drũckten  und  ersticken  wollten,  aber  sich  dann  seitwärts  wieder  herauswand
  und  gellend  und  triumphierend  krähte.  Von  den  unteren
trockenen  Zweigen  der  alten  Tanne  hüpfte  er  höher  und  höher  hinauf;
  er  schüttelte  seine  Flügel,  und  zitternd  und  knisternd  schrumpften
  die  Tannennadeln  ein  und  sielen  als  glühender  Regen  herunter
auf  den  Platz,  wo  noch  immer  die  drei  Knaben  sich  angstvoll  bemühten
  zu  löschen.  Es  war  vergebliches  Bemühen.  Wie  Frrlichter
zuckten  ringsumher  Flämmchen  auf,  Funken  liefen  über  den  Boden
wie  Zündschnüre  und  mordeten,  was  ihnen  an  Lebendigem  in  den
Weg  kam.  Aus  dem  Grün  der  Bäume  ringsumher  hoben  sich  mit
mächtigem  Flügelschlage,  kreischend  und  krächzend,  Habicht  und
Krähe,  Elster  und  Weih.  Aus  einem  der  Bäume  flog  ein  Finkenpärchen
  auf  und  versuchte  über  die  brennenden  Bäume  hinwegzufliegen.
  Aber  die  rote  Flamme  griff  nach  ihnen  empor;  da  fingen
ihre  Federn  an  zu  brennen,  und  lant  aufpiepend,  halb  verbrannt
und  verkohlt  fielen  die  Vögel  in  die  rote  Glut  hinab.

Da  packte  auch  die  Knaben  das  Entsetzen.  Schreiend  und
schluchzend  rannten  sie  davon  und  dem  Dorfe  zu,  kaum  mehr
wissend,  was  sie  taten.

Und  immer  triumphierender  und  lauter  krähte  der  rote  Hahn.
Jetzt  war  er  ganz  oben;  er  streckte  sich  hoch  empor  und  schlug  die
roten  Flügel,  daß  es  sauste.  Dann  schwang  er  sich  von  der  Spitze
der  Tanne  hinüber  auf  die  zweite  und  dritte;  von  seinem  schweren
Flügelschlage  knackten  die  Zweige,  von  seinem  heißen  Atem  schrumpfte
das  grüne  Laub  und  Gras.  Wie  kleine  Fackeln  standen  die  jungen
Triebe  der  Tannen,  die  wir  Weihnachtsterzen  nennen,  bis  sie  braun
und  tot  zusammensanken.  Und  wieder  schlug  der  rote  Hahn  mit
den  Flügeln,  daß  man  das  Sausen  hörte  durch  den  ganzen  Wald.
Von  oben  herunter  sah  er  auf  das  aufgestörte  erschreckte  Getier  des
Waldes.  Flüchtig  wollten  die  Rehe  davoneilen  über  den  glühenden
Waldboden,  aber  manches  von  ihnen  blieb  stöhnend  halb  verbrannt
liegen;  mit  versengtem  Fell  und  verbrannten  Füßen  humpelten
Hasen  ins  Dickicht;  zuckend,  halb  verkohlt  sank  hier  und  da  ein
Eichhörnchen  in  die  Glut.

Aus  dem  Walde  heraus  schwang  sich  der  rote  Hahn  auf  den
Heidestreisen  hinüber.  Hier  lief  er  auf  dem  Boden  hin,  daß  es  aufglühte
  unter  seinen  Füßen;  die  Heide  mit  den  kaum  erschlossenen
roten  Glöckchen  wurde  schwarz  und  häßlich;  tot  lagen  die  fleißigen
Bienchen,  verbrannt  die  Falter,  die  so  vergnügt  im  Sonnenschein
gespielt  hatten.

Jetzt  hatte  man  im  Dorfe  das  Feuer  gesehen.  Entsetzt  rannten
  die  Leute  dem  brennenden  Walde  zu;  das  Feuerhorn  tutete,