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nichts  anderes  tun  als  Frankreichs  Feinden  in  der  Aebelnacht  den
Weg  nicht  weisen.  Es  war  die  einzige  Heldentat  des  Greises,  seinem
  Vaterlande  zuliebe  vollbracht.

Wir  redeten  auf  ihn  ein;  es  half  nichts.  Wir  boten  ihm  Geld;
es  half  nichts.  Wir  baten,  drohten  —  es  half  nichts.  Er  sollte
niedergeschossen  werden,  wenn  er  uns  den  Weg  nicht  wies.

Niederschießen  konnten  wir  ihn,  aber  den  Weg  wies  er  uns
nicht.  Sein  Weib  stand  daneben,  hörte  alles,  sah  ulles  und  sprach
kein  Wort.  Hundert  Jahr  alt  schien  sie  zu  sein.  Sie  mochte  Enkel
baben,  deren  Söhne  für  Franbreich  gefallen  waren.  Ihr  uralter
Mann  sollte  für  das  Vaterland  sterben;  sie  würde  nicht  versuchen,
ihn  von  dem  Heldentode  für  das  Vaterland  abzuhalten.  Kein  Wort
würde  sie  sagen.  Wenn  wir  ihren  Wann  erschossen  hätten,  würde
sie  ihn  begraben  und  nicht  um  ihn  trauern.  Was  konnte  ihm
Besseres  geschehen  als  nach  Söhnen  und  Enkeln  in  diesem  Krieg
zu  fallen;  er,  der  für  Frankreich  nichts  anderes  tun  konnte  als  —
zu  schweigen.

Nledergeschossen  worden  wäre  der  Greis,  der  Held,  wenn  sein
Heldentum  uns  nicht  ergriffen,  nicht  bis  in  die  tiefste  Seele  erschüttert
  hätte.  Selbst  als  ihm  die  Pistole  vorgehalten  wurde,  sagte
er  nichts.  Und  auch  dann  schwieg  sein  Weib.

Wir  ließen  sie  stehen,  die  beiden  Uralten,  vor  ihrem  einsamen
Hause  im  bleichen  Mondlicht.  Fast  hätte  ich  mich  vor  ihnen  verneigt.
  Wir  gingen,  und  sie  —  ließen  uns  gehen.  Wir  bestiegen
wieder  die  Wagen,  fuhren  wieder  weiter  in  der  Irre  durch  die
sahle  kalte  Mondnacht,  durch  den  heulenden  Schneesturm,  geführt
von  dem  Geisterheer  der  wallenden  wirbelnden  Minternebel.  Wir
irrten,  bis  der  Tag  graute;  dann  erreichten  wir  fast  erstarrt  irgendeinen
  Ort.  Aber  die  Unbilden  der  Nacht  verblaßten  gegen  die  Erinnerung
  an  das  Große,  das  wir  in  dieser  Nacht  erlebt  hatten.

44.  Ein  göttliches  Geschenk.

Von  Hermine  Villinger.

E  schneite,  und  unter  den  glitzernden  weißen  Flocken  hasteten
  die  Menschen  dahin,  als  hätten  sie  gerade  auf  diese
letzten  Stunden  vor  dem  heiligen  Abend  all  ihre  Besorgungen,
Einkäufe  und  Oberraschungen  aufgespart.  Aber  trotz  der  Masse
von  Gestalten,  die  da  ihrer  Wege  eilten  —  in  dem  frisch  gefallenen
  Schnee  erstarb  jeder  Laut  der  Schritte,  und  hörbar