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sie  weinten  so  laut,  daß  es  den  guten  Mond  rührte.  Da
sprach  er  zu  ihnen:  „Wenn  ihr  das  Haus  kennt,  wo  eure
Mutter  wohnt,  so  will  ich  euch  ein  wenig  leuchten;  dann
könnt  ihr  den  Weg  finden.“

Und  der  Mond  leuchtete  ihnen  so  hell,  als  wenn  es
wieder  Tag  geworden  wäre.  Und  die  Kinder  faßten  Mut
und  liefen,  so  schnell  sie  konnten,  und  fanden  glücklich  den
Weg.  Als  sie  vor  der  Haustür  standen,  sagten  sie:  „Schönen
  Dank,  lieber  Mond,  daß  du  uns  geleuchtet  hast!“  Er
antwortete:  „Es  ist  gern  geschehen.  Aber  eilt  nun,  daß
ihr  zu  eurer  Mutter  kommt;  denn  sie  hat  sich  schon  viel
um  euch  geängstigt."“

74.  Das  Lied  vom  Monde.
1.  Wer  hat  die  schönsten  Schäfchen?
Die  hat  der  goldne  Mond,
der  hinter  unsern  Bäumen
am  Himmel  drüben  wohnt.

2.  Er  kommt  am  späten  Abend,
wenn  alles  schlafen  will,
hervor  aus  seinem  Hause
zum  Himmel  leis  und  still.

3.  Dann  weidet  er  die  Schäfchen
auf  seiner  blauen  Flur;
denn  all  die  weißen  Sterne
sind  seine  Schäfchen  nur.

4.  Sie  tun  sich  nichts  zuleide,
hat  eins  das  andre  gern,
und  Schwestern  sind  und  Brüder
da  droben  Stern  an  Stern.

5.  Und  soll  ich  eins  dir  bringen,
so  darfst  du  niemals  schrein,
mußt  freundlich  wie  die  Schäfchen
und  wie  ihr  Schäfer  sein.