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Bett  gelegt  worden.  Nun  saßen  die  Eltern  am  Tisch  und
sagten  kein  Wort.  Im  Schrank  lag  nur  noch  ein  einziges  Brot
für  morgen,  und  dann  hatten  sie  kein  Geld  mehr,  um  neues  zu
kaufen.  Draußen  war  es  bitter  kalt,  und  der  Schnee  lag  fußtief.
Der  Wind  blies  durch  die  undichten  Scheiben,  und  die  armen
Leute  froren,  ob  auch  noch  ein  Feuer  auf  dem  Herde  brannte.

„Es  hat  geklopft“,  sagte  die  Mutter.

„Es  war  der  Wind“,  entgegnete  der  Vater.

Aber  es  hatte  doch  geklopft,  und  herein  trat  ein  blasses
Kind  mit  bloßen  Füßen  und  in  einem  dünnen  Kleid.  Das  sah
mit  großen  Augen  auf  die  beiden  Leute  und  sagte  leise:
„Mich  friert.“

„Geh  ans  Feuer  und  wärme  dich!“  sagte  die  Mutter,  und  ihr
Herz  ward  weich  vor  Mitleid.  Da  setgte  sich  das  Kind  an  den
Herd  und  wärmte  sich  Hände  und  Füße.  Dann  sagte  es  noch
leiser  als  zuvor:  „Mich  hungert  auch."“

Da  sagte  die  Mutter:  „Wir  haben  nur  noch  ein  Brot  im
Schrank,  aber  fünf  Kinderlein  in  ihren  Betten.  Liebes  Kind,
es  geht  nicht.“

„Wenn  ich  nur  einen  einzigen  Bissen  hätte!“  klagte  das
Kind.  „Gib  ihm  das  Brotl“  sagte  der  Mann;  „einen  Bissen  soll
es  essen.“

Da  holte  die  Mutter  das  Brot  und  gab  dem  Kinde  davon.
Und  es  aß  einen  Bissen,  und  die  beiden  Leute  freuten  sich;  denn
sie  sahen,  daß  es  ihm  schmeckte.  Aber  als  es  nun  auch  den
zweiten  Bissen  aß,  wollte  der  Vater  ihm  das  Brot  vom  Munde
nehmen.  Da  wehrte  ihm  die  Mutter;  und  es  aß  weiter,  einen
Bissen  nach  dem  andern,  bis  das  ganze  Brot  verzehrt  war.
Dann  stand  es  auf  und  fragte:  „Wo  sind  eure  Kinder?“  Es
ging  in  das  Zimmer,  wo  die  Kinder  schliefen,  und  legte  jedem
Kinde  die  Hand  auf  die  Brust.  Dann  segnete  es  die  Kinder,
sah  die  Eltern  an  und  sagte:  „Ich  danke  euch  auch.“  Dann
ging  es  leise,  wie  es  gekommen  war,  hinaus.

Der  Vater  aber  wurde  traurig  und  sagte:  „Wer  wird  nun
unsere  Kinder  ernähren?  Denn  nun  haben  wir  kein  Brot  mehr
im  Schrank.“  Und  als  er  zum  Schrank  ging,  da  lag  wirklich
nichts  mehr  darin.  Dann  gingen  sie  beide  dahin,  wo  ihre  Kinder
  schliefen,  und  siehe,  sie  lächelten  im  Traum.  Um  den  Hals