— 256 — Boden, auf trocknem Boden kommt nur die kaspische Weide gut fort. Am besten gedeihen sie in den Schlickniederungen mit periodischen Ueberschwemmungen, stagnirendes, namentlich saures Wasser vertragen sie nicht. Zu den Kulturweiden gehören Salix alba, vitellina, russe- liana (verbreitetste Kopfweiden), Salix triandra, viminalis, purpurea (die drei besten Korbweiden), Salix helix, acutifolia — oder caspica, auch noch gute Korbweiden und Band- stöcke, letztere wegen ihrer großen Wurzelverbreitung vorzüglichstes Befestigungsmittel von Ufern und Bö- schungen. Die Weiden werden durch Pflanzung von Steck- lingen und Setzstangen kultivirt. Zu ersteren nimmt man die besten ein= bis zweijährigen auf 20 (schwerer Boden) bis 30 cm (leichter Boden) Länge glatt ge- kürzten Schößlinge, welche dann in Bunden gebunden und möglichst bald verwendet werden. Sie werden mit der durch ein Leder geschützten Handfläche oder mit Hilfe des Vorstechers (Figur 119) bis an die Schnitt- fläche — das dicke Ende unten — schräg oder senk- recht in Reihenverband von 15:40 cm eingesteckt. Sorgfältiges Reinigen von Unkraut ist unerläßlich. 1u. Diese Kulturmethode ist nur auf lockerem und vor- — bereitetem Boden zu empfehlen, womöglich nach kurzer 6 n Atezzale landwirthschaftlicher Vornutzung. Setzstangen nimmt man im Frühjahr von 4-bis 6jährigem Holze, entästet und kürzt sie dann auf 3 Meter mit glattem Hieb; sie kommen 60 cm tief zu stehen; bei schlechterem Boden macht man Pflanzlöcher wie bei Heisterpflanzungen. Auch werden die Stecklinge auf lockerem oder spatentief gelockertem Boden in 40—50 cm Quadratverband schräg einzeln tief (Figur 120) eingesteckt; falls Fluthandrang zu befürchten ist, müssen die Stecklinge wasserabwärts gerichtet sein. Um Rindenbeschädigung beim Einstecken zu vermeiden, sticht man mit dem Spaten (Klemmpflanzung) oder dem Weidenpflanzer ein Loch vor; die untere (dickere) Schnittfläche des Steckling muß unbedingt fest aufsitzen und dürfen keine Höhlungen vorhanden sein. In feuchtem Boden werden die Stecklinge häufig auf Rabatten gepflanzt. Fig. 119. Vorstecher.