70.  Der  Tanzbär.
Was  khommt  denn  dort  die  Straße  her?
Hürwahr,  ein  großer  Brummelbär!
Und  hat  man  so  was  wohl  gesehn?
Gar  auf  zwei  Beinen  kann  er  gehn;
5  und  wie  er  mächtig  tanzen  kann;
grad  wie  ein  Mehlsack  hopst  er  dann!
Zur  Seite  sitzt  ein  Hudelhund,
hat  einen  Teller  in  dem  Mund;
und  auf  dem  Nopf  der  Federhut
10  von  rotem  Plüsch,  der  steht  ihm  gut.
Doch  soll  ich  hier  alleine  stehn?
Das  müssen  doch  die  andern  sehn!
Ich  weiß,  wo  sie  zu  finden  sind,
und  lauf  und  hole  sie  geschwind:
15  „Kommt  alle  her,  kommt  alle  her,
da  draußen  tanzt  ein  Brummelbär!“

71.  Auf  dem  Lande.

Hell  leuchten  die  roten  Ziegeldächer  der  freundlichen
Häuser  aus  den  Obstbäumen  hervor.  Kleine  Gärten  mit
grünen  Hecken  und  Blumen=  und  Gemüsebeeten  trennen
die  Höfe.  Weite  Felder,  grüne  Wiesen  und  ein  dichter
Wald  schließen  das  Dorf  ein.  Das  ist  die  schöne  Heimat
der  Dorfkinder.  In  der  frischen,  reinen  Luft  tummeln  sie
sich  nach  Herzenslust  umher.  Die  warme  Sonne  bräunt
ihnen  Gesicht  und  Hände.  Barfuß  laufen  sie  über  Steine
und  Stoppeln.  Mit  den  Gänsen,  Ziegen  und  Kühen  ziehen
  sie  auf  die  Weide.  Am  Waldrande  suchen  sie  Beeren
und  Nüsse  und  schauen  ganz  heimlich  den  Hasen  und  Rehen
zu.  Die  Mädchen  pflücken  Butterblumen  und  Himmelsschlüssel
  auf  der  Wiese  und  machen  Kränze  daraus.  Die
Knaben  schneiden  aus  den  Weiden  am  Wasser  Flöten.
Wenn  Heu  oder  Korn  eingefahren  wird,  sitzen  die  Kinder
stolz  hochoben  auf  dem  Wagen.  Auf  dem  Felde  machen