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Mutter:  „Denk  einmal,  lieber  Joseph,  vielleicht  hat
das  Vöglein  Junge  im  Neste;  wie  werden  die  auf  die
Mutter  warten,  und  nun  kann  sie  ihnen  nichts  bringen;  da
müssen  sie  verhungern!“

„Ach  Mutter,“  sagte  Joseph,  „das  hatte  ich  nicht  bedacht.
  Nein,  die  armen  Kleinen  sollen  nicht  verhungern!“

—  „Da,  flieg“,  sagte  er,  indem  er  das  Fenster  aufmachte,
„und  such  Futter  für  deine  Kinderchen!“

21.  Wie  die  Nachtigall  ihr  Singen  lernte.

Als  der  liebe  Gott  die  Vögel  ge  schaffen  hatte,  saßen
sie  alle,  groß  und  klein,  um  ihn  herum.  Aber  fast  keiner
war  mit  dem  Kleide  zufrieden,  das  ihm  der  liebe  Gott  gegeben
  hatte.

Die  Gans  sprach:  „Ich  möchte  gern  grüne  Beine
haben.“  "·

Der  Kuckuck  sprach:  „Ich  möchte  gern  einen  roten
Schwanz  haben.“

Der  Gimpel  sprach:  „Ich  möchte  gern  eine  gelbe  Brust
haben.“

Der  Zeisig  sprach:  „Ich  möchte  gern  einen  blauen
Kopf  haben.“

Die  Amsel  sprach:  „Ich  möchte  gern  weiße  Flügel
haben.“

Die  Lerche  sprach:  „Ich  möchte  gern  rot  und  grün
und  gelb  aussehen.“

Und  so  hatte  jeder  Vogel  etwas  zu  wünschen.

Nur  die  Nachtigall  saß  still  dort  und  freute  sich  über
ihr  graues  Kleid  und  war  damit  ganz  zufrieden.

Das  gefiel  dem  lieben  Gott.  Deshalb  sprach  er  zu
der  Nachtigall:  „Weil  du  so  zufrieden  bist,  sollst  du  auch
der  Liebling  der  Menschen  werden.  Jetzt  geh  auf  Reisen
und  besuche  alle  Singvögel,  die  ich  geschaffen  habe,  und
horche  auf  ihre  schönsten  Lieder.  Und  aus  den  vielen