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Schon  hatte  der  Frankenkönig  Klodwig  die  Alemannen  besiegt
und  das  nordöstliche  Gallien  in  seinen  Besitz  gebracht,  da  richtete  er
seinen  Blick  auf  das  südwestliche  Diertel  Galliens,  das  Land  von  der
Coire  bis  zu  den  Ofrenäen,  wo  die  arianischen  Westgoten  unter  dem
König  Alarich  II.  wohnten.  „Es  verdrießt  mich,“  sprach  Klodwig,
daß  diese  Arianer  einen  Teil  von  Gallien  besitzen;  mit  Golles  hilfe
wollen  wir  sie  bekämpfen,  auf  daß  wir  des  Candes  Tieister  werden.“
Ohne  Säumen  ging  er  ans  Werk.  An  der  Spitze  seines  Frankenheeres
  kam  er  an  der  Stadt  Tours  vorbei.  Er  sandie  Bolen  zur
Ruhestätte  des  heiligen  Martin,  damit  sie  seine  Fürbitte  erflehten.
Mit  Dertrauen  zog  das  Heer  in  den  Kampf.  Alarichs  Truppen
wurden  Jeworfen.  Aquikanien  war  gewonnen.

Seit  jenem  glücklichen  Kampfe  wurde  Sankt  Martin  als  Beschützer
des  Frankenvolkes  verehrt.  Das  alldeutsche  Herbstfest  wurde  auf  den
Geburtstag  des  Heiligen  verlegt  und  alljährlich  als  Martins-  oder
Mertesfest  gefeiert.  Bis  in  die  Gegenwart  hat  sich  unter  den  rheinischen
  Nachkommen  der  alten  Franken  jene  Feier  mit  ihren  Mertes
männchen,  Liedern,  Umzügen,  Feuern  und  Gansessen  erhalten.

41.  Hoffnung.  Von  Ertedrich  von  Schiller.

E-  reden  und  träumen  die  Menschen  viel
Von  bessern  hünftigen  Tagen,

Nach  einem  glücklichen,  goldenen  Ziel

Jieht  man  sie  rennen  und  jagen.

Die  Welt  wird  alt  und  wird  wieder  jung.

Doch  der  Meusch  hofft  immer  Verbesserung.

2.  Die  Voffnung  führt  ihn  ins  Leben  ein,
Sie  umflattert  den  fröhlichen  Knaben,
Den  Tüngling  lochet  ihr  Bauberschein,
Lie  wird  mit  dem  Greis  nicht  begraben;
Denn  beschließt  er  im  Grabe  den  müden  Lanf,
Noch  am  Grabe  pflanzt  er  —  die  Hoffnnug  auf.
3.  Es  ist  kein  leerer,  schmeicheluder  Wahn,
Erzeugt  im  (Gehirne  des  Toren;
Im  Herzen  kündet  es  laut  sich  an:
Zu  was  Besserm  sind  wir  geboren.
And  was  die  innere  Stimme  spricht,
Das  tänscht  die  hoffende  Veele  nicht.