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darinlag.  „Hinde  ich  dich  hier,  du  alter  Sünder?“"  sagte  er;  „ich  habe
dich  lange  gesucht.“  Uun  wollte  er  seine  Büchse  anlegen,  da  fiel  ihm
ein,  der  Wolf  hönnte  die  Großmutter  gefressen  haben,  und  sie  wäre
noch  zu  retten.  Darum  schoß  er  nicht,  sondern  nahm  eine  Schere  und
fing  an,  dem  schlafenden  Wolfe  den  Bauch  aufzuschneiden.  Wie  er
ein  paar  Schnitte  getan  hatte,  da  sah  er  das  rote  Käppchen  leuchten,
und  noch  ein  paar  Schnitte,  da  sprang  das  Mädchen  heraus  und  rief:
„flch,  wie  war  ich  erschrocken,  wie  war's  so  dunkel  in  dem  Leibe  des
Wolfes!“  Und  dann  ham  die  alte  Großmutter  auch  noch  lebendig
heraus  und  konnte  kaum  atmen.  Rothäppchen  aber  holte  geschwind
große  Steine,  damit  füllten  sie  dem  Wolfe  den  Leib.  Und  wie  er
aufwachte,  wollte  er  fortspringen;  aber  die  Steine  waren  so  schwer,
daß  er  gleich  niedersank  und  sich  totfiel.

Da  waren  alle  drei  vergnügt.  Der  Jäger  zog  dem  Wolfe  den
pelz  ab  und  ging  damit  heim.  Die  Großmutter  aß  den  Kuchen  und
trank  den  Wein,  den  Rothäppchen  gebracht  hatte,  und  erholte  sich
wieder.  Rothäppchen  aber  dachte:  Du  willst  dein  Lebtag  nicht  wieder
  allein  vom  Wege  ab  in  den  Wald  laufen,  wenn  dir's  die  Mutter
verboten  hatl!

142.  Das  Birkenreis.

Es  lebte  einmal  eine  Mutter,  die  war  so  arm,  daß  sie  für
sich  und  ihren  Jungen  oft  kaum  eine  Wassersuppe  kochen  konnte.
Als  sie  wieder  einmal  kein  Holz  im  Hause  hatte,  sprach  sie  zu  dem
Jungen:  „Geh  in  den  Wald  hinaus  und  hole  Reisig;  denn  ich  habe
kein  Scheitlein  Holz  mehr,  die  Suppe  zu  wärmen.  Bring  aber  heute
mehr  als  sonst,  denn  morgen  ist  Feiertag!“  Der  Junge  ließ  sich
das  nicht  zweimal  sagen  und  wanderte  in  den  Wald  hinaus.  Er
fing  an,  Reisig  und  dürres  Holz  zu  sammeln,  daß  ihm  der  Schweiß
von  der  Stirne  tropfte.  Es  dauerte  auch  nicht  lange,  da  hatte  er
ein  großes  Bündel  zusammen.  Das  lud  er  auf  und  eilte,  daß  er
wieder  heim  zur  Mutter  käme.

Als  er  müde  und  hungrig  mit  der  schweren  Bürde  durch
den  Wald  ging,  stand  auf  einmal  ein  Weiblein  vor  ihm.  Das  war
ganz  alt  und  hatte  ein  Gesicht  voll  Runzeln.  Zu  ihren  Füßen  lag
ein  Bündel  Holz,  und  sie  klagte,  daß  sie  die  Last  nicht  weiterbringen
könne.  „Geh,  hilf  mir!“  sprach  sie  zu  dem  Jungen.  Der  sagte:
„Ja,  ich  habe  selbst  genug  zu  tragen  und  darf  die  Mutter  nicht  zu