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nieder!  Engel  wälzen  den  Stein  von  seinem  Grabe.  Engel
der  Gnadel  Kommet,  o  kommet!  Wälzet  den  Stein  irdischer
Not,  den  Stein  der  Sünde  auch  von  unsern  Herzen!  Halleluja!

23.  Zwei  Osterbräuche.  Von  Helnrich  Samson.

Für  das  christliche  Vollt  ist  das  Osterfest  ein  Tag  heiliger

Freude.  Es  wird  von  den  Alten  „der  König  der  Sonntage“
genannt,  und  in  den  Vollssprüchen  heißt  es:  „Uber  den  Adler
kein  Nest,  über  Ostern  kein  Fest.“  Darum  ist  dieser  Tag  durch
viele  sinnige  Bräuche  ausgezeichnet  worden;  die  Kinder  den-#en
  dabei  wohl  zunächst  an  die  Ostereier  und  an  das  Ostereeuer.


Die  Ostereier  sind  im  Morgen-  und  Abendlande  als  Geschenke
  bekannt,  die  zur  Osterzeit  besonders  unter  die  Kinder
verteilt  werden.  Früher  wurden  die  Ostereier  oft  mit  Inschriften
  geschmückt,  z.  B.  „Ostermorgen  vertreibt  die  Sorgen“.
Bei  den  Völkern  des  Altertums  galt  das  Ei  als  Sinnbild  der
Schöpfung  und  der  Fruchtbarkeit;  die  Kirche  betrachtet  das  Ei
als  das  Sinnbild  des  Erlösers,  der  aus  dem  Grabe  zum  Leben
erstanden  ist.  So  bekam  die  althergebrachte  Sitte,  sich  zu
Ostern  Eier  zu  schenken,  einen  christlichen  Halt.  Auf  Deckengemälden
  alter  Kirchen  hat  das  Grab,  aus  dem  der  Herr  glorreich
  auferstand,  die  Gestalt  eines  Eies.  Oft  werden  die  Ostereier
  ausgehöblt  und  mit  künstlichen  Zucdeerfigürchen  gefüllt.
Nach  einer  Volkssage  pilgern  die  Glocken  in  den  letten  drei
Tagen  der  Karwoche  in  der  Zeit  der  Glodtentrauer  nach  Rom,
um  im  Kolosseum  den  Kreuzweg  zu  gehen;  danach  bringen
sie  die  Ostereier  mit  in  die  Heimat.  Sind  die  Kinder  im  Besitze
  der  Ostereier,  so  geht  es  an  das  Picken  oder  Kippen,
indem  sich  immer  zwei  zusammentun  und  die  Eier  mit  dem
spitzen  oder  stumpfen  Ende  gegeneinanderstoben.  Wessen  Ei
dabei  zerbricht,  der  verliert.

Wenn  auch  die  Ostereier  schon  in  alter  Zeit  eine  christliche
  Bedeutung  hatten,  so  finden  sich  doch  in  einzelnen  Landschaften
  dabei  Brüuche,  die  auf  die  vorchristliche  Zeit  hinweisen.
  Das  gilt  namentlich  von  den  Volksmärchen,  in  denen  der
Osterhase  eine  Rolle  spielt.  Man  sagt  noch  heutigestags,  der
Hase  oder  der  Osterhase  habe  die  Eier  gelegt.  Es  wird  angenommen,
  daß  der  Hase  das  Wappenbild  der  Früblingsgöttin
Ostara  gewesen  sei.  Für  die  Kinder  verstedect  man  am  Oster-