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3.  Die  Mutter  spricht:  „Morgen  ist's  Feiertag.
Da  halten  wir  alle  fröblich  Gelag.
lch  selber,  ich  rüste  mein  Feierkleid;
Das  Leben,  es  hat  auch  Lust  nach  Leid;
Dann  scheint  die  Sonne  wie  Gold!“  —
Hört  ihr's,  wie  der  Donner  grollt?

4.  Großmutter  spricht:  „Morgen  ist's  Felertag,
Grohmutter  hat  keinen  Feiertag;
Sie  kochet  das  Mahl,  sie  spinnet  das  Kleid,
Das  Leben  ist  Sorg  und  viel  Arbeit.
Wohl  dem,  der  tat,  was  er  sollt'!“  —
Hört  ihr's,  wie  der  Donner  grollt?

5b.  Urahne  spricht:  „Morgen  ist's  Feiertag;
Am  liebsten  morgen  ich  sterben  mag;
Ich  kann  nicht  singen  und  scherzen  mehr,
Ich  kann  nicht  sorgen  und  schaffen  schwer,
Was  tu’  ich  noch  auf  der  Welt?“  —
Seht  ihr,  wie  der  Blilz  dort  füllt?

6.  Sie  hören'’s  nicht,  sie  sehen's  nicht;
Es  flammet  die  Stube  wie  lauter  Lieht!
Urahne,  Großmutter,  Mutter  und  Kind
Vom  Strahl  miteinander  getrollen  sind;
Vier  Leben  endet  ein  Schlag  —

Und  morgen  ist's  Feiertag!

29.  Das  haus  in  der  heide.
Von  Annette  von  Droste--Hülshoff.
«  We  lauscht,  vom  Abendschein  umzuckt,
Die  strohgedeckte  Bülte,
Recht  wie  im  Nest  der  Vogel  duckt,
Aus  dunkler  Föhren  Mitte.

2.  Am  Fensterloche  streckt  das  Baupt
Die  weißgestirnte  Sterke,
Bläst  in  den  Abendduft  und  schnaubt
Und  stößt  ans  Holzgewerke.

5.  Seilab  ein  Gärtchen,  dornumhegt,
Mit  reinlichem  Gelände,
Wo  matt  ihr  Haupt  die  Glocke  trägt,
Aufrecht  die  Sonnenwende.