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13.  Der  Tag  des  Herrn.  Von  Ludwig  von  Hammerstein.

Es  ist  etwas  wunderbar  Schönes  um  den  Sonntag!

Wo  die  Welt  ihren  Schöpfer  vergessen  hat  und  keinen  Unterschied
  mehr  sieht  zwischen  dem  Tage  des  Herrn  und  den  Tagen
des  irdischen  Treibens,  da  lagert  sich  trauriges  Einerlei  über  das
Leben  des  Menschen.  Der  eine  Tag  ist  wie  der  andere.  Alles
dreht  sich,  jagt  und  wühlt  im  irdischen  Treiben.  Kein  Blick  ist  nach
oben  gewandt.  Es  ist,  als  lagere  finsterer  Nebel  über  dem  Erdball.

Wie  so  ganz  anbers  ist  es,  wo  der  Glaube  herrscht,  und  wo
der  Sonntag  geheiligt  wird!  Blicken  wir  hinein  in  ein  friedliches
Dorf,  das  sich  in  sonntäglichen  Festschmuck  gekleidet  hat!

Die  Arbeit  ruht.  Keine  Pflugschar,  keine  Sense  arbeitet  auf
den  Feldern.  Bei  Mann  und  Weib,  bei  alt  und  jung  sind  die
Arbeitskleider  der  Woche  vertauscht  mit  dem  Sonntagsgewande.
Feierliche  Stille  ruht  über  dem  Ort  und  über  der  ganzen  Umgebung.
  Die  Herzen  sind  bereit  und  offen,  die  Sonnenstrahlen  der
göttlichen  Gnade  in  sich  aufzunehmen.  Denn  die  Rebel  der  alltäglichen
  Sorgen  und  Arbeiten  sind  gewichen,  um  der  Einwirkung  der
göttlichen  Gnade  den  Weg  zu  öffnen.  Jetzt  ertönt  das  Geläute  der
Glocken;  es  ruft  alle  zur  Kirche,  wo  Gott  selbst  sich  herablassen  will,
in  der  Mitte  seiner  Gläubigen  zu  erscheinen  und  sie  mit  himmlischen
Gnadenschätzen  zu  bereichern.

Unter  Orgelton  und  Gesang  beginnt  das  heilige  Opfer.
Weihrauch  steigt  empor  als  Sinnbild  der  Gebete,  die  Priester
und  Volk  hinaufsenden  zu  Gott.  Der  Priester  verliest  das  Evangelium
  und  besteigt  dann  die  Kanzel,  um  in  der  Predigt  dem
Volke  die  geistige  Nahrung  zu  bieten,  dem  Volke,  das  die  Woche
hindurch  um  den  Erwerb  der  leiblichen  Nahrung  schwer  bemüht
war.  Die  Predigt  erzählt  den  Gläubigen  von  den  Herrlichkeiten
des  Himmels,  von  der  Liebe  des  Erlösers,  der  uns  diesen  Himmel
erschlossen  hat,  von  den  Wegen,  die  wir  einhalten  müssen,  um  zum
Himmel  zu  gelangen,  von  den  Heiligen,  unsern  Vorbildern,  die  uns
durch  ihr  Beispiel  voranleuchten  auf  der  Pilgersahrt  zum  ewigen
Glück.  Die  Worte  des  Priesters  haben  die  Herzen  der  Gläubigen
erwärmt.  Freudig  bekennen  sie  mit  dem  Priester  im  Kredo  den
uralten  katholischen  Glauben.  Bald  steigt  der  Erlöser  vom  Himmel
herab  auf  den  Altar,  und  mit  dem  Priester  zugleich  opfert  das
Volk  dieses  göttliche  Lamm  dem  ewigen  Vater.

Das  Hochamt  hat  geendet.  Den  Frieden  im  Herzen,  zerstreuen
sich  die  Gläubigen  in  ihre  Wohnungen,  und  der  Weihrauchduft  in
den  Kleidern  bezeugt,  daß  sie  teilgenommen  haben  an  dem  Gottes-