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Behaglich  und  bequem  streckten  sie  sich  aus,  legten  die  Hände  unter
den  Kopf  und  sahen  zum  blauen  Himmel  auf,  der  sich  ganz,  ganz
oben  wie  eine  riesige  blaue  Glocke  über  die  Zweige  hinspannte.  Ein
Viertelstündchen  lang  waren  die  drei  ganz  still;  fast  wären  sie  eingeschlafen,
  denn  sie  waren  heiß  und  müde  vom  Laufen,  aber  mit
einem  Male  richtete  sich  Heinrich  auf,  gähnte  ganz  laut  und  herzhaft
  und  puffte  rechts  und  links  seine  Kameraden.  „Seid  nicht  so
langweilig!“"  sagte  er.  „Was  wollen  wir  bloß  mal  anfangen?“  Die
beiden  andern  gähnten  nur,  und  Heinrich  nahm  einen  Stein  und
warf  ihn  geschickt  durch  das  Gezweig  nach  oben,  daß  ein  Eichhörnchen
  erschreckt  mit  weiten  Sätzen  auf  einen  andern  Baum  übersprang.
  „Fein  gemacht!"  sagte  Fritz.  Dann  griff  er  in  die  Tasche
und  zog  allerlei  aus  ihrer  Tiefe  hervor:  ein  paar  Marmel  und
Bindfaden,  ein  Stück  Brot  und  ein  Klümpchen  Siegellack  und  von
ganz  unten  eine  Zigarre.

„Wollen  wir  mal  ein  bißchen  rauchen?  Wer  hat  Streichhölzer?“
  fragte  er.  Heinrich  hatte  keine,  aber  Ludwig  förderte  eine
Schachtel  zutage.  Kunstgerecht  steckte  Fritz  die  Zigarre  in  den  Mund,
Ludwig  hielt  das  brennende  Hölzchen  daran,  und  Fritz  zog  und
paffte.  Das  Streichhölzchen  fiel  achtlos  zur  Erde.  ·

„Na,  schmeckt's?  Laß  mich  auch  mal!“  sagte  Heinrich.  Fritz
passte  noch;  dann  riß  er  die  brennende  Zigarre  aus  dem  Munde
und  warf  sie  von  sich.  „Pfui,  mir  wird  ganz  schlecht!“  sagte  er.

Da  knisterte  es  mit  einem  Male  ganz  leise  neben  den  dreien.
Von  der  Stelle,  wohin  das  Streichhölzchen  gefallen  war,  hob  sich
ein  feiner  bläulicher  Rauchstreifen,  und  wie  ein  rotes  Schlänglein
zog  sich  eine  Funkenspur  über  die  Tannennadeln.  Und  auch  im
Kreise  um  die  Zigarre  herum  knisterte  und  sprühte  es;  hierhin  und
dorthin  hatte  sie  ihr  Feuer  versprüht,  als  Fritz  sie  wegwarf.  Jetzt
hatte  das  rote  Schlänglein  einen  Haufen  Laub  erreicht,  auf  den
trockene  Tannenzweige  hinunterhingen.  Blitzschnell  und  knisternd
lief  der  warme  rote  Streifen  über  das  Laub,  glerig  griff  der  heiße
Atem  nach  den  niederhangenden  Tannenzweigen  darüber  —  da
flammte  auch  schon  einer  von  ihnen  hell  auf!  «

Erschrocken  sahen  es  die  Knaben.  „Ausmachen,  schnell!“  rief
Heinrich.  „Ersticken!“  schrie  Ludwig,  und  beide  rafften  zusammen,
was  sie  fassen  konnten,  Erde,  Tannennadeln  und  Laub,  und  packten
es  auf  die  rote  Feuerstraße  und  auf  den  glühenden  Laubhaufen,
während  Fritz  mit  seiner  Mütze  nach  dem  brennenden  Tannenzweige
schlug.  Vergebens!  Die  kleine  rote  Schlange,  die  das  glimmende
Streichholz  ins  Leben  gerufen,  hatte  sich  verwandelt  und  war  zum
roten  Hahn  geworden,  der  sich  duckte,  wenn  die  Knaben  ihn  nieder-