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sie  nun  aber  auch  einmal  recht  genau  sehen  wollte,  wie  es  unten
im  Tale  zuging,  machte  sie  sich  eines  Tages  auf  den  Weg;  sie
war  mit  drei  Schritten  den  Berg  hinab  und  kam  auf  ein  Feld,
das  gerade  mehrere  Bauern  umpflügten.

Erstaunt  blieb  das  Riesenfräulein  stehen  und  betrachtete
die  Leute  und  Pferde,  die  es  noch  nicht  zu  sehen  bekommen
hatte.  Dann  kniete  es  bin,  breitete  seine  Schürze  aus,  strich
mit  der  Hand  die  arbeitenden  Menschen  und  Pferde  hinein  und
lief  fröhlich  nach  Hause.  Als  die  Tochter  zu  ihrem  Vater  in
den  hohen  Saal  trat,  fragte  dieser,  was  sie  mitbringe.  Er
wollte  wissen,  was  sie  So  Zappeliges  in  der  Schürze  habe.

„Niedliches  Spielzeug"“,  versettzte  das  Fräulein  und  stellte
nun  die  Bauern  und  ihre  Pferde  mit  den  Pflügen  auf  den
Tisch  vor  den  Vater  hin  und  freute  sich  gar  sehr,  wie  sie  sich
darauf  hin  und  her  bewegten.

So  mächtige  Riesen  aber  die  Ritter  auf  Burg  Niedeck
waren,  so  klug  und  redlich  waren  sie  auch  zugleich  und  taten
niemand  unrecht.  Daher  machte  der  Vater  des  Riesenfräuleins
ein  sehr  ernstes  Gesicht  und  sprach  zu  seiner  Tochter:

„Mein  Kind,  das  ist  kein  Spielzeug  für  dich,  und  du  hast
sehr  unrecht  getan,  die  kleinen  braven  Leute  mit  dir  zu  nehmen.
  Geh  und  trage  sie  fein  hurtig  und  behutsam  wieder  dahin,
  wo  du  sie  gefunden  hast!“

Das  Fräulein  fing  an  zu  weinen  und  wollte  sich  nicht  sogleich
  dazu  bequemen.  Da  wurde  der  Vater  noch  ernsthafter
und  sagte  mit  strengem  Tone:

„Mein  Kind,  der  Bauer  ist  darum  kein  Spielzeug  für  uns,
weil  wir  mächtiger  sind  als  er,  und  wir  dürfen  ihn  deshalb
nicht  schlecht  behandeln.  Bestellt  der  Bauer  seine  Felder  nicht,
s0  haben  auch  wir  Riesen  auf  unsern  Burgen  nichts  zu  leben;
und  das  bitt’'  ich  mir  aus:  laß  mir  die  braven  Leute  künftig  in
Frieden!“

Nun  gehorchte  das  Riesenfräulein  schnell;  es  sah  ein,  daß
der  Vater  wohl  recht  hatte,  und  hielt  seitdem  die  fleißigen  Bauern
  in  Ehren.

145.  Die  Regentropfen.
Wie  die  Regentropfen  auf  die  Erde  kamen.
Am  Himmel  zog  eine  große,  dicke  graue  Wolke  daher.  Wißt
ihr,  woher  es  kam,  daß  sie  so  dick  war?  Sie  war  ganz  gefüllt
mit  lauter  kleinen  Regentropfen.