—  32  —

vergnügt  im  Staube  baden,  dann  möchte  die  Glucke  auch
wohl  gern  mittun.  Aber  sie  bleibt  still  auf  ihren  Eiern
sitzen  und  rührt  sich  nicht;  denn  die  Eier  könnten  sonst  kalt
werden  und  ihre  Kinderchen  in  den  Eiern  sterben.  Man
muß  ihr  Futter  und  Wasser  vor  das  Nest  setzen,  sonst  leidet
sie  Hunger  und  Durst.  Oft  sieht  sie  unter  sich,  ob  noch
alle  Eier  wohlerhalten  sind.  Dann  dreht  sie  mit  ihren
Füßen  die  Eier  vorsichtig  herum,  damit  alle  recht  warm
liegen.  Denn  sie  liebt  ihre  Küchlein  schon,  wenn  sie  diese
auch  noch  nicht  sieht.  So  treibt  sie  es  drei  Wochen  lang.
Zuletzt  wird  sie  von  allem  Stillsitzen  ganz  mager  und  elend.
Aber  am  Ende  hat  sie  doch  ein  großes  Glück.  Sie  hört
es  in  den  Eiern  leise  picken.  Eine  Eischale  bricht  auf,  und
heraus  guckt  ein  niedliches  Küchlein.  Es  arbeitet  sich  schnell
ganz  aus  der  Schale  heraus.  Und  dann  folgt  ein  zweites,
ein  drittes  Küchlein,  und  nach  einigen  Stunden  sind  alle
zwölf  Küchlein  ausgeschlüpft.  Niemand  im  ganzen  Hause
ist  jetzt  so  glücklich  wie  die  alte  Glucke.

47.  Küchlein.

1.  Küchlein,  ihr  Küchlein,  wo  ihr  seid,
lauft  und  versteckt  euch!  Jetzt  ist's  Zeit.
Hört  ihr,  wie  bang  die  Mutter  ruft?
Seht  ihr  den  Habicht  in  der  Luft?
Dort  ist  der  Schuppen,  eilt  mit  Hast,
eh'  er  herabstürzt  und  eins  faßt!

2.  Wie  sie  da  steckten  still  verborgen,
wie  da  die  Henne  lief  in  Sorgen,
bis  daß  im  Garten  ein  Schuß  geschah!

Weg  war  auf  einmal  der  Habicht  da.
Mutter  rief  froh  die  Lieben  heraus,
breitet'  die  Flügel  über  sie  aus.