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ter  im  Keller  aufbewahren,  man  kann  sie  im  Ofen  dörren  oder
Wein  daraus  keltern.  Ich  bin  der  nützlichste  Baum.“

„Das  bildest  du  dir  ein"“,  sagte  die  Tanne;  „aber  du  irrst
dich.  Mit  meinem  Holze  heizt  man  die  Ofen  und  baut  man
Häuser.  Mich  schneidet  man  zu  Brettern  und  macht  Tische,
Stühle,  Schränke,  ja  sogar  Kähne  und  Schiffe  daraus.  Dazu
bin  ich  im  Winter  nicht  so  kahl  wie  ihr,  ich  bin  das  ganze
Jahr  hindurch  grün  und  schön.  Allein  ich  habe  noch  einen
Vorzug.  Wenn  es  Weihnachten  wird,  dann  kommt  das  Christkinddhen,
  setzt  mich  in  ein  Gärtchen  von  Moos  und  hängt  goldene
  Nüsse  und  Apfel,  Mandeln  und  Rosinen  an  meine  Zweige.
Dann  freuen  sich  die  Kinder  über  mich  mehr  als  über  euch
alle.  Ist  das  nicht  wahr?“

114.  Der  Weihnachtsabend.

Drei  Wochen  vor  Weihnachten  saßen  Anna,  SFranz  und  Gertrud
eines  Abends  im  Wohnzimmer  und  schrieben  Wunschzettel.  Gertrud
war  erst  vier  Jahre  alt  und  konnte  noch  nicht  schreiben.  Deshalb
mußte  Mutter  ihr  die  Hand  führen.  Kls  die  ettel  fertig  waren,
falteten  die  Kinder  sie  zusammen  und  schrieben  darauf:  „An  das  liebe
Thristhindchen“,  dann  legten  sie  die  Settel  draußen  auf  die  Sensterbank.
  Bald  danach  gingen  sie  zu  Bett.

Als  die  Mitternacht  nahte,  kam  das  CThristkindchen  geflogen  und
nahm  die  Settel  mit.  Kber  als  es  weiterflog,  sah  es  vor  gar  vielen
Henstern  auf  Erden  Wunschzettel  liegen,  und  es  mußte  sie  alle  sammeln.
Km  Morgen  hatte  das  Christkindchen  alle  Wunschzettel  zusammen  und
flog  damit  hinauf  in  den  Himmel.

Uun  gab  es  viel  Arbeit,  denn  Christkindchen  mußte  alle  die
Dinge,  die  sich  die  Erdenkinder  gewünscht  hatten,  fertigmachen.  Aber
die  Engel  saßen  dabei  und  halfen  ihm.  Und  als  Weihnachten  kam,
war  alles  fertig.  Rundum  standen  viele  große  Körbe;  darin  waren
Duppen,  Puppenstuben,  Bilderbücher,  Baukhasten,  Trommeln,  helme
und  Säbel.  Die  nahm  das  Christkhindchen  alle  mit  und  machte  sich
auf  den  Weg,  um  seine  Gaben  zu  verteilen.

In  der  Küche  neben  dem  Wohnzimmer  sitzen  Anna,  Sranz  und
Gertrud  dicht  aneinander  und  lauschen.  Denn  heute  ist  der  heilige
Kbend,  und  das  Christkindchen  will  kommen.  Ganz  still  und  dunkel
ist  es.  Uur  die  Wanduhr  ticht,  und  von  der  Straße  scheint  eine  Laterne
  ins  zimmer.  Dlötzlich  geht  ein  Schatten  am  Lenster  vorbei.

Lesebuch  für  Unterklassen.  Rh.  6