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reiche  Ernte.  Hei,  wie  die  blanken  Sensen  rauschen  und
die  langen,  schweren  Halme  zu  Boden  sinken!  Der  eine
Schnitter  wetzt  seine  Sense;  denn  sie  muß  scharf  sein,  wenn
sie  viele  Halme  auf  einen  Hieb  durchschneiden  soll.

Das  Weizenfeld  dahinten  ist  bald  abgemäht,  es  steht
nur  noch  eine  kleine  Ecke;  darin  hat  sich  das  Häschen
verborgen.  Wann  wird  es  herausspringen?  Jetzt,  o  seht,
o  seht,  wie  schnell  es  laufen  kann!  Den  Mähern  folgen
fleißige  Frauen  und  Mädchen;  die  nehmen  das  Getreide
auf  und  binden  es  in  Garben.  Der  ganze  Acker  liegt  voll
Garben;  sie  werden  in  Haufen  zusammengestellt.

Dort  auf  dem  Felde  haben  die  Schnitter  ihre  Arbeit
schon  beendet,  und  der  Erntewagen  steht  hochbeladen  auf
dem  abgemähten  Acker.  Noch  eine  Garbe  und  noch  eine
wird  hinaufgehoben  —  jetzt  ist's  genug.  Der  Knecht  läßt
die  Peitsche  knallen,  und  nun  ziehen  die  Pferde  das  schwere
Fuder  mühsam  über  den  lockern  Acker,  bis  sie  auf  die
Straße  kommen;  da  geht  es  leichter.  Bald  schwankt  der
Wagen  durch  das  weite  Tor  in  den  Hof  und  in  die
Scheune.

58.  Die  Maus  und  die  Eule.

Eine  Maus  lief  eines  Abends  am  Waldrande  vorbei,  um
sich  ihre  Nahrung  zu  suchen.  Bald  fand  sie  einen  Kirschkern,
den  ein  Spaziergänger  weggeworfen  hatte.  Sie  setzte  sich
auf  die  Hinterbeine,  nahm  den  Kern  zwischen  die  Vorderpfoten
  und  fing  an  zu  knabbern.  Aber  die  Kost  mochte
ihr  wohl  nicht  schmecken;  denn  sie  ließ  den  Kirschkern
bald  fallen  und  lief  ein  Stückchen  weiter.  Dabei  kam  sie
auf  das  Feld.  Hier  hatte  der  Bauer  seinen  Roggen  gemäht
  und  in  Haufen  zusammengestellt.  Die  Maus  kletterte
auf  einen  Kornhaufen  und  ließ  sich  das  Korn  des  Bauern
gut  schmecken.