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132.  Sei  vorsichtig  !

Ernst  spielte  eines  Tages  vor  dem  Tore.  Nicht  weit  von
ihm  hielt  ein  Mann  ein  Pferd  am  Zaume.  Ernst  lief  hin  und
besah  es.  „Komm  dem  Pferde  nicht  zu  nahe,  daß  es  dich
nicht  schlägt;  es  ist  sehr  wild!“  rief  der  Mann  ihm  zu.  Doch
Ernst  schlich  sich  ganz  sachte  heran  und  berührte  mit  der
Hand  ein  Bein  des  Pferdes.  Gleich  schlug  das  Pferd  aus  und
traf  Ernst  ins  Gesicht.  Blutig  stürzte  er  hin  und  wurde  erst
nach  drei  Monaten  geheilt.

133.  Von  Handwerksburschen,  die  nicht
zählen  konnten.

Es  zogen  einstmals  fünf  Handwerksburschen  aus  einem
Orte  zusammen  auf  die  Wanderschaft.  Sie  hatten  sich  gegenseitig
  versprochen,  daß  sie  sich  nicht  voneinander  trennen
wollten.  Wie  sie  nun  schon  ein  gut  Stück  Weges  gegangen
waren,  fiel’s  dem  einen  plötzlich  ein,  ob  sie  auch  wohl  noch
alle  fünf  beisammen  wären,  und  er  machte  seine  Kameraden
aufmerksam  darauf.

Da  standen  sie  alsbald  still,  und  der  eine  fing  an  zu  zählen:
  „Das  bin  ich,  eins,  zwei,  drei,  vier!“  Ach,  wie  erschraken
sie  da,  als  einer  fehlte!  Sie  zählten  nun  einer  nach  dem  andern
  und  brachten  immer  nur  vier  heraus,  weil  der  Zähler
sich  selbst  überging.  ·  ·

Da  kam  ein  Fremder  daher  und  fragte,  was  sie  hätten.
Sie  sagten’'s  ihm  und  baten,  er  solle  doch  suchen  helfen.
Weil  es  gerade  geschneit  hatte,  so  riet  ihnen  der  Mann,  sie
Sollten  alle  ihre  Nasen  einmal  in  dem  Schnee  abdrücken  und
dann  die  Löcher  zählen.  Das  taten  sie,  und  da  kamen  richtig
fünf  Nasen  heraus.  Nun  wußten  sie  gewiß,  daß  sie  noch  keinen
  Kameraden  verloren  hatten,  und  setzten  vergnügt  ihre
Reise  fort.