltener bei der Eiche, Hainbuche, Esche, Birke, Erle 2c. und bei den anderen Nadelhölzern statt. Nur diese beiden Holzarten erfordern die natürliche Verjüngung, weil sie in der Jugend dringend eines Schutzes bedürfen, den ihnen der künstliche An- bau nicht gewährt. Um eine gute natürliche Verjüngung zu erhalten, hat man Fol- gendes anzustreben: 1. Erziehung von Samenbäumen, Reichlichen Abfall von gutem Samen, 3. Herstellung eines guten Keimbettes, 4. Schutz beim Keimen und Anwachsen, Herausschaffen aller dem jungen Bestande schädlichen Mutter— und Schutzbäume. Dieses erreicht man durch eine richtige Schlagführung, und unter- scheidet man nach der fortschreitenden Entwicklung der natürlichen Ver- jüngung drei Haupthiebsoperationen: die Vorbereitungshiebe, den Be- samungsschlag, die Nachhiebe. Als Beispiel wollen wir in Folgendem besonders die natürliche Verjüngung der Rothbuche näher besprechen. w Sc