—  45  —

eisen,  Hämmer,  Zangen,  Bohrer,  ein  Leimtiegel,  ein  Maßstab,
  ja  selbst  ein  Bleistift,  wie  ihn  der  Tischler  gebraucht.

Da  hat  sich  das  Büblein  sogleich  eine  kleine  Werkstatt
eingerichtet,  und  nun  sägt  es,  hobelt,  stemmt,  bohrt  und
hämmert,  daß  es  eine  Art  hat.

65.  Der  Radfahrer.

Hui,  was  fliegt  da  die  Straße  entlang?  Ich  sehe
zwei  Räder,  die  sich  schnell  drehen,  und  obendarauf  sitzt
ein  Mann.  Seine  Beine  heben  und  senken  sich,  als  trete
er  eine  Nähmaschine.  Sieh,  wie  gewandt  er  sich  mit  dem
schmalen  Rade  zwischen  zwei  Wagen  hindurchschlängelt,
nirgends  anstößt,  vorsichtig  den  Fußgängern  ausweicht!
Das  ist  einer,  der  das  Fahren  auf  dem  Zweirad  gut  versteht.
  Wie  vorsichtig  ist  er!  Immer  hat  er  die  Hand  an
dem  Glöckchen,  und  wenn  jemand  seinen  Weg  kreuzt,  so
klingelt  er.  Er  warnt  uns.  Er  hat  Furcht,  jemand  zu
verletzen  oder  gar  zu  überfahren.  Nun  wird  das  Menschengedränge
  zu  dicht,  und  der  Radfahrer  muß  absteigen.
Er  führt  sein  Zweirad  mit  der  Hand  neben  sich  her.  Doch
lacht  er  dabei  und  denkt:  Muß  ich  dich  auch  führen,  mein
liebes  Zweirad,  so  brauche  ich  dich  doch  nicht  zu  füttern,
wie  der  Kutscher  dort  auf  dem  Platze  seine  Pferde  füttert.
Jetzt  ist  die  Straße  wieder  frei  geworden.  Behende
schwingt  sich  der  Radfahrer  wieder  auf  sein  Rad  und  rollt
schnell  dahin.  Es  geht  weich  und  sanft.

Die  Räder  sind  mit  einem  Gummischlauch  eingefaßt.
Im  Schlauche  ist  Luft.  Nein,  ich  freue  mich,  daß  ich  kein
Fußgänger  bin,  denkt  der  Radfahrer.  P—ff!I  macht  es
plötzlich.  O  wehl  o  wehl  Was  ist  geschehen?  Der  Gummischlauch
  ist  geplatzt,  die  Luft  ist  aus  dem  Schlauch  entwichen.
  Das  kommt  von  der  Glasscherbe  her,  die  auf