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hast  du  gut  geraten“,  sagte  Georg.  Da  beham  das  Schwesterchen  den
Kpfel  und  aß  ihn  auf.  Kls  sie  aber  an  das  Häuschen  ham,  besah
sie  sich  genau  die  Wände  und  die  Kämmerchen  mit  den  schwarzen
Mohrenkinderchen  und  zählte  sorgfältig,  wieviel  es  waren.

90.  Der  Star  des  Jägers  Moritz.

Der  alte  Jäger  Moritz  hatte  in  seiner  Stube  einen
abgerichteten  Star,  der  einige  Worte  sPrechen  konnte.
Wenn  zum  Beispiel  der  Jäger  rief:  „Stärlein,  wo  bist
du?“  so  schrie  der  Star  allemal:  „Hier  bin  ich!“

Der  kleine  Karl  aus  dem  Nachbarhause  hatte  an
dem  Vogel  eine  ganz  besondere  Freude  und  machte  ihm
öfters  einen  Besuch.  Als  Karl  wieder  einmal  hinkam,
war  der  Jäger  gerade  nicht  in  der  Stube.  Karl  fing
geschwind  den  Vogel,  stedtte  ihn  in  die  Tasche  und
wollte  damit  fortschleichen.

Allein  eben  in  dem  Augenblike  kam  der  Jäger
zur  Tür  herein.  Er  dachte  dem  Knaben  eine  Freude
zu  machen  und  rief  wie  gewöhnlich:  „Stärlein,  wo  bist
dun“  Da  schrie  der  Vogel  in  der  Tasche  des  Knaben,
so  laut  er  konnte:  „Hier  bin  ich!“

91.  Das  wohltätige  Kind.

Rudolf  war  vom  Felde  heimgekommen.  Da  erhielt  er
von  der  Mutter  ein  großes  Stück  Weißbrot  zum  Abendessen.
Er  ging  damit  in  den  Hof  und  freute  sich,  denn  er  war
recht  hungrig.  Da  kam  Ernst,  der  Sohn  des  armen
Nachbarn,  zu  ihm.  Der  sah  das  Brot  und  sprach:  „Oh,
meine  kranke  Schwester  hat  schon  oft  um  weißes  Brot
gebeten.  Wir  haben  aber  keins  und  können  auch  keins
kaufen.“  Rudolf  sah  Ernst  an,  brach  das  Brot  in  zwei
Teile,  gab  ihm  das  größere  Stück  und  sprach:  „Da
nimm  und  trag  es  geschwind  zu  deiner  Kranken  Schwester!“


Lesebuch  für  Unterklassen.  Rh.  5