—  43  —

Zähne  und  beißen  die  kleinen  Fische  tot  und  fressen  sie.
Das  will  der  Müller  aber  nicht  haben  und  fängt  die  Hechte.

Wollt  ihr  wissen,  wie  er  das  macht?  Ich  habe  ihm
einmal  zugesehen.  Da  nahm  er  einen  Angelhaken  von
Eisen,  der  war  sehr  spitz;  er  band  ihn  an  eine  lange
Schnur  und  machte  einen  Stock  daran.  Nun  nahm  er
einen  Regenwurm  unter  einem  Steine  hervor  und  steckte
diesen  so  an  den  Haken,  daß  man  die  Spitze  nicht  sah.
Hierauf  setzte  er  sich  ganz  ruhig  an  das  Ufer  und  senkte
die  Angel  in  das  Wasser.  Bald  kam  ein  großer  Hecht,
betrachtete  den  Wurm  und  dachte:  Ei,  der  soll  mir  gut
schmecken!  Geschwind  fuhr  er  darauflos,  sperrte  sein  Maul
weit  auf  und  biß  hinein.  Aber  da  hatte  er  sich  den  spitzen
Haken  in  den  Gaumen  gebissen  und  konnte  ihn  nicht  wieder
losmachen.  Er  riß  gewaltig  an  der  Angelschnur  und  schlug
hin  und  her.  Als  aber  der  Müller  merkte,  daß  etwas  an
der  Angel  zuckte,  zog  er  sie  in  die  Höhe.  Oh,  wie  freute  er
sich,  als  er  den  Hecht  gefangen  hatte!  Er  löste  ihn  von
der  Angel  los  und  machte  ihn  tot.  Die  Müllerin  kochte
ihn  in  Wasser  und  brachte  ihn  des  Abends  auf  den  Tisch.

63.  Der  Schmied.

Neben  dem  Hause  meiner  Eltern  wohnte  ein  alter
Schmied.  Er  war  ein  gar  guter  Mann,  obgleich  er  schwarz
im  Gesicht  aussah,  so  daß  manche  Kinder  sich  vor  ihm  fürchteten.
  Ich  fürchtete  mich  aber  nicht,  sondern  ging  alle  Tage
zu  ihm  und  sah  ihm  zu,  wie  er  in  seiner  Werkstatt  arbeitete.
  Da  zog  er  einen  großen  Blasebalg,  daß  dieser  sauste
und  das  Feuer  anblies.  In  dies  helle  Feuer  legte  er  Eisen
und  ließ  es  darin  liegen,  bis  es  glühend  wurde;  dann
packte  er  es  mit  einer  großen  eisernen  Zange  und  legte  es
auf  einen  großen  eisernen  Klotz,  den  er  Amboß  nannte.