oder  fünf  Lichtstümpfchen  vielleicht  gerade  auf  den  Tisch  gestellt  und
den  Kindern  die  Handschuhe  und  Strümpfe  ausgeteilt,  die  sie  von
selbstgesponnener  Wolle  des  Nachts  am  Kaminfeuer  gestrickt.

Der  andere  Tag  vergeht  noch  mit  allerlei  Vorbereitungen.
Der  Kammerunteroffizier  läuft  den  ganzen  Tag  treppauf,  treppab;
  denn  die  Korporalschaften  sind  gar  nicht  zusammenzubekommen
zum  Sachenempfangen.  Aber  heute  brummt  der  Gefürchtete  gar
nicht,  wenn  er  die  feine  dritte  Garnitur  austeilt.

Allmählich  hat  sich  der  Abend  herabgesenkt.  In  der  Kaserne
ist  es  still  geworden.  Erwartungsvoll  stehen  die  Grenadiere  im
FPesttiei  auf  dem  Korridor  vor  der  großen  Stube,  in  der  der  Baum
teht

„Die  Sänger  vor!“  Hier  und  dort  löst  sich  einer  aus  dem
Glied  und  tritt  ins  Zimmer.

„Stillgestanden!“  „Augen  links!“  Jetzt  erscheint  der  Hauptmann
  mit  den  Offizieren  der  Kompanice.  Nun  wird's  hell  da
drinnen.  Die  Lichter  am  Baume  werden  angezündet,  und  während
die  großen  Kinder  mit  leuchtenden  Blicken  ins  Zimmer  treten,  ertönt
  im  Chor:  „DO  du  fröhliche,  o  du  selige,  gnadenbringende
Weihnachtszeit!“

Dann  geht's  ans  Verlosen  der  prächtigen  Sachen,  die  auf  der
langen  weißgedeckten  Tafel  so  verlockend  winken.  Jedes  Los  gewinnt,
  und  bald  herrscht  eitel  Jubel  und  Freude.  Ein  starkes  Gefühl

  der  Zusammengehörigkeit  zieht.  durch  die  Herzen,  als  die
Offiziere,  der  Hauptmann  an  der  Spitze,  sich  nun  von  jedem  zeigen
lassen,  was  das  Christkind  ihnen  beschert  hat.  Noch  eine  kurze  Ansprache
  des  Hauptmanns,  ein  kräftiges  LHoch  auf  den  Kaiser,  dann
überläßt  der  Vater  der  Kompanie  seine  großen  Kinder  der  Obhut
der  Mutter,  während  er  seinem  Heim  zueilt,  wo  Frau  und  Kinder
bereits  sehnsüchtig  harren.

So  feiert  auch  der  deutsche  Soldat  fern  vom  heimatlichen
Herd  in  seiner  Kaserne  fröhliche  Weihnachten.

40.  Winterwald.  von  vrlebrich  Dilheim  Weber.

NN  im  Sonnenglanze.
Reich  an  Silber  und  Demanten,
Die  an  jedem  Jweige  bliczten,

Die  auf  jeder  Knospe  brannten!