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bl.  Wenn  du  noch  eine  UMiutter  hast.
Von  Friedrich  Wilhelm  Kaullseh.
Wenn  du  noch  eine  Mutter  hast,  so  danke  Gott  und  sei  zufrieden!
Nicht  allen  auf  dem  eErdenrund  ist  dieses  hohe  Glück  beschieben.
Wenn  du  noch  eine  Mutter  hast,  so  sollst  du  sie  mit  Liebe  pflegen,
Dab  sie  dereinst  ihr  müdes  Haunt  in  Frieden  kann  zur  Ruhe  legen.

2.  Sie  het  vom  ersten  Tage  an  füc  dich  gelebt  mit  bangen  Sorgen;
Sle  brachte  abends  dich  zur  Ruh’  und  weckte  klssend  dich  am  Morgen.
Und  warst  du  krank,  sie  pflegte  deln,  den  sie  mit  tiefem  Schmerz  geboren;
Und  gaden  alle  dich  schon  auf,  die  Mutter  gab  dich  nicht  verloren.

J.  Sie  lehrte  dich  den  frommen  Spruch,  sie  lehrte  dich  zuerst  das  Reden;
Sie  faltete  die  Hänbe  dein  und  lehrte  dich  zum  Vater  beten.
Sie  lenkte  deinen  Kindessinn,  sie  wachte  über  deine  Jugend;
Der  Mutter  danke  es  allein,  wenn  du  noch  gehst  den  Pfad  der  lugend!

4.  Und  hast  du  keine  Mutter  mehr,  und  kannst  bu  sie  nicht  melr  beglücken,
So  kannst  bu  doch  ihn  frühes  Grab  mit  feischen  Slumenkränzen  schmücken.
Ein  Muttergrad,  ein  nellig  Grad,  für  dich  die  ewig  heil'ge  Stelle!

0  wende  dich  an  diesen  Ort,  wenn  dich  umtost  des  lebens  Welle!

62.  Du  sollst  die  Eltern  lieb  und  wert  halten!
Von  Johann  Friedrich  Möller.
Ein  iunger  Zimmermann  hatte  acht  Kinder  und  konnte  in  teurer
  Zeit  die-  Seinigen  nur  kümmerlich  versorgen.  öberdies
beherbergte  und  verpflegte  er  noch  seinen  alten  gliederlahmen
Vater.

Eines  Tages  ging  unser  Zimmermann  von  der  Arbeit  heim
und  kaufte  unterwegs  etwas  Semmelbrot.  „Das  ist  für  meinen
alten  Vater“,  sagte  er  zu  seinem  Begleiter,  der  ein  Maurer
war;  „er  kann  das  harte  Schwarzbrot  nicht  mehr  vertragen.“
Da  sagte  der  Maurer:  „Mein  Gott,  du  hast  auch  ein  wahres
Kreuz  auf  dir  mit  dem  gebrechlichen  alten  Manne!  Wie  froh
wirst  du  einmal  sein  und  deine  vielgeplagte  Frau  dazu,  wenn
ihn  Gott  zu  sich  genommen  hat!  Dann  kannst  du  des  Alten
Kammer  vermieten  und  das  Geld  sparen,  das  sein  Unterhalt
monatlich  kostet.  So,  wie  es  dir  ergeht,  ist  es  ja  nicht  möglich,
auf  einen  grünen  Zweig  zu  kommen.“  „Lieber  Freund,"  antwortete
  der  Zimmermann,  „rede  nicht  So.  Wir  beide,  ich  und