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Die  Regentropfen  machten  der  armen  Wolke  gar  viel  zu  schaffen.
  Sie  konnten  es  gar  nicht  abwarten,  bis  sie  endlich  hinunter
auf  die  Erde  durften,  und  rüttelten  ungeduldig  an  der  Wolkentür.
Aber  die  Wolke  selbst,  die  hatte  es  gar  nicht  so  eilig.  Sie  mußte
doch  auch  erst  jedem  der  kleinen  Tropfen  sagen,  was  er  da  unten
für  eine  Arbeit  zu  verrichten  habe.  Denn  ihr  dürft  nicht  denken,
daß  die  Reise  nach  der  Erde  bloß  eine  Vergnügungsfahrt  für  die
Tröpflein  werden  sollte.  O  nein!

Nun  blieb  die  Wolke  stehen.  „So,  jetzt  wären  wir  am  Platze,
nun  kann's  losgehen",  sagte  sie  und  schob  die  Wolkentür  ein  wenig
auseinander.  Husch  —  da  waren  ein  paar  der  neugierigsten  auch
schon  durchgeschlüpft.  Schnurstracks  auf  das  Straßenpflaster  liefen
sie  zu,  und  jedes  malte  einen  dicken  schwarzen  Punkt  darauf.

„Es  fängt  an  zu  regnen“",  sagten  die  Leute  und  spannten  die
Schirme  auf.  Und  das  war  gut;  denn  nun  kamen  mit  einem  Male
alle  Tropfen  angelaufen  —  alle  angefaßt  in  langen  Reihen.

Hei  —  war  das  lustig!  Sie  tanzten  und  hüpften  auf  der
Straße  herum  und  malten  sie  ganz  schwarz  an.  Wo  eine  Vertiefung
  war,  da  sprangen  sie  hinein,  so  daß  gleich  eine  Pfütze  entstand.
Dann  kamen  wieder  andere,  die  sprangen  in  die  Pfütze  hinein  und
tanzten  darin  im  Kreise  herum.

Auf  dem  Fußsteig  mochten  sie  nicht  gern  bleiben,  sie  liefen
lieber  nebenher,  und  wenn  sie  einem  Blatt  oder  einem  Stück  Papier
begegneten,  das  auf  der  Straße  lag,  so  riefen  sie:  „Komm  mit!
Komm  mit!“  und  rissen  es  mit  sich  fort.  Das  war  eine  lustige  Fahrt!

Und  einen  Lärm  machte  die  Gesellschaft  —  ganz  schrecklich.
Das  rieselte  und  rauschte,  das  plitschte  und  platschte  —  vor  lauter
Vergnügen.  Oh,  was  waren  das  doch  für  leichtsinnige,  vergeßliche
Tröpflein,  hüpften  und  tanzten  da  herum,  freuten  sich  und  dachten
gar  nicht  mehr  an  die  Arbeit,  die  ihnen  die  Wolke  aufgetragen  hatte.

Was  die  Regentropfen  alles  tun  mußten.

Es  war  nur  gut,  daß  wenigstens  nicht  alle  so  waren,  daß
auch  vernünftige,  fleißige  Tropfen  darunter  waren,  die  die  Arbeit
besorgten.

Denn  zu  tun  gab's  eine  ganze  Masse.  Da  waren  zuerst  die
Dächer,  die  rein  gewaschen  werden  sollten,  und  das  war  eine  große
Arbeit,  dabei  mußte  eine  ganze  Menge  Tröpflein  helfen.  Aber  sie
taten  es  gern.