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können.  Dann  wollen  wir  uns  einmal  auf  den  Gassen  und  in  den
Gärten  nach  Herzenslust  auslaufen;  und  wenn  du  willst,  so  laufen
wir  auch  aufs  Feld,  ja  bis  in  das  nächste  Dorf.  Und  bellen
wollen  wir,  daß  man  es  eine  Stunde  weit  hören  kann.  Alle  Leute
sollen  aus  dem  Schlafe  fahren  und  denken,  es  seien  Diebe  da.“

Spitz  antwortete  dem  Pudel  nicht,  sondern  ging  hin  und  legte
sich  in  seine  Hütte.

Pudel  folgte  dem  Spitz  nach,  stellte  sich  vor  die  Hütte  hin  und
sprach:  „Du  antwortest  mir  nicht?  Du  willst  wohl  nicht  mitgehen?“

„Nein,  ich  gehe  nicht  mit  dir",  antwortete  Spitz;  „du  bist
schlecht.“

„Ich  schlecht?“  erwiderte  Pudel.  „Ich  will  mir  ja  nur  ein
Vergnügen  machen."“

Spitz  antwortete:  „Um  dir  ein  Vergnügen  zu  machen,  willst
du  Haus  und  Hof  verlassen,  die  du  bewachen  sollst?“

Pudel  brummte  ein  wenig  in  sich  hinein,  aber  er  legte  sich
doch  in  seine  Hütte  und  lief  nicht  umher.  —

„Wir  könnten  uns  jeder  eine  Wurst  holen“,  sagte  am  folgenden
  Tage  Pudel  zu  Spitz.

„Liegt  denn  die  Straße  voller  Würste?“  fragte  Spitz.  „Behütel!“
antwortete  Pudel;  „aber  beim  Metzger  auf  dem  Tische  im  Hausflur
  liegen  sie.  Wir  warten,  bis  der  Metzger  weggeht,  dann
klinke  ich  die  Haustür  auf  —  denn  das  habe  ich  gelernt  —,  jeder
nimmt  sich  eine  Wurst,  und  dann  heidi  fort  damit!"

„Eine  Wurst  hätt'  ich  auch  wohl  gern,“  sagte  Spitz,  „aber
stehlen  mag  ich  sie  doch  nicht."

Auf  einmal  hieß  es:  „Pudel  ist  totgeschlagen!“  Er  hatte  dem
Metzger  von  Zeit  zu  Zeit  eine  Wurst  weggeholt.  Da  hat  der  Metzger
  eines  Tages  im  Versteck  aufgepaßt.  Pudel  ist  gekommen,  hat
die  Tür  aufgeklinkt  und  eine  Wurst  genommen.  Darauf  ist  der
Metzger  herzugesprungen  und  hat  den  Pudel  mit  dem  großen  Beil
erschlagen.  Aber  Spitz  lebte  noch  lange  und  war  seinem  Herrn
sehr  wert.

Das  macht:  Ehrlich  währt  am  längsten,  aber  das  Böse
nimmt  nimmer  ein  gutes  Ende.