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tag  galt;  es  dauerte  aber  nicht  lange,  da  kamen  die  Revolutionsmänner
  zu  der  Einsicht,  daß  sie  störend  und  verderbenbringend  in
Gottes  weise  Einrichtung  eingegriffen  hatten.

Der  Sonntag  ist  zunächst  eine  Wohltat  für  den  Körper,  eine
Sparkasse  für  die  Menschen.  „Schöne  Sparkasse“,  wird  mancher  sagen;
  „wenn  ich  jährlich  52  Tagelöhne  mehr  einheimste,  so  könnte  ich
damit  manches  Loch  zustopfen.“  Lieber  Freund,  da  bist  du  ein
schlechter  Rechenmeister!  Weißt  du  nicht,  daß  an  Gottes  Segen
alles  gelegen  ist?  Kannst  du  aber  Segen  erwarten,  wenn  du  das
Gebot  deines  höchsten  Herrn  schnöde  mißachtest?  Außerdem  aber
stellt  sich  neben  der  täglichen  Ermüdung,  die  durch  den  Schlaf  gehoben
  wird,  eine  allgemeine  Erschlaffung  der  Körperkräfte  ein,  wenn
nicht  der  regelmäßig  wiederkehrende  Ruhetag  zu  der  nächtlichen
Ruhe  hinzukommt.  Darum  hat  der  Schöpfer  den  siebenten  Tag  zu
einem  Ruhetage  bestimmt,  an  dem  wieder  neue  Körperkräfte  gesammelt
  werden  sollen.  Eine  Mißachtung  dieser  Einrichtung  rächt
sich  allerdings  nicht  so  schnell  wie  die  Entziehung  des  Schlafes;
aber  die  schlimmen  Folgen  bleiben  nicht  aus,  und  eine  Arbeit,  die
durch  keinen  Sonntag  unterbrochen  wird,  verursacht  ohne  Zweifel
einen  verfrühten  Tod.

Der  Sonntag  ist  aber  auch  eine  Wohltat  für  den  Geist.  Ohne
ihn  wäre  das  Leben  ein  ewiges  Einerlei  von  Essen,  Trinken  und
Schlafen,  Arbeiten  und  Sorgen.  Aber  unn  kommt  nach  sechs  Tagen
allemal  ein  Tag,  von  dem  der  Mensch  sagen  kann:  „Der  Tag  ist
mein!  Heute  ist  mein  Geist  von  den  Fesseln  des  Alltagslebens
frei  und  kann  sich  mit  höheren  Dingen  beschäftigen.“

Der  Sonntag  ist  aber  nicht  bloß  ein  Ruhetag,  sondern  er  ist
auch  Gottes  Werktag,  den  sich  Gott  für  seinen  Dienst  vorbehalten
hat.  Muß  daher  der  Mensch  nicht  freudig  den  Tag  begrüßen,  an
dem  es  ihm  vergönnt  ist,  wieder  einmal  dem  besten  aller  Herren  zu
dienen?  Wenn  alle  Arbeit  ruht,  ist  das  Herz  freudiger  gestimmt
und  daher  auch  weit  gebffnet  für  die  Liebe  zum  Nächsten.  Auch  der
Arbeiter  wird  noch  einen  Heller  für  eine  Witwe  finden  und  dabei
verspüren,  wie  Geben  seliger  ist  denn  Nehmen.  Oder  er  kann  einem
kranken  Mitbruder  durch  teilnehmenden  Besuch  Liebe  und  Freundschaft
  beweisen  und  so  den  Tag  des  Herrn  auszeichnen  durch  Werke
der  Barmherzigkeit.  Heil  darum  dem  Tage,  an  dem  die  Schlote
nicht  rauchen  und  die  Werkstätten  geschlossen  bleiben!  Der  Ausruf:
„Morgen  ist  Sonntag!"  verrät  schon,  wie  freudig  das  Herz  bewegt
  ist.  Am  Feiertage  tauschen  Vater  und  Mutter  traulich  ihre
Gedanken  aus  und  überlegen,  was  geschehen  muß  zum  Wohle  des
Hausstandes  und  der  Kinder.  Nachmittags  macht  die  ganze  Familie