Herr,  den  es  nicht  bemerkt  hatte,  vom  Fenster  herab:
„Bleib  da  und  wartel!“  Lenchen  blieb  stehen,  wutzte  aber
nicht,  wer  gerufen  hatte.

Der  Herr  kam  herab  und  fragte  es:  „Wem  gehörst
du?  Lenchen  antwortete:  „Mein  Vater  ist  ein  Tagelföhner;
  er  hat  auch  schon  einmal  in  diesem  Garten  gearbeitet,
  aber  jetzt  ist  er  krank.  Der  Doktor  hat  gesagt,
er  solle  öfters  gekochtes  Obst  essen.  Wir  haben  kein
Obst,  und  wenn  wir  Geld  haben,  so  müssen  wir  Brot
dafür  kaufen.“  Da  nahm  ihm  der  Herr  das  Körbchen
vom  Arm  und  öffnete  es;  es  war  aber  kein  Blatt  und
kein  Stengel  darin.  „Du  hast  ja  nichts  in  dem  Körbchen“,
  sagte  der  Herr  zu  Lenchen.  Lenchen  antwortete:
„Mein  Vater  hat  gesagt,  ich  sollte  darum  bitten;  aber  ich
habe  nicht  hinzukommen  können.“"

Der  Herr  füllte  nun  das  Körbchen  mit  den  schönsten
Apfeln,  gab  es  dem  Kinde  und  sagte:  „Du  bist  ein  gutes
Kind.  Da  hast  du  Apfel  für  deinen  kranken  Vater,  und
wenn  ihr  keine  mehr  habt,  so  komm  nur  wieder  zu  mir.“

Die  kleine  Lene  dankte  sehr  und  eilte  voll  Freude
zum  Vater  nach  Hause.  Sie  erzählte  ihm  alles  und
wiederholte  oft  die  Worte:  „Der  Herr  hat  gesagt,  wenn
wir  keine  Apfel  mehr  hätten,  so  sollte  ich  nur  wiecder
zu  ihm  kommen."

Der  Herr  hat  dem  armen  Tagelöhner  und  seinem
Kinde  auch  nachher  noch  viel  Gutes  getan.

88.  Der  Knabe  vor  dem  Hpfelborbe.
Anton  ging  in  ein  Hhaus,  um  seinen  Freund  Heinrich  abzuholen.
In  der  Stube  sah  er  Rheinen  Menschen;  wohl  aber  bemerkte  er  am
Fenster  einen  Korb  voll  äpfel.
Das  sind  schöne  kipfel,  dachte  er  bei  sich,  ging  näher  hinzu  und

sah  sie  noch  begieriger  an.  Er  hätte  gar  zu  gern  einen  genommen.
Aber:  „Nein,“  sagte  er,  „das  darf  ich  nicht  tun.  Wenn  mich  auch