der  kommt  von  Tante  Meta.“  Und  sie  riß  ihn  auf  und
las  und  lachte  und  rief:  „Sie  kommt,  sie  kommt,  sie  will
uns  besuchen.“  —  Das  war  ein  schöner  Brief.  Und  Hans
spielte  den  ganzen  Morgen  Briefträger.

80.  Die  Zugvögel.
Wenn  der  Herbst  kommt,  dann  ziehen  fast  alle  die
lieben  Sänger,  die  den  Garten,  das  Feld  und  den  Wald
belebten,  fort  von  uns.  Manche  ziehen  einzeln,  manche
zu  Paaren,  manche  in  großen  Scharen.  6

Die  Vögel  können  den  kalten  Winter  nicht  ertragen.
Die  Raupen  und  Würmer  haben  sich  verkrochen,  und
die  Vögel  haben  nichts  mehr  zu  fressen.  Deshalb  ziehen
sie  in  wärmere  Länder,  wo  ihnen  der  liebe  Gott  schon
wieder  den  Tisch  gedeckt  hat.

Sie  ziehen  über  Berg  und  Tal,  über  Bäche  und
Ströme,  selbst  über  das  Meer  dahin,  viele  hundert  Stunden
weit.  Kein  Mensch  zeigt  ihnen  den  Weg,  und  sie  kommen
doch  ans  Ziel.

Wenn  die  Sonne  bei  uns  wieder  wärmer  scheint,
dann  kommen  sie  zurück.  Die  Schwalbe  sucht  ihr  Nest
am  Dache  oder  im  Hause  und  die  Nachtigall  das  Gebüsch,
  in  dem  sie  vor  einem  Jahre  sang.  Alle  finden
die  Stätte,  wo  sie  früher  fröhlich  waren,  und  singen  von
neuem  ihre  schönen  Lieder.

Wir  gleichen  braunen  Mäuschen
und  haben  stachlige  Häuschen;
doch  nicht  in  Löchern  wir  leben,
auf  grünen  Bäumen  wir  schweben
5  und  springen  zum  Herbst  herunter.
Die  Kinder  sammeln  uns  munter.