—  12  —

18.  Sprichwörter  und  Sinnsprüche.
Nach  getaner  Arbeit  ist  gut  ruhen.
.  Was  man  am  Sonntag  spinnt,  gerät  nicht.
Menschendienst  hat  Menschenlohn;
Goltesdienst  hat  Gotteslohn.
Gonesdienst  geht  vor  Derrendienst.
.  Kirchengehen  säumet  nicht.
.  Es  kommen  sechs  ernsthafte  Leut
Gehn  schlicht  und  rauh  im  Arbeitskleid.
Die  lassen  dich  nicht  müßig  ruhn,
Ein  jeder  bringt  dir  was  zu  tun.
Ein  siebenter  konunt  hinter  ihnen
Mit  leichtem  Schritt  und  lust'’gen  Mienen.
Mil  den  sechs  ernsthaften  Gesellen
Tust  wohl  du  dich  recht  gut  zu  stellen.
Dann  wird,  wenn  du  dich  brav  benommen,
Der  siebente  so  fröhlich  kommen,
Daß  du  die  sechs  mit  ihrer  Last
Um  seinetwillen  auch  gern  hast.  Johenne:  Trojan.

t  ih  —

—

19.  Frühling.  von  DHeinrich  Setdel.

W#  rauschet,  was  rieselt,  was  rinnet  so  schnell?

Was  blitzt  in  der  Lonne?  Was  schimmert  so  hell?

And  als  ich  so  fragte,  da  murmelt'  der  Sach:

„Der  Frühling,  der  Frühling,  der  Frühling  ist  wach!“
2.  Was  hnospet,  was  keimrt,  was  duftet  so  lind?

Was  grünet  so  fröhlich?  Was  flüstert  im  Wind?

AUnd  als  ich  so  fragte,  da  ranscht'  es  im  Hain:

„Der  Frühling,  der  Frühling,  der  Frühling  zieht  ein!“
3.  Was  klinget,  was  klaget,  was  flötet  so  klar?

Was  jauchzet,  was  fubelt  so  wunderbar?

Und  als  ich  so  fragte,  die  Nachtigall  schlug:

„Der  Frühling,  der  Frühling!“  —  Da  wufft'  ich  genug!

2W.  Des  Früslingos  Eroachen,  von  Karf  artck.

Linsam  stehl  eine  Erle  am  Teiche.  Ilir  kuhles  Geda  apiehelt
  sich  auf  der  Eisdecke  des  Wassers.  Oben  am  Waldrande
  und  in  den  Grédben  der  Wiese  liegt  noch  Schmee,  und